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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Qualität & Six Sigma

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Was ist "Pick by Light"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Pick by Light ist ein lichtgesteuertes Kommissionier­system, bei dem Leucht­anzeigen an den Lagerplätzen den Mitarbeiter visuell zum richtigen Entnahme­fach und zur korrekten Entnahme­menge führen. Durch die direkte optische Führung entfallen zeitaufwendige Such­vorgänge und die Fehler­quote bei der Kommissionierung sinkt erheblich. Das Prinzip folgt dem Lean-Grundsatz, Verschwendung durch visuelle Steuerung zu eliminieren und den Mitarbeiter von nicht wertschöpfenden Tätigkeiten zu entlasten.

Funktionsweise

An jedem Lagerfach ist eine Anzeige­einheit montiert, die typischerweise aus einer Signal­leuchte, einem numerischen Display für die Entnahme­menge und einer Quittierungs­taste besteht. Sobald ein Kommissionier­auftrag ausgelöst wird, leuchtet die Anzeige am entsprechenden Fach auf und zeigt die benötigte Stückzahl an. Der Mitarbeiter entnimmt die angezeigte Menge und bestätigt den Vorgang per Tastendruck. Anschließend erlischt die Anzeige, und das nächste Fach signalisiert die folgende Entnahme.

Dieses Prinzip macht den Kommissionier­prozess nahezu papierlos und eliminiert das Lesen von Picklisten oder das Scannen von Barcodes als Zwischen­schritte. Die Steuerung erfolgt über ein Lager­verwaltungs­system, das die Auftrags­daten in Echtzeit an die Fachanzeigen übermittelt. Moderne Systeme unterstützen dabei auch Multi-Order-Picking, bei dem mehrere Aufträge gleichzeitig kommissioniert werden können.

Vorteile gegenüber konventioneller Kommissionierung

Der größte Vorteil von Pick by Light liegt in der drastischen Reduzierung von Greif­fehlern. Studien aus der Intralogistik zeigen, dass licht­geführte Systeme die Fehler­quote auf unter 0,1 % senken können, gegenüber 1–3 % bei papier­basierter Kommissionierung. Gleichzeitig steigt die Kommissionier­leistung, da der Mitarbeiter seine Aufmerksamkeit vollständig auf das Greifen und Ablegen konzentrieren kann, statt Informationen zu suchen und zu interpretieren.

Aus Sicht des Lean Management realisiert Pick by Light mehrere Verbesserungen gleichzeitig: Es reduziert die Verschwendungs­art unnötige Bewegung durch kürzere Suchzeiten, minimiert Fehler und Nacharbeit durch eindeutige visuelle Anweisung und beschleunigt den Informations­fluss durch die digitale Echtzeit­anbindung. Die Einarbeitungs­zeit neuer Mitarbeiter verkürzt sich deutlich, da das System intuitiv verständlich ist und keine umfangreiche Schulung erfordert.

Einsatzbereiche und Integration

Pick by Light eignet sich besonders für Lagerbereiche mit hoher Umschlags­häufigkeit und einer überschaubaren Anzahl von Artikeln pro Zone. Typische Einsatz­gebiete sind die Produktions­versorgung in der Montage, der Versand­bereich im E-Commerce und die Kommissionierung von Kleinteilen in der Automobil­zulieferung. In Kombination mit Kaizen-Aktivitäten lässt sich das System kontinuierlich optimieren, etwa durch Anpassung der Fach­belegung nach dem ABC-Prinzip oder durch Integration von Poka-Yoke-Elementen zur zusätzlichen Fehler­vermeidung.

Die Verbindung mit einem TPM-Konzept stellt sicher, dass die technische Verfügbarkeit der Anzeige­einheiten dauerhaft hoch bleibt. Defekte Leucht­anzeigen oder fehlerhafte Quittierungs­tasten führen unmittelbar zu Prozess­störungen, weshalb eine geplante Wartung der Systemkomponenten in den Instandhaltungs­plan integriert werden sollte.

Abgrenzung zu anderen Kommissionier­verfahren

Pick by Light ist eines von mehreren technisch unterstützten Kommissionier­verfahren. Während Pick by Voice den Mitarbeiter über Sprach­anweisungen per Headset führt und dabei die Hände frei lässt, setzt Pick by Light auf die visuelle Führung direkt am Lagerfach. Pick by Voice eignet sich besonders für großflächige Lager mit weiten Laufwegen, während Pick by Light seine Stärken in kompakten Kommissionier­zonen mit vielen Griffen pro Laufmeter ausspielt.

Pick by Vision mit Daten­brillen kombiniert beide Ansätze, indem es visuelle Informationen ins Blickfeld des Mitarbeiters einblendet. Allerdings sind die Investitions­kosten höher und die Akzeptanz bei den Mitarbeitern nicht immer gegeben. In der Praxis wählen viele Unternehmen eine Kombination verschiedener Verfahren: Pick by Light für die schnelldrehenden A-Artikel in der Kernzone und konventionelle Verfahren für die langsamdrehenden C-Artikel in den Randbereichen. Die Entscheidung sollte stets auf Basis einer Wertstrom­analyse des Kommissionier­prozesses getroffen werden, um den größten Hebel für die Verbesserung zu identifizieren.

Praxistipp: Beginnen Sie die Einführung von Pick by Light in der Zone mit der höchsten Fehler­quote oder den meisten Griffen pro Stunde. Messen Sie vor und nach der Installation die Kommissionier­leistung und die Fehler­rate, um den Nutzen zu belegen. Nutzen Sie die gewonnenen Daten als Grundlage für die schrittweise Ausweitung auf weitere Lagerbereiche.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 160–165.

Verwandte Konzepte

  • Lean Management, Führungsphilosophie, deren Prinzip der Verschwendungs­reduzierung durch Pick by Light umgesetzt wird.
  • TPM, Ganzheitlicher Ansatz zur Sicherung der Anlagen­verfügbarkeit, der auch die Kommissionier­technik einschließt.
  • Kaizen, Kontinuierliche Verbesserung, die das Pick-by-Light-System durch Fachbelegungs­optimierung weiterentwickelt.
  • SMED, Schnelles Rüsten, das analog zur schnellen Kommissionierung auf Zeitreduzierung durch Standardisierung zielt.
  • Shopfloor Management, Tägliche Führung am Ort der Wertschöpfung, die Abweichungen im Kommissionier­prozess sofort sichtbar macht.

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