PQCDSM ist ein Kennzahlen-Framework, das die sechs zentralen Leistungsdimensionen einer Produktion strukturiert: Productivity (Produktivität), Quality (Qualität), Cost (Kosten), Delivery (Liefertreue), Safety (Sicherheit) und Morale (Motivation). Im Rahmen von TPM bildet PQCDSM die Grundlage für das Kennzahlen-Reporting und die Zielentfaltung, es stellt sicher, dass Verbesserungsaktivitäten nicht einseitig auf eine Dimension fokussieren, sondern die gesamte Leistungsfähigkeit der Organisation ausbalanciert verbessern (vgl. May/Schimek 2015, S. 15–18).
Jede Dimension des PQCDSM-Frameworks wird durch spezifische Kennzahlen operationalisiert, die je nach Unternehmen und Branche variieren können:
Der besondere Wert des PQCDSM-Frameworks liegt in seiner Ausgewogenheit. Unternehmen neigen dazu, sich auf einzelne Kennzahlen zu fixieren, etwa die Produktivität oder die Kosten, und dabei andere Dimensionen zu vernachlässigen. PQCDSM verhindert diese Einseitigkeit: Wenn die Produktivität steigt, aber gleichzeitig die Qualität sinkt oder die Unfallzahlen zunehmen, wird dies im PQCDSM-Reporting sofort sichtbar.
Im Shopfloor Management wird PQCDSM häufig auf einem zentralen Board visualisiert. Jede Dimension erhält eine Zeile oder Spalte mit der zugeordneten Kennzahl, dem Soll-Wert und dem aktuellen Ist-Wert. Abweichungen werden farblich markiert, typischerweise rot für „Ziel nicht erreicht“ und grün für „Ziel erreicht“. Diese Visualisierung ermöglicht es dem Produktionsteam, in der täglichen Besprechung auf einen Blick zu erkennen, wo Handlungsbedarf besteht.
PQCDSM dient nicht nur der operativen Steuerung, sondern auch der strategischen Zielentfaltung. Unternehmensweite Ziele, etwa eine OEE-Steigerung um 5 Prozentpunkte oder eine Halbierung der Unfallrate, werden entlang der PQCDSM-Struktur definiert und auf Werks-, Linien- und Teamebene heruntergebrochen. Dieser Kaskadierungsprozess stellt sicher, dass jedes Team weiß, welchen Beitrag es zu den übergeordneten Zielen leisten soll.
Die Verbindung von PQCDSM und Hoshin Kanri (Zielentfaltung) schafft eine durchgängige Zielsystematik: Strategische Ziele werden in messbare PQCDSM-Kennzahlen übersetzt, regelmäßig überprüft und bei Abweichungen in den KVP-Prozess eingespeist (vgl. May/Schimek 2015, S. 17–18). Dadurch wird sichergestellt, dass Verbesserungsaktivitäten nicht beliebig, sondern strategiekonform priorisiert werden.
In der Praxis existieren verschiedene Varianten des Frameworks. Manche Unternehmen verwenden PQCDM (ohne Safety, wenn Sicherheit separat gemanagt wird), andere ergänzen ein E für Environment (Umwelt) und arbeiten mit PQCDSME. Einige Organisationen ersetzen Morale durch Management oder Mitarbeiterentwicklung. Die konkrete Ausgestaltung sollte sich an den strategischen Schwerpunkten des Unternehmens orientieren, entscheidend ist, dass alle wesentlichen Leistungsdimensionen abgedeckt sind.
Unabhängig von der gewählten Variante gilt: Jede Dimension sollte mit maximal zwei bis drei Kennzahlen operationalisiert werden. Eine Überfrachtung mit Kennzahlen führt zu Unübersichtlichkeit und verwässert den Fokus. Die Kunst liegt in der Auswahl weniger, aber aussagekräftiger Indikatoren, die das Team tatsächlich beeinflussen kann.
Praxistipp: Führen Sie PQCDSM als feste Struktur Ihres Shopfloor-Boards ein. Beginnen Sie mit einer Kennzahl pro Dimension und erweitern Sie schrittweise. Besprechen Sie die Kennzahlen täglich im Team und achten Sie darauf, dass Abweichungen nicht nur festgestellt, sondern mit konkreten Maßnahmen hinterlegt werden.
Leikep, S. (2018): KVP und Transparenz bei Staedtler, in: YOKOTEN 03/2018, S. 30–33.
May, C.; Grombach, A. (2017): TPM und Operational Excellence Reference Model, Teil 2: Die Säulen eins bis fünf, in: YOKOTEN 06/2017, S. 28–30.