SMART ist ein Akronym für eine bewährte Methode zur Formulierung wirksamer Ziele. Die Buchstaben stehen für Spezifisch, Messbar, Attraktiv (bzw. Akzeptiert), Realistisch und Terminiert. Die Methode stellt sicher, dass Ziele klar definiert, nachvollziehbar und überprüfbar formuliert werden, eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Verbesserungsarbeit im Rahmen von Lean Management und TPM.
Jedes der fünf SMART-Kriterien adressiert eine typische Schwäche bei der Zielformulierung:
Im Rahmen von TPM und Operational Excellence spielen SMART-Ziele eine zentrale Rolle bei der Definition von Verbesserungszielen. Ob bei der Reduzierung von Rüstzeiten im Rahmen von SMED-Projekten, bei der Steigerung der OEE oder bei der Einführung von 5S, messbare und terminierte Zielvorgaben sind entscheidend für den Verbesserungserfolg.
Auch in der Verbesserungs-Kata wird mit Zielzuständen gearbeitet, die nach SMART-Kriterien formuliert werden sollten. Ein guter Zielzustand beschreibt einen konkreten, messbaren und terminierten Zustand, den das Team als Nächstes anstrebt. Durch die präzise Formulierung wird sichergestellt, dass alle Beteiligten das gleiche Verständnis des angestrebten Ergebnisses haben.
In der betrieblichen Praxis zeigt sich, dass die Formulierung wirklich SMART-er Ziele anspruchsvoller ist, als es auf den ersten Blick scheint. Häufige Fehler sind vage Formulierungen („Produktivität steigern“), fehlende Messgrößen oder unrealistische Zeitvorgaben. Ein Beispiel für ein SMART-konformes Ziel lautet: „Die Rüstzeit an Maschine XY wird bis zum 30. Juni von durchschnittlich 45 Minuten auf unter 20 Minuten reduziert.“
SMART-Ziele finden Anwendung auf allen Ebenen der Organisation, von strategischen Unternehmenszielen bis hin zu operativen Verbesserungszielen einzelner Teams. Im Shopfloor Management werden sie häufig auf Teamtafeln visualisiert, um den Fortschritt für alle sichtbar zu machen. In KVP-Workshops helfen SMART-Kriterien, die Ergebnisse konkreter Maßnahmen zu definieren und deren Umsetzung nachzuverfolgen.
Im Rahmen der strategischen Zielentfaltung (Hoshin Kanri) werden übergeordnete Unternehmensziele schrittweise auf die einzelnen Organisationsebenen heruntergebrochen. SMART-Kriterien stellen dabei sicher, dass die Ziele auf jeder Ebene klar und überprüfbar formuliert sind. So entsteht eine durchgängige Zielkaskade, in der jeder Bereich und jedes Team seinen Beitrag zur Erreichung der strategischen Ziele kennt und messen kann.
Praxistipp: Formulieren Sie Ziele immer gemeinsam mit dem Team, das sie umsetzen soll. Wenn Mitarbeiter an der Zieldefinition beteiligt sind, steigt die Akzeptanz (das „A“ in SMART) erheblich. Prüfen Sie jedes Ziel anhand der fünf Kriterien, bevor Sie es verabschieden.
Weidling, P. (2023): Win-Win durch grünen Kundenservice, in: YOKOTEN 02/2023.