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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Was ist "Harada Methode"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Die Harada-Methode ist ein strukturiertes System zur Mitarbeiter­entwicklung, das vom japanischen Lehrer Takashi Harada entwickelt wurde. Im schulischen Umfeld konzipiert, um leistungs­schwache Schüler zu Spitzen­ergebnissen zu führen, wird die Methode heute weltweit in Unternehmen eingesetzt, um Eigenverantwortung und Selbst­führung systematisch zu fördern. Der Kerngedanke: Nachhaltige Leistungs­steigerung beginnt nicht bei Prozessen oder Technik, sondern bei der Entwicklung des einzelnen Menschen.

Ursprung und Grundgedanke

Takashi Harada unterrichtete an einer öffentlichen Mittelschule in Osaka, die für besonders schwierige Verhältnisse bekannt war. Innerhalb weniger Jahre gelang es ihm, seine Schüler durch ein systematisches Zielsetzungs- und Reflexions­verfahren zu außer­gewöhnlichen sportlichen und schulischen Leistungen zu führen. Die Methode basiert auf der Überzeugung, dass jeder Mensch über ungenutztes Potenzial verfügt, das durch klare Ziele, tägliche Routinen und konsequente Selbst­reflexion freigesetzt werden kann.

Im Unternehmens­kontext übersetzt sich dieser Ansatz in eine Führungs­philosophie, die den Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellt. Statt Vorgaben von oben setzt die Harada-Methode auf selbst gewählte Ziele, die der Mitarbeiter eigenverantwortlich verfolgt. Die Führungs­kraft wechselt dabei von der Rolle des Anweisenden in die Rolle des Unterstützers und Coaches, ein Prinzip, das auch im Lean Management als Führung durch Entwicklung verankert ist.

Die Werkzeuge der Harada-Methode

Das Herzstück der Methode bilden mehrere standardisierte Formulare, die den Entwicklungs­prozess strukturieren. Das sogenannte Langfrist-Zielblatt verbindet persönliche Lebensziele mit beruflichen Aufgaben und Zwischen­schritten. Der Mitarbeiter formuliert ein konkretes Ziel, analysiert seine aktuelle Situation und definiert Maßnahmen in den Kategorien Aufgabe, Mensch, Umfeld und Gewohnheit.

Ergänzt wird das Zielblatt durch ein Tagebuch zur täglichen Reflexion, in dem der Mitarbeiter jeden Abend seine Fortschritte, Hürden und Erkenntnisse festhalt. Diese tägliche Routine schafft Bewusstheit für das eigene Verhalten und ermöglicht frühzeitige Kurs­korrekturen. Zusätzlich gibt es eine Routinetafel, die tägliche Gewohnheiten visualisiert und überprüfbar macht. Durch die Kombination dieser Werkzeuge entsteht ein geschlossener Regelkreis aus Planung, Handlung und Reflexion.

Harada-Methode und TPM

Im Kontext von TPM und Lean Management ergänzt die Harada-Methode die technischen und prozessualen Verbesserungs­werkzeuge um eine systematische Dimension der Menschen­entwicklung. Während Kaizen auf die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen zielt, adressiert die Harada-Methode die Entwicklung der Fähigkeiten und Einstellungen der Menschen, die diese Prozesse betreiben.

Besonders für die Säule Ausbildung und Training im TPM-Haus bietet die Harada-Methode einen konkreten Umsetzungs­rahmen. Anstatt Schulungs­inhalte nur zu vermitteln, wird der Mitarbeiter befähigt, seinen eigenen Entwicklungs­weg zu planen und zu verfolgen. Dies fördert die intrinsische Motivation und führt zu nachhaltigeren Ergebnissen als rein extern gesteuerte Qualifizierungs­programme.

Erfolgsfaktoren der Einführung

Die erfolgreiche Einführung der Harada-Methode hängt wesentlich von der Haltung der Führungs­kräfte ab. Sie müssen bereit sein, den Mitarbeitern Vertrauen entgegen­zubringen und ihnen Raum für die eigenständige Zielverfolgung zu geben. Gleichzeitig erfordert die Methode Disziplin in der täglichen Reflexion, das Tagebuch muss konsequent geführt werden, damit der Lernkreislauf wirksam wird. Unternehmen, die die Harada-Methode dauerhaft etablieren, berichten von gesteigerter Eigenverantwortung, höherer Mitarbeiter­zufriedenheit und messbaren Leistungs­verbesserungen in ihren Teams.

Praxistipp: Starten Sie die Harada-Methode mit einem kleinen Pilotteam von fünf bis acht Mitarbeitern. Begleiten Sie die Teilnehmer wöchentlich in kurzen Coaching-Gesprächen und nutzen Sie die Routinetafel als visuelles Steuerungs­instrument am Shopfloor-Board. Nach drei Monaten können erste Erfolge als Leuchtturm für die breitere Einführung dienen.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden.

OJT Solutions (2017): Toyotas Geheimrezepte für die Mitarbeiterentwicklung. CETPM Publishing, Herrieden.

Verwandte Konzepte

  • TPM, Ganzheitlicher Managementansatz, dessen Säule Ausbildung und Training die Harada-Methode konkretisiert.
  • Kaizen, Kontinuierliche Verbesserung der Prozesse, die durch die Harada-Methode um Menschenentwicklung ergänzt wird.
  • Lean Management, Führungsphilosophie, deren Prinzip Respect for People sich in der Harada-Methode widerspiegelt.
  • Standardarbeit, Definierte Arbeitsabläufe, deren Einhaltung durch selbstgesteuerte Entwicklung unterstützt wird.
  • Shopfloor Management, Tägliche Führung am Ort der Wertschöpfung mit direktem Coaching.

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