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Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Was ist "Quality Control Circle (QCC)"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Ein Quality Control Circle (QCC), deutsch Qualitätszirkel, ist eine kleine Gruppe von Mitarbeitern, typischerweise fünf bis zehn Personen ,, die sich regelmäßig trifft, um Qualitäts- und Prozessprobleme in ihrem unmittelbaren Arbeitsumfeld zu identifizieren, zu analysieren und eigenständig zu lösen. Das Konzept entstand in den frühen 1960er-Jahren in Japan, als Kaoru Ishikawa die Idee entwickelte, Qualitätsverbesserung nicht allein Ingenieuren und Managern zu überlassen, sondern die Kompetenz und das Erfahrungswissen der Mitarbeiter an der Basis systematisch zu nutzen. Der QCC ist damit einer der ältesten Ansätze für mitarbeitergetriebene Verbesserungsarbeit und ein Vorläufer moderner KVP-Methoden.

Ursprung und historische Bedeutung

Die QCC-Bewegung begann 1962, als die Union of Japanese Scientists and Engineers (JUSE) unter der Leitung von Kaoru Ishikawa die erste Fachzeitschrift für Qualitätszirkel veröffentlichte. Ishikawas Überzeugung war, dass jeder Mitarbeiter, unabhängig von seiner hierarchischen Position, einen Beitrag zur Qualitätsverbesserung leisten kann, wenn er die entsprechenden Werkzeuge und Methoden erlernt. Innerhalb weniger Jahre breiteten sich QCC in japanischen Unternehmen explosionsartig aus und wurden zu einem zentralen Element der japanischen Qualitätsbewegung, die Unternehmen wie Toyota, Honda und Sony zu Weltmarktführern machte.

In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde das QCC-Konzept weltweit adaptiert. In Europa und Nordamerika stießen Qualitätszirkel allerdings häufig auf kulturelle Widersprüche: Die strenge Trennung zwischen Planung (Management) und Ausführung (Mitarbeiter) vertrug sich schlecht mit dem partizipativen Ansatz der QCC. Viele westliche QCC-Programme scheiterten, weil sie als isolierte Maßnahme eingeführt wurden, ohne die Unternehmenskultur und die Führungssysteme entsprechend anzupassen. Erfolgreiche QCC-Implementierungen setzen voraus, dass das Management die Ergebnisse der Zirkel ernst nimmt und deren Vorschläge tatsächlich umsetzt.

Aufbau und Arbeitsweise

Ein QCC besteht typischerweise aus Mitarbeitern eines gemeinsamen Arbeitsbereichs, die sich freiwillig zusammenfinden. Die Gruppe wählt einen Teamleiter, der die Treffen moderiert und den Fortschritt dokumentiert. Die Sitzungen finden regelmäßig statt, in der Regel wöchentlich oder zweimal pro Monat, und dauern zwischen 30 und 60 Minuten. Die Themen werden von der Gruppe selbst gewählt, wobei sie sich typischerweise auf Probleme konzentriert, die im eigenen Einflussbereich liegen.

Die Arbeitsweise folgt einem strukturierten Problemlösungsprozess, der in der Regel dem PDCA-Zyklus entspricht. Zur Analyse nutzen die Teams die sogenannten sieben Qualitätswerkzeuge (Q7): Fehlersammel­liste, Histogramm, Pareto-Diagramm, Ursache-Wirkungs-Diagramm (Ishikawa), Streudiagramm, Regelkarte und Schichtung. Diese Werkzeuge sind bewusst einfach gehalten, damit sie von allen Mitarbeitern, unabhängig vom Ausbildungs­hintergrund, erlernt und angewendet werden können.

QCC und TPM

Im Rahmen von TPM spielen QCC eine wichtige Rolle als organisatorische Keimzelle für Verbesserungsaktivitäten. TPM setzt auf funktionsübergreifende Gruppenarbeit, bei der Produktionsmitarbeiter gemeinsam mit Instandhaltern, Qualitätssicherern und Technikern an der Beseitigung von Verlusten arbeiten. Die QCC-Methodik liefert dafür die methodische Grundlage: strukturierte Problemanalyse, datenbasierte Ursachenforschung und systematische Maßnahmen­verfolgung.

In vielen Unternehmen hat sich die Bezeichnung gewandelt: Statt „Quality Control Circle“ wird häufig von „Small Group Activity“ (SGA) oder „Kaizen-Team“ gesprochen. Die Grundprinzipien bleiben jedoch dieselben, freiwillige Teilnahme, eigenständige Themenwahl, strukturierte Problemlösung und Präsentation der Ergebnisse vor dem Management. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Projektgruppen liegt in der Dauerhaftigkeit: Ein QCC arbeitet nicht an einem einzelnen Projekt und löst sich dann auf, sondern besteht als permanente Verbesserungsgruppe, die kontinuierlich neue Themen bearbeitet.

Erfolgsfaktoren

Der Erfolg von QCC hängt von mehreren Faktoren ab. Erstens muss das Management die Arbeit der Zirkel sichtbar unterstützen, durch Bereitstellung von Zeit, Schulungen und Ressourcen. Zweitens brauchen die Teams Zugang zu relevanten Daten, um ihre Analysen fundiert durchführen zu können. Drittens ist die Fähigkeit der Teamleiter zur Moderation und Methodenvermittlung entscheidend. Viertens müssen die erarbeiteten Lösungen tatsächlich umgesetzt werden, nichts demotiviert Mitarbeiter stärker als Verbesserungsvorschläge, die in der Schublade verschwinden.

Praxistipp: Starten Sie mit einem überschaubaren, konkreten Problem, das die Teammitglieder täglich erleben. Schnelle sichtbare Erfolge beim ersten Thema schaffen Motivation und Vertrauen in die QCC-Methodik. Vermeiden Sie es, Themen von oben vorzugeben, die eigenständige Themenwahl ist ein zentrales Motivationselement für die Beteiligten.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden.

Verwandte Konzepte

  • KVP, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, dessen operative Umsetzung häufig in QCC stattfindet.
  • TPM, Ganzheitlicher Managementansatz mit funktionsübergreifender Gruppenarbeit als Kernprinzip.
  • PDCA, Verbesserungszyklus, der die methodische Grundlage der QCC-Arbeit bildet.
  • Shopfloor Management, Tägliches Führungssystem, das die Ergebnisse der QCC-Arbeit am Ort der Wertschöpfung sichtbar macht.
  • Gemba, Der Ort des Geschehens, an dem QCC ihre Probleme identifizieren und lösen.
  • A3-Report, Strukturiertes Dokumentationsformat, das die QCC-Ergebnisse zusammenfasst.

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