Lexikon
Forum
Downloads
Shop
Fachmagazin YOKOTEN
Login
Suche

Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

   Zurück

Qualität & Six Sigma

In diesem Kompetenzbereich geht es darum, eine optimale Qualität sicherzustellen, um die Kundenzufriedenheit zu erhalten und zu steigern. Six Sigma ist dafür eine bewährte Methode. Weiterhin finden Sie hier Seminare zu den vielfältigen Themen der Qualitätssicherung.

   Zurück

Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI) transformiert Branchen, revolutioniert Arbeitsweisen und schafft völlig neue Geschäftsmodelle. Mit unserem Weiterbildungsprogramm rüsten wir Sie mit dem notwendigen Wissen und den Werkzeugen aus, um die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen erfolgreich zu gestalten.

   Zurück

Was ist "Just in Time"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Just in Time (JIT) ist ein Produktions- und Logistikprinzip, bei dem Materialien, Teile und Produkte genau in der benötigten Menge, zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort bereitgestellt werden. Das Konzept stammt aus dem Toyota-Produktionssystem und bildet zusammen mit Jidoka (Autonomation) eine der beiden tragenden Säulen der Toyota-Philosophie. Ziel von JIT ist die konsequente Vermeidung von Beständen, Wartezeiten und Überproduktion, den drei größten Quellen von Verschwendung in Fertigungsprozessen.

Ursprünge bei Toyota

Taiichi Ohno, der als Architekt des Toyota-Produktionssystems gilt, entwickelte JIT in den 1950er- und 1960er-Jahren als Antwort auf die besonderen Bedingungen der japanischen Nachkriegswirtschaft. Während westliche Automobilhersteller auf große Losfertigungen und umfangreiche Lagerbestände setzten, musste Toyota mit knappen Ressourcen und geringen Stückzahlen auskommen. Ohno erkannte, dass Bestände nicht Sicherheit schaffen, sondern Probleme verdecken: Überproduktion bindet Kapital, beansprucht Lagerfläche und verschleiert Qualitätsmängel, Engpässe und ineffiziente Prozesse.

Das Bild des „Wasserspiegels“ illustriert dieses Prinzip: Hohe Bestände sind wie ein hoher Wasserstand, der die Felsen (Probleme) im Fluss verbirgt. Erst wenn der Wasserstand, also der Bestand, gesenkt wird, werden die Hindernisse sichtbar und können systematisch beseitigt werden. JIT fordert dieses bewusste Senken des Bestands als Hebel zur kontinuierlichen Verbesserung.

Kernelemente von JIT

  • Taktzeit-Orientierung: Die Produktion richtet sich nach dem Kundentakt, also der Geschwindigkeit, in der der Kunde Produkte abnimmt. Weder schnelleres noch langsameres Produzieren ist erwünscht.
  • Pull-Prinzip: Jeder Prozessschritt produziert nur das, was der nachfolgende Schritt tatsächlich benötigt. Das Kanban-System steuert diesen Materialfluss über Signalkarten oder elektronische Signale.
  • Fließfertigung: Statt großer Lose werden idealerweise Einzelstücke (One Piece Flow) durch den Prozess bewegt, um Durchlaufzeiten zu minimieren und Zwischenbestände zu eliminieren.
  • SMED: Schnelle Rüstvorgänge ermöglichen kleine Losgrößen und damit eine flexible Reaktion auf unterschiedliche Kundenwünsche.
  • Heijunka (Produktionsnivellierung): Die gleichmäßige Verteilung von Produktionsvolumen und -vielfalt über die Arbeitszeit glättet Schwankungen und stabilisiert den Materialfluss.

Voraussetzungen für JIT

JIT funktioniert nicht als isolierte Maßnahme, sondern erfordert ein Gesamtsystem stabiler und zuverlässiger Prozesse. Zu den wesentlichen Voraussetzungen gehören eine hohe Anlagenverfügbarkeit (unterstützt durch TPM und insbesondere die Autonome Instandhaltung), standardisierte Arbeitsprozesse, zuverlässige Lieferanten und eine robuste Qualitätssicherung, etwa durch Poka Yoke. Ohne diese Grundlagen führt JIT nicht zu Effizienz, sondern zu ständigen Produktionsunterbrechungen.

Die Einführung von JIT erfolgt daher schrittweise: Zunächst werden die Prozesse stabilisiert und Verlustquellen beseitigt, dann werden die Bestände sukzessive reduziert. Jede Bestandsreduzierung legt neue Probleme offen, die als Verbesserungschancen genutzt werden. Dieser iterative Prozess macht JIT zu einem Treiber der Kontinuierlichen Verbesserung, nicht nur zu einem Logistikkonzept.

Praxisbezug: JIT erfordert eine enge Abstimmung entlang der gesamten Lieferkette. Bei Hyundai Mobis in Korea etwa werden Module sequenzgenau an das Montageband geliefert, die richtige Reihenfolge und der präzise Takt sind entscheidend für den Erfolg (vgl. Roser 2019, S. 12–14).

JIT und Wertstrommanagement

Die Wertstromanalyse ist das zentrale Analysewerkzeug, um den Weg zu einer JIT-gerechten Produktion zu planen. Sie macht die Bestände zwischen den Prozessschritten sichtbar, identifiziert nicht-wertschöpfende Aktivitäten und liefert die Grundlage für ein optimiertes Wertstromdesign mit Flüssen, Supermärkten und Pull-Regelkreisen. Das Zieldesign einer JIT-Produktion ist ein durchgängiger Materialfluss vom Lieferanten bis zum Kunden mit minimalen Beständen und kurzen Durchlaufzeiten.

Quellenangaben

Roser, C. (2019): Just-in-Time bei Hyundai Mobis in Korea, in: YOKOTEN 02/2019, S. 12–14.

Weiterführende Literatur

Kamberg, M. (2017): Kulturwandel zur lernenden Organisation, in: YOKOTEN 05/2017, S. 6–9.

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden.

Klevers, T. (2015): Agile Prozesse mit Wertstrom-Management. CETPM Publishing, Herrieden.

Verwandte Konzepte

  • Kanban, Pull-basierte Steuerung als operatives Instrument von JIT.
  • Pull-Produktion, Grundprinzip der bedarfsgesteuerten Fertigung.
  • One Piece Flow, Ideale Fließfertigung im Einzelstückfluss.
  • SMED, Schnelles Rüsten als Voraussetzung für kleine Losgrößen.
  • Heijunka, Produktionsnivellierung zur Glättung von Schwankungen.
  • Supermarkt, Definierter Pufferbestand als Element der Pull-Steuerung.
  • Wertstromdesign, Planungsmethode für den idealen Materialfluss.
  • TPM, Prozessstabilität als Voraussetzung für funktionierendes JIT.

Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie geben Einwilligung zu unseren Cookies, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.