MTTR (Mean Time to Repair), die mittlere Reparaturzeit, ist eine zentrale Kennzahl der Instandhaltung, die angibt, wie lange es im Durchschnitt dauert, eine ausgefallene Anlage wieder funktionsfähig zu machen. Die MTTR umfasst den gesamten Zeitraum von der Feststellung der Störung über Fehlerdiagnose und Ersatzteilbeschaffung bis zum erfolgreichen Wiederanlauf. Eine niedrige MTTR bedeutet, dass Störungen schnell behoben werden, ein wichtiger Faktor für die OEE und die Gesamtanlagenverfügbarkeit.
Die MTTR wird berechnet, indem die gesamte Reparaturzeit in einem definierten Betrachtungszeitraum durch die Anzahl der Reparaturen geteilt wird:
Formel: MTTR = Gesamte Reparaturzeit ÷ Anzahl der Reparaturen
Wenn eine Anlage beispielsweise in einem Monat viermal ausfällt und die Reparaturen insgesamt acht Stunden dauern, beträgt die MTTR zwei Stunden. Die Kennzahl wird typischerweise in Stunden oder Minuten angegeben. Gemeinsam mit der MTBF (Mean Time Between Failures) bildet die MTTR das Fundament für die Bewertung der Instandhaltungsleistung: Während die MTBF die Störungshäufigkeit misst, beschreibt die MTTR die Reaktionsgeschwindigkeit bei der Wiederherstellung.
Im Rahmen von TPM ist die MTTR eine Schlüsselkennzahl für die Säule der Geplanten Instandhaltung. Das Ziel lautet, ungeplante Stillstände konsequent zu reduzieren und die Verfügbarkeit der Anlagen systematisch zu steigern. Eine sinkende MTTR zeigt, dass die Instandhaltungsorganisation ihre Diagnosefähigkeit, Ersatzteillagerung und Reparaturprozesse verbessert hat.
Entscheidende Hebel zur MTTR-Reduzierung sind:
Die MTTR ist eng mit der MTBF verknüpft. Ein Unternehmen, das beide Kennzahlen systematisch verfolgt, erhält ein umfassendes Bild seiner Instandhaltungsleistung: Die MTBF zeigt, wie zuverlässig die Anlagen laufen, die MTTR zeigt, wie schnell Probleme gelöst werden. Beide fließen in die Verfügbarkeitskomponente der OEE ein. Die technische Verfügbarkeit lässt sich näherungsweise als MTBF / (MTBF + MTTR) berechnen, je kleiner die MTTR im Verhältnis zur MTBF, desto höher die Verfügbarkeit.
Im Operational Excellence Reference Model des CETPM gehört die MTTR-Optimierung zur dritten Säule „Geplante Instandhaltung“. Dort wird sie gemeinsam mit präventiven Maßnahmen wie zustandsbasierter Wartung und Schwachstellenanalyse eingesetzt, um das Ziel „Null Maschinenausfälle“ systematisch zu verfolgen (vgl. May/Grombach 2017, S. 28–30).
Praxistipp: Erfassen Sie die MTTR anlagenbezogen und werten Sie die Daten regelmäßig im Shopfloor Management aus. So werden Anlagen mit überdurchschnittlich langen Reparaturzeiten schnell sichtbar, und gezielte Verbesserungsmaßnahmen lassen sich ableiten.
May, C.; Grombach, A. (2017): TPM und Operational Excellence Reference Model, Teil 2: Die Säulen eins bis fünf, in: YOKOTEN 06/2017, S. 28–30.