TQM (Total Quality Management) ist ein umfassender Managementansatz, der Qualität als zentrale Führungsaufgabe versteht und alle Unternehmensbereiche sowie alle Mitarbeiter in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess einbezieht. Im Gegensatz zu rein produktbezogener Qualitätssicherung betrachtet TQM die gesamte Organisation und zielt darauf ab, Qualität in jeden Prozess, jede Entscheidung und jede Aktivität zu integrieren. Das Konzept entstand in den 1950er-Jahren auf Basis der Arbeiten von W. Edwards Deming und Joseph M. Juran und wurde in Japan unter dem Einfluss des JUSE (Union of Japanese Scientists and Engineers) weiterentwickelt.
TQM basiert auf mehreren Kernprinzipien, die den Rahmen für ein ganzheitliches Qualitätsverständnis bilden:
TQM steht in enger Verbindung zu anderen Qualitäts- und Managementsystemen. Die ISO-9001-Norm übernimmt viele TQM-Prinzipien, fokussiert sich jedoch stärker auf die Dokumentation und Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen. Während ISO 9001 Mindestanforderungen definiert, geht TQM deutlich weiter und versteht Qualität als strategische Führungsaufgabe, die das gesamte Unternehmen durchdringt.
Total Productive Management (TPM) ergänzt TQM um die Dimension der Anlagenverfügbarkeit und Produktivität. Während TQM den Schwerpunkt auf Qualität legt, integriert TPM darüber hinaus Aspekte wie OEE-Optimierung, Autonome Instandhaltung und geplante Wartung. In der Praxis überschneiden sich die Ansätze erheblich, beide verfolgen das Ziel, durch systematische Verbesserung Verluste zu eliminieren und die Wertschöpfung zu steigern (vgl. May/Schimek 2015, S. 16–18).
Der PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act), den Deming als Grundlage systematischer Verbesserung popularisierte, bildet das methodische Herzstück von TQM. Jede Verbesserung wird geplant, umgesetzt, überprüft und standardisiert. Dieser Zyklus wird auf allen Ebenen angewandt, von der strategischen Unternehmensplanung bis zur täglichen Prozessoptimierung am Arbeitsplatz (vgl. May/Schimek 2015, S. 38–39) (vgl. OJT Solutions 2019, S. 63–65).
Historischer Kontext: TQM entwickelte sich aus der statistischen Qualitätskontrolle der Nachkriegszeit. W. Edwards Deming brachte statistische Methoden nach Japan, wo sie von der JUSE aufgegriffen und zu einem umfassenden Managementansatz weiterentwickelt wurden. Der Deming-Preis (seit 1951) würdigt bis heute herausragende TQM-Leistungen.
In der Praxis zeigt sich, dass TQM nur dann nachhaltig wirkt, wenn es von der obersten Führung getragen und als langfristige Strategie verstanden wird. Unternehmen, die TQM als kurzfristiges Programm betrachten, scheitern regelmäßig an der fehlenden Verankerung in der Unternehmenskultur. Erfolgreiche TQM-Implementierungen zeichnen sich durch eine konsequente Kundenorientierung, eine offene Fehlerkultur und die systematische Befähigung aller Mitarbeiter aus.
Die sieben klassischen Qualitätswerkzeuge, Fehlersammelkarte, Histogramm, Pareto-Diagramm, Ursache-Wirkungs-Diagramm, Streudiagramm, Kontrollkarte und Stratifikation, bilden das methodische Basisrepertoire im TQM. Sie ermöglichen es Teams, Qualitätsprobleme strukturiert zu analysieren und datenbasiert zu lösen (vgl. OJT Solutions 2019, S. 109–111), ohne auf komplexe statistische Software angewiesen zu sein.
Kamiske, G.; Oelschleger, B. (2013): Handbuch QM-Methoden, in: YOKOTEN 03/2013, S. 15.