Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon
Das Kürzel TPM steht offiziell für Total Productive Management, doch im Laufe der Jahrzehnte hat die Abkürzung zahlreiche Interpretationen erfahren. Ursprünglich als Total Productive Maintenance geprägt, wurde TPM vom JIPM kontinuierlich zu einem umfassenden Managementsystem weiterentwickelt. Die verschiedenen Übersetzungen spiegeln die historische Entwicklung des Konzepts wider und verdeutlichen, wie sich das Verständnis von TPM über die Jahrzehnte gewandelt hat.
Die Anfänge von TPM liegen in der Instandhaltung. Ab 1969 übertrug das japanische Unternehmen Nippondenso (heute DENSO), ein Mitglied der Toyota Group, die Verantwortung für grundlegende Instandhaltungstätigkeiten auf die Produktionsmitarbeiter. Dies bildete die Grundlage für Total Productive Maintenance. In dieser frühen Phase stand die vorbeugende Instandhaltung durch alle Mitarbeiter im Mittelpunkt (vgl. May/Schimek 2015, S. 12–13).
Mit der Weiterentwicklung durch JIPM wuchs TPM weit über die Instandhaltung hinaus. Es umfasst heute acht Bausteine oder Säulen, die in alle betrieblichen Funktionsbereiche hineinspielen. Insofern umschreibt der Begriff Total Productive Management das Konzept von TPM treffender. Dennoch kann die Verwendung des Begriffs Total Productive Maintenance noch vertreten werden, wenn Maintenance mit Erhaltung übersetzt wird, also TPM im Sinne einer umfassenden Erhaltung der Produktivität (vgl. May/Schimek 2015, S. 14–15).
Die drei gebräuchlichsten offiziellen Übersetzungen sind:
In Unternehmen, die TPM einführen, entwickeln Mitarbeiter häufig eigene, kreative Übersetzungen für das Kürzel. Diese individuellen Interpretationen sind mehr als bloße Wortspiele, sie zeigen, wie die Belegschaft das Konzept verinnerlicht hat und welche Aspekte für die jeweilige Organisation besonders wichtig sind:
Auch humorvolle Varianten finden sich in der Praxis, etwa „Techniker Prügeln Maschinenbediener“ oder „Tolle Pausen Machen“. Solche augenzwinkernden Übersetzungen zeigen, dass TPM in der Organisation angekommen ist und offen über den Veränderungsprozess gesprochen wird.
Praxistipp: Die gemeinsame Entwicklung einer eigenen TPM-Abkürzung im Team ist eine bewährte Methode, um Identifikation mit dem Veränderungsprozess zu schaffen. Sie macht deutlich, welche Werte und Ziele die Belegschaft mit TPM verbindet.
Die verschiedenen Interpretationen der Abkürzung TPM sind kein Zeichen von Beliebigkeit, sondern Ausdruck der Entwicklungsgeschichte des Konzepts. Von den Anfängen in der vorbeugenden Instandhaltung über die Erweiterung auf alle Produktionsprozesse bis hin zum ganzheitlichen Managementsystem hat sich TPM ständig weiterentwickelt. Jede Übersetzung betont einen anderen Aspekt dieses umfassenden Ansatzes. Entscheidend ist nicht die Wahl der Übersetzung, sondern das Verständnis, dass TPM heute weit mehr umfasst als die reine Instandhaltung.
May, C.; Grombach, A. (2017): TPM und Operational Excellence Reference Model, Teil 1: Historie, Inhalt und Aufbau der Erfolgsmodelle, in: YOKOTEN 05/2017, S. 28–30.
Leikep, S. (2015): Total Productive Management (TPM), in: YOKOTEN 02/2015, S. 24–25.
May, C. (2022): Der Wertschöpfungsbeitrag von TPM, in: YOKOTEN 02/2022.