Brainstorming ist eine kreative Gruppenarbeitstechnik zur Ideenfindung, die 1939 von dem amerikanischen Werbefachmann Alex F. Osborn entwickelt wurde. Im Kontext von Lean Management und Operational Excellence dient Brainstorming als Methode, um in kurzer Zeit möglichst viele Lösungsansätze für Probleme oder Verbesserungspotenziale zu generieren. Die Methode lebt von der Vielfalt der Teilnehmer und der bewussten Trennung von Ideengenerierung und Ideenbewertung.
Der Erfolg eines Brainstormings hängt wesentlich von der Einhaltung vier zentraler Regeln ab:
Ein typisches Brainstorming beginnt mit der klaren Definition der Fragestellung oder des Problems. Der Moderator stellt sicher, dass alle Teilnehmer die Aufgabenstellung verstanden haben. In der anschließenden Ideenphase, die in der Regel 15 bis 30 Minuten dauert, notiert jeder Teilnehmer seine Ideen. Die Ideen werden für alle sichtbar festgehalten, etwa auf Moderationskarten, Flipcharts oder Whiteboards. Nach der Sammelphase folgt die Bewertung und Priorisierung der Ideen.
Im SMED-Kontext wird Brainstorming beispielsweise eingesetzt, um Ideen zur Reduzierung von Rüstzeiten zu sammeln (vgl. Teeuwen/Grombach 2019, S. 66–67). Dabei bringt ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Maschinenbedienern, Einrichtern, Instandhaltern und Produktionsplanern, unterschiedliche Perspektiven ein. Die so gewonnenen Ideen werden anschließend nach Umsetzbarkeit und erwartetem Nutzen bewertet und priorisiert.
In strukturierten Problemlösungs- und Verbesserungsprozessen nimmt Brainstorming eine wichtige Rolle ein. Bei der Erstellung eines Fischgräten-Diagramms dient es zur Sammlung möglicher Ursachen, im PDCA-Zyklus unterstützt es die Entwicklung von Maßnahmen in der Plan-Phase. Auch bei der Wertstromanalyse und bei Kaizen-Workshops wird Brainstorming eingesetzt, um Verbesserungsideen aus dem Team zu gewinnen.
Eine Variante des klassischen Brainstormings ist das „Brainwriting“ (auch als 6-3-5-Methode bekannt), bei dem die Teilnehmer ihre Ideen zunächst still aufschreiben und dann an den nächsten weitergeben. Diese Methode eignet sich besonders für Gruppen, in denen einzelne Teilnehmer dazu neigen, die Diskussion zu dominieren, oder in denen kulturelle Barrieren freies Sprechen erschweren. Das schriftliche Format stellt sicher, dass auch introvertierte Teilnehmer gleichberechtigt beitragen können.
Praxistipp: Die Qualität eines Brainstormings steigt mit der Heterogenität des Teams. Beziehen Sie bewusst Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen und Hierarchieebenen ein, die besten Ideen entstehen oft durch die Kombination verschiedener Perspektiven.
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