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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Was ist "Nivellierte Produktion"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Nivellierte Produktion (japanisch: Heijunka) bezeichnet die gleichmäßige Verteilung des Produktionsvolumens und des Produktmixes über einen definierten Zeitraum, um Schwankungen in der Fertigung zu minimieren und einen stabilen, vorhersagbaren Produktionsfluss zu erzeugen. Das Konzept ist ein zentrales Element des Toyota-Produktionssystems und bildet die Grundlage für die Realisierung von Just-in-Time-Fertigung (vgl. May und Schimek 2015, S. 77–79).

Warum Nivellierung notwendig ist

In vielen Unternehmen richtet sich die Produktion direkt nach dem eingehenden Kundenauftrag. Bestellt ein Großkunde am Montag 500 Stück von Produkt A, werden am Dienstag 500 Stück A gefertigt. Bestellt ein anderer Kunde am Mittwoch 200 Stück Produkt B und 300 Stück Produkt C, werden diese am Donnerstag und Freitag produziert. Das Ergebnis ist eine stark schwankende Auslastung mit Spitzenbelastungen, die Überstunden und Eillieferungen erfordern, und Leerperioden, in denen Kapazitäten ungenutzt bleiben.

Diese Schwankungen pflanzen sich durch die gesamte Lieferkette fort und verstärken sich dabei, ein Effekt, der als Peitscheneffekt (Bullwhip Effect) bekannt ist. Vorgelagerte Prozesse und Zulieferer müssen entweder große Pufferbestände vorhalten oder selbst mit extremen Auslastungsschwankungen umgehen. Beides verursacht erhebliche Kosten und widerspricht den Prinzipien schlanker Produktion.

Volumen- und Mix-Nivellierung

Die Nivellierung erfolgt in zwei Dimensionen, die aufeinander aufbauen:

  • Volumen-Nivellierung: Die Gesamtproduktionsmenge wird gleichmäßig über den Planungszeitraum verteilt. Statt in einer Woche 1.000 Stück und in der nächsten 200 Stück zu fertigen, werden täglich konstant 240 Stück produziert. Schwankungen im Kundenbedarf werden durch ein kleines Fertigwarenlager ausgeglichen.
  • Mix-Nivellierung: Die verschiedenen Produktvarianten werden nicht in großen Losen nacheinander gefertigt, sondern in einer gleichmäßigen Reihenfolge über den Tag verteilt. Wenn ein Unternehmen drei Produkte im Verhältnis 4:2:1 fertigