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Was ist "Instandhaltungsstrategie"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Instandhaltungsstrategie bezeichnet das systematische Regelwerk, das festlegt, nach welchen Vorgehensweisen und Prioritäten Instandhaltungsmaßnahmen an Anlagen und Betriebsmitteln durchgeführt werden. Die Wahl der richtigen Strategie beeinflusst maßgeblich die Anlagenverfügbarkeit, die Instandhaltungskosten und damit die Gesamtanlageneffektivität (OEE). Im Rahmen von TPM bildet die Instandhaltungsstrategie den Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen Autonomer Instandhaltung und Geplanter Instandhaltung.

Strategietypen im Überblick

In der Praxis werden vier grundlegende Instandhaltungsstrategien unterschieden, die sich hinsichtlich Zeitpunkt und Auslöser der Maßnahmen unterscheiden:

  • Korrektive Instandhaltung: Instandsetzung nach eingetretenem Ausfall (Instandsetzung). Diese reaktive Strategie wird bewusst für unkritische Anlagen gewählt, bei denen ein Ausfall keine gravierenden Folgen hat.
  • Präventive (zeitbasierte) Instandhaltung: Regelmäßige Wartungs- und Inspektionsmaßnahmen in festen Intervallen, unabhängig vom tatsächlichen Zustand der Anlage. Komponenten, für die verlässliche Erfahrungswerte zur Lebensdauer vorliegen oder gesetzliche Vorschriften periodische Maßnahmen fordern, werden zeitbasiert instand gehalten.
  • Zustandsbasierte (vorausschauende) Instandhaltung: Auch als Predictive Maintenance (PDM) oder Condition Based Maintenance (CBM) bezeichnet. Der Zustand eines Bauteils wird während des laufenden Betriebes durch spezielle Messmethoden überwacht. Maßnahmen werden erst dann durchgeführt, wenn Messwerte eine Verschlechterung anzeigen.
  • Verbesserungsorientierte Instandhaltung: Systematische Analyse und Beseitigung von Schwachstellen an der Anlage, um künftige Ausfälle dauerhaft zu vermeiden. Diese Strategie zielt auf die Verlängerung der mittleren Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF).

Instandhaltungsstrategie im TPM-Kontext

Im TPM-Baustein Geplante Instandhaltung werden die Strategien systematisch aufeinander aufgebaut. Der Baustein dient dem Ziel von Null-Maschinenausfällen, um eine hohe Verfügbarkeit der Anlagen zu gewährleisten (vgl. May/Schimek 2015, S. 50–55). Dabei wird eine klare Aufgabenteilung zwischen Produktion und Instandhaltung verfolgt: Die Autonome Instandhaltung übernimmt Grundtätigkeiten wie Reinigung, Schmierung und Inspektion, während die Instandhaltungsabteilung sich auf anspruchsvolle, spezialisierte Maßnahmen konzentriert.

Die Geplante Instandhaltung ist dabei eine vorausschauende Instandhaltung, deren Hauptaugenmerk auf die Vermeidung von Maschinenausfällen gerichtet ist, und nicht auf Feuerwehreinsaätze bei Kurzstillständen, die von den Mitarbeitern der Autonomen Instandhaltung bearbeitet werden. Gemessen werden die Erfolge der Geplanten Instandhaltung primär über Kennzahlen wie die MTBF und die Instandhaltungskosten je Einheit.

Stufenmodell der Geplanten Instandhaltung

TPM sieht einen schrittweisen Aufbau der Instandhaltungsstrategie in sechs Stufen vor (vgl. May/Schimek 2015, S. 52–55):

  • Stufe 1: Analyse und Bewertung des Ist-Zustands der Anlagen, Aufbau eines Instandhaltungsinformationssystems mit Daten zu Ausfällen, Reparaturen und Ersatzteilverbrauch.
  • Stufe 2: Beseitigung von Abnutzungserscheinungen und konstruktiven Schwachstellen an den Anlagen.
  • Stufe 3: Aufbau der zeitbasierten Instandhaltung mit festen Wartungsintervallen.
  • Stufe 4: Aufbau der vorausschauenden Instandhaltung mit Zustandsmessung im laufenden Betrieb.
  • Stufe 5: Aufbau eines durchgängigen Instandhaltungsplanungssystems.
  • Stufe 6: Kontinuierliche Verbesserung der gesamten Instandhaltungsstrategie.

Entscheidungskriterium: Die Wahl der Instandhaltungsstrategie hängt von der Kritikalität der Anlage, der Vorhersagbarkeit des Ausfallverhaltens und den Kosten der jeweiligen Strategie ab. Für kritische Engpassanlagen empfiehlt sich zustandsbasierte Instandhaltung, für unkritische Anlagen kann die korrektive Strategie wirtschaftlich sinnvoll sein.

Quellenangaben

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 50–55.

Verwandte Konzepte

  • Instandhaltung, Übergeordneter Oberbegriff nach DIN 31051.
  • Autonome Instandhaltung, Grundlegende Instandhaltung durch Anlagenbediener.
  • Wartung, Präventive Grundmaßnahme zur Bewahrung des Sollzustands.
  • Inspektion, Feststellung des Ist-Zustands als Basis für strategische Entscheidungen.
  • Instandsetzung, Wiederherstellung nach eingetretenem Ausfall.
  • OEE, Kennzahl zur Messung der Wirksamkeit der Instandhaltungsstrategie.
  • MTBF, Mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen als Erfolgskennzahl.
  • Ersatzteilwirtschaft, Logistische Grundlage für die Umsetzung der Strategie.

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