Lexikon
Forum
Downloads
Shop
Fachmagazin YOKOTEN
Login
Suche

Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

   Zurück

Qualität & Six Sigma

In diesem Kompetenzbereich geht es darum, eine optimale Qualität sicherzustellen, um die Kundenzufriedenheit zu erhalten und zu steigern. Six Sigma ist dafür eine bewährte Methode. Weiterhin finden Sie hier Seminare zu den vielfältigen Themen der Qualitätssicherung.

   Zurück

Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI) transformiert Branchen, revolutioniert Arbeitsweisen und schafft völlig neue Geschäftsmodelle. Mit unserem Weiterbildungsprogramm rüsten wir Sie mit dem notwendigen Wissen und den Werkzeugen aus, um die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen erfolgreich zu gestalten.

   Zurück

Was ist "PQCDSM"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

PQCDSM ist ein Kennzahlen-Framework, das die sechs zentralen Leistungsdimensionen einer Produktion strukturiert: Productivity (Produktivität), Quality (Qualität), Cost (Kosten), Delivery (Liefertreue), Safety (Sicherheit) und Morale (Motivation). Im Rahmen von TPM bildet PQCDSM die Grundlage für das Kennzahlen-Reporting und die Zielentfaltung, es stellt sicher, dass Verbesserungsaktivitäten nicht einseitig auf eine Dimension fokussieren, sondern die gesamte Leistungsfähigkeit der Organisation ausbalanciert verbessern (vgl. May/Schimek 2015, S. 15–18).

Die sechs Dimensionen im Detail

Jede Dimension des PQCDSM-Frameworks wird durch spezifische Kennzahlen operationalisiert, die je nach Unternehmen und Branche variieren können:

  • P, Productivity (Produktivität): Misst die Ausbringungsmenge im Verhältnis zum Ressourceneinsatz. Typische Kennzahlen: OEE, Stück pro Mitarbeiterstunde, Output pro Schicht. Die Produktivität zeigt, wie effizient vorhandene Ressourcen in Wertschöpfung umgewandelt werden.
  • Q, Quality (Qualität): Erfasst die Prozess- und Produktqualität. Typische Kennzahlen: Ausschussrate, Nacharbeitsquote, Reklamationsrate, First-Pass-Yield (Erstdurchlaufquote). Ziel ist die schrittweise Annäherung an Null Fehler.
  • C, Cost (Kosten): Bewertet die Wirtschaftlichkeit der Produktion. Typische Kennzahlen: Herstellkosten pro Stück, Energiekosten pro Einheit, Instandhaltungskosten in Relation zum Anlagenwert, Materialverluste.
  • D, Delivery (Liefertreue): Misst die Fähigkeit, Kundenaufträge termingerecht und vollständig auszuliefern. Typische Kennzahlen: Liefertermintreue, Durchlaufzeit, Bestandsreichweite, Auftragsreichweite.
  • S, Safety (Sicherheit): Erfasst die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz. Typische Kennzahlen: Unfallhäufigkeit, Ausfalltage durch Arbeitsunfälle, Beinahe-Unfälle, Sicherheitsbegehungen pro Monat.
  • M, Morale (Motivation): Bildet die menschliche Seite der Leistungsfähigkeit ab. Typische Kennzahlen: Verbesserungsvorschläge pro Mitarbeiter, Krankenstand, Teilnahme an KVP-Aktivitäten, Qualifikationsmatrix-Erfüllungsgrad.

PQCDSM als Steuerungsinstrument

Der besondere Wert des PQCDSM-Frameworks liegt in seiner Ausgewogenheit. Unternehmen neigen dazu, sich auf einzelne Kennzahlen zu fixieren, etwa die Produktivität oder die Kosten, und dabei andere Dimensionen zu vernachlässigen. PQCDSM verhindert diese Einseitigkeit: Wenn die Produktivität steigt, aber gleichzeitig die Qualität sinkt oder die Unfallzahlen zunehmen, wird dies im PQCDSM-Reporting sofort sichtbar.

