Glossar

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Bullwhip-Effekt

Der Bullwhip-Effekt (Peitscheneffekt) ist ein Phänomen in der Supply-Chain. Verändert der Endkunde sein Bestellverhalten, schaukeln sich Schwankungen entlang der Lieferkette vom Einzelhändler über den Großhändler bis zum Hersteller immer weiter auf. Bestellungen beim Lieferanten schwanken dabei stärker als bei den Verkäufen an den Endkunden. Die Abweichungen verstärken sich in Richtung Ursprung der Lieferkette. Die Ursachen liegen oft im Informationsfluss. Auch Auftragsbündelung, Mehrbestellungen bei Engpässen oder Preisschwankungen können zum Bullwhip-Effekt führen. Auslöser für den Peitscheneffekt ist die Prognose über die Nachfrage anhand von Beobachtungen. Wird höhere Nachfrage vermutet, dann wird diese Prognose übertrieben an den Lieferanten weitergegeben. Lange Lieferzeiten verstärken diese Verzerrung. Auftragsbündelungen (zum Beispiel um Mengenrabatte zu nutzen) oder Hamsterkäufe bei Engpasserwartungen sind Signale, die oft falsch interpretiert werden. Zur Vermeidung des Bullwhip-Effekts sind mehrere Maßnahmen hilfreich:
Eine Verbesserung des Informationsflusses kann dem Hersteller helfen, direkt auf die Nachfrage von Endkunden zu reagieren. Ebenso ist eine Koordination bei Preisaktionen sinnvoll. Hamsterkäufe werden vermieden, wenn der Hersteller in Engpasssituationen die
Waren aufgrund der Daten bisheriger Bestellungen zuteilt.