One Point Lesson (OPL), auf Deutsch Einpunktlektion, ist eine kurze, visuell aufbereitete Schulungsunterlage, die genau einen einzelnen Lernpunkt vermittelt. Eine OPL passt typischerweise auf eine einzige DIN-A4-Seite und kann in fünf bis zehn Minuten durchgesprochen werden. Als Werkzeug des TPM dient sie der schnellen, praxisnahen Wissensvermittlung direkt am Arbeitsplatz.
Das Besondere an der One Point Lesson ist ihre bewusste Beschränkung auf einen einzigen Lerninhalt. Während klassische Schulungsunterlagen oft umfangreiche Themen abdecken, konzentriert sich die OPL auf exakt ein Thema, etwa die korrekte Schmierung einer bestimmten Lagerstelle, die Bedeutung eines Warnhinweises am Maschinenpanel oder den richtigen Umgang mit einem Messwerkzeug.
Eine typische OPL enthält folgende Elemente:
May und Schimek unterscheiden drei Typen von One Point Lessons:
Die One Point Lesson ist ein zentrales Schulungswerkzeug in der Autonomen Instandhaltung. In den ersten Schritten der Autonomen Instandhaltung lernen Maschinenbediener, ihre Anlagen eigenständig zu reinigen, zu inspizieren und kleinere Wartungsarbeiten durchzuführen. OPLs ermöglichen es, dieses Wissen Schritt für Schritt aufzubauen, jeweils ein Lernpunkt, direkt an der Maschine, im Rahmen einer Kurzschulung.
Darüber hinaus werden OPLs in der Säule Kompetenzmanagement eingesetzt, um systematisch Qualifikationslücken zu schließen. Eine Qualifikationsmatrix zeigt, welche Fähigkeiten jeder Mitarbeiter besitzt und wo Schulungsbedarf besteht. Die OPL ist dann das konkrete Medium, mit dem diese Schulungen effizient durchgeführt werden.
Der Erstellungsprozess einer OPL ist bewusst niedrigschwellig gestaltet. Idealerweise erstellt der Mitarbeiter die OPL selbst, der das Thema am besten beherrscht oder ein Problem gelöst hat. Eine Vorlage mit den Feldern Titel, Kategorie, Skizzenbereich und Erläuterungsfeld vereinfacht die Erstellung. Handschriftliche Zeichnungen sind ausdrücklich erwünscht, Perfektion ist nicht das Ziel, sondern die schnelle und verständliche Vermittlung des Lerninhalts.
Die Schulung selbst findet typischerweise im Rahmen von Teambesprechungen, Schichtübergaben oder Shopfloor-Management-Runden statt. Der Ersteller präsentiert die OPL dem Team, demonstriert den Sachverhalt an der Maschine und beantwortet Fragen. Nach der Schulung wird die OPL an einem zentralen Ort aufbewahrt, etwa in einem OPL-Ordner am Arbeitsplatz, und dient als Nachschlagewerk.
Praxistipp: Setzen Sie sich das Ziel, pro Monat und Team mindestens zwei bis drei OPLs zu erstellen. Nicht die Quantität, sondern die Regelmäßigkeit ist entscheidend. Halten Sie die OPLs bewusst einfach, eine Skizze und drei Sätze reichen oft aus, um einen wichtigen Lernpunkt festzuhalten.