Im Shopfloor Management wird PQCDSM häufig auf einem zentralen Board visualisiert. Jede Dimension erhält eine Zeile oder Spalte mit der zugeordneten Kennzahl, dem Soll-Wert und dem aktuellen Ist-Wert. Abweichungen werden farblich markiert, typischerweise rot für „Ziel nicht erreicht“ und grün für „Ziel erreicht“. Diese Visualisierung ermöglicht es dem Produktionsteam, in der täglichen Besprechung auf einen Blick zu erkennen, wo Handlungsbedarf besteht.

Verbindung zur Zielentfaltung

PQCDSM dient nicht nur der operativen Steuerung, sondern auch der strategischen Zielentfaltung. Unternehmensweite Ziele, etwa eine OEE-Steigerung um 5 Prozentpunkte oder eine Halbierung der Unfallrate, werden entlang der PQCDSM-Struktur definiert und auf Werks-, Linien- und Teamebene heruntergebrochen. Dieser Kaskadierungsprozess stellt sicher, dass jedes Team weiß, welchen Beitrag es zu den übergeordneten Zielen leisten soll.

Die Verbindung von PQCDSM und Hoshin Kanri (Zielentfaltung) schafft eine durchgängige Zielsystematik: Strategische Ziele werden in messbare PQCDSM-Kennzahlen übersetzt, regelmäßig überprüft und bei Abweichungen in den KVP-Prozess eingespeist (vgl. May/Schimek 2015, S. 17–18). Dadurch wird sichergestellt, dass Verbesserungsaktivitäten nicht beliebig, sondern strategiekonform priorisiert werden.

Varianten und Erweiterungen

In der Praxis existieren verschiedene Varianten des Frameworks. Manche Unternehmen verwenden PQCDM (ohne Safety, wenn Sicherheit separat gemanagt wird), andere ergänzen ein E für Environment (Umwelt) und arbeiten mit PQCDSME. Einige Organisationen ersetzen Morale durch Management oder Mitarbeiterentwicklung. Die konkrete Ausgestaltung sollte sich an den strategischen Schwerpunkten des Unternehmens orientieren, entscheidend ist, dass alle wesentlichen Leistungsdimensionen abgedeckt sind.

Unabhängig von der gewählten Variante gilt: Jede Dimension sollte mit maximal zwei bis drei Kennzahlen operationalisiert werden. Eine Überfrachtung mit Kennzahlen führt zu Unübersichtlichkeit und verwässert den Fokus. Die Kunst liegt in der Auswahl weniger, aber aussagekräftiger Indikatoren, die das Team tatsächlich beeinflussen kann.

Praxistipp: Führen Sie PQCDSM als feste Struktur Ihres Shopfloor-Boards ein. Beginnen Sie mit einer Kennzahl pro Dimension und erweitern Sie schrittweise. Besprechen Sie die Kennzahlen täglich im Team und achten Sie darauf, dass Abweichungen nicht nur festgestellt, sondern mit konkreten Maßnahmen hinterlegt werden.

Quellenangaben

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 15–18.

Weiterführende Literatur

Leikep, S. (2018): KVP und Transparenz bei Staedtler, in: YOKOTEN 03/2018, S. 30–33.

May, C.; Grombach, A. (2017): TPM und Operational Excellence Reference Model, Teil 2: Die Säulen eins bis fünf, in: YOKOTEN 06/2017, S. 28–30.

Verwandte Konzepte

  • OEE, Kernkennzahl der P-Dimension (Produktivität).
  • Shopfloor Management, Rahmen, in dem PQCDSM-Kennzahlen täglich besprochen werden.
  • Hoshin Kanri, Strategische Zielentfaltung entlang der PQCDSM-Dimensionen.
  • KVP, Kontinuierliche Verbesserung, gesteuert durch PQCDSM-Abweichungen.
  • ZDF, Faktenbasierte Entscheidungen durch Zahlen, Daten und Fakten.
  • TPM, Ganzheitliches Produktivitätskonzept, das PQCDSM als Kennzahlenrahmen nutzt.

Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie geben Einwilligung zu unseren Cookies, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.