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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Qualität & Six Sigma

In diesem Kompetenzbereich geht es darum, eine optimale Qualität sicherzustellen, um die Kundenzufriedenheit zu erhalten und zu steigern. Six Sigma ist dafür eine bewährte Methode. Weiterhin finden Sie hier Seminare zu den vielfältigen Themen der Qualitätssicherung.

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Künstliche Intelligenz (KI)

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Was ist "High Mix Low Volume"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

High Mix Low Volume (HMLV) bezeichnet eine Produktions­strategie, bei der eine hohe Varianten­vielfalt in kleinen Stückzahlen gefertigt wird. Im Gegensatz zur klassischen Massen­produktion, die wenige Produkte in großen Losen herstellt, muss ein HMLV-Betrieb täglich mit wechselnden Aufträgen, unterschiedlichen Rüstszenarien und individuellen Kunden­anforderungen umgehen. Diese Fertigungs­form stellt besondere Anforderungen an Organisation, Führung und Produktions­steuerung.

Merkmale der HMLV-Fertigung

Ein typisches HMLV-Umfeld zeichnet sich durch mehrere charakteristische Merkmale aus: Die Losgrößen liegen oft im einstelligen oder niedrig zweistelligen Bereich, die Durchlaufzeiten variieren stark, und die Produktions­planung muss auf kurzfristige Auftragsänderungen reagieren können. Die Mitarbeiter benötigen breite Qualifikationen, da sie regelmäßig zwischen verschiedenen Produkten und Prozessen wechseln.

Häufige Rüstvorgänge sind das prägende Element der HMLV-Produktion. Während in der Großserien­fertigung Rüstzeiten einen vergleichsweise geringen Anteil an der Gesamtproduktionszeit ausmachen, können sie in der HMLV-Fertigung zum dominierenden Verlust­faktor werden. Deshalb ist die systematische Rüstzeit­reduzierung durch Methoden wie SMED in diesem Umfeld besonders wirkungsvoll.

Lean-Prinzipien in der HMLV-Fertigung

Ein verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass Lean Management nur in der Großserien­fertigung funktioniert. Tatsächlich lassen sich die meisten Lean-Prinzipien auf HMLV-Umgebungen übertragen, sie erfordern lediglich eine angepasste Anwendung. Der Fokus verschiebt sich von der Optimierung einzelner Taktzeiten hin zur Flexibilisierung des gesamten Produktions­systems.

Standardarbeit in der HMLV-Fertigung bezieht sich weniger auf einen einzelnen, unveränderlichen Arbeits­ablauf als vielmehr auf standardisierte Vorgehens­weisen für wiederkehrende Aufgaben wie Rüsten, Einrichten, Qualitäts­prüfung und Material­bereitstellung. So entsteht Stabilität nicht durch Wiederholung desselben Produkts, sondern durch Wiederholung derselben Methodik bei wechselnden Produkten.

Produktionssteuerung bei hoher Varianz

Die Produktions­steuerung in der HMLV-Fertigung erfordert einen Mittelweg zwischen fester Planung und situativer Flexibilität. Klassische Kanban-Systeme, die auf stabile Abruf­mengen ausgelegt sind, stoßen bei stark schwankender Nachfrage an ihre Grenzen. In der Praxis bewähren sich Mischformen, bei denen ein fester Planungs­horizont von wenigen Tagen mit flexiblen Einsteuerungs­mechanismen kombiniert wird.

Die Nivellierung (Heijunka) spielt auch in der HMLV-Fertigung eine wichtige Rolle: Statt alle Aufträge eines Typs hintereinander abzuarbeiten, werden die Varianten gleichmäßig über den Tag oder die Woche verteilt. Dies glättet die Belastung der Ressourcen und reduziert Bestände, auch wenn die Losgrößen klein sind.

Herausforderungen und Erfolgsfaktoren

Die größte Herausforderung in der HMLV-Fertigung besteht darin, trotz ständig wechselnder Produkte ein hohes Qualitäts­niveau zu halten. Jeder Produktwechsel birgt das Risiko von Einstellfehlern, Verwechslungen und Anlauf­verlusten. Visuelle Standards, eindeutige Kennzeichnungen und Poka-Yoke-Lösungen sind daher in HMLV-Umgebungen besonders wichtig. Die Mitarbeiter­qualifikation wird zum entscheidenden Wettbewerbs­faktor: Breit ausgebildete Teams, die mehrere Produkt­familien beherrschen, ermöglichen schnellere Umstellungen und geringere Fehler­raten als spezialisierte Einzelarbeiter.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit zwischen Konstruktion und Fertigung. Wenn Produkte bereits in der Entwicklung auf fertigungs­gerechte Gestaltung und möglichst viele Gleichteile ausgelegt werden, reduziert sich die Komplexität in der Produktion erheblich. Die Verbindung von HMLV-Strategien mit TPM-Methoden, insbesondere autonome Instandhaltung und geplante Wartung, stellt sicher, dass die Anlagen trotz häufiger Umrüstungen zuverlässig und verfügbar bleiben.

Praxistipp: Konzentrieren Sie sich in der HMLV-Fertigung zuerst auf Rüstzeit­reduzierung und Mitarbeiter­qualifizierung. Schnelle Rüstvorgänge ermöglichen kleinere Lose ohne Produktivitäts­verlust, und breit qualifizierte Mitarbeiter sichern die nötige Flexibilität bei wechselnden Aufträgen. Beides zusammen bildet die Grundlage für ein schlankes HMLV-Produktions­system.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden.

Verwandte Konzepte

  • SMED, Methode zur Rüstzeit­reduzierung, die in der HMLV-Fertigung besonders hohen Nutzen entfaltet.
  • Standardarbeit, Standardisierte Methodik, die bei wechselnden Produkten für Stabilität sorgt.
  • Lean Management, Führungsphilosophie, deren Prinzipien auch in der Kleinserienfertigung wirksam sind.
  • TPM, Ganzheitlicher Ansatz zur Maximierung der Anlagenverfügbarkeit, der häufige Rüstvorgänge adressiert.
  • Kaizen, Kontinuierliche Verbesserung, die in HMLV-Umgebungen auf Flexibilität statt Taktzeit fokussiert.

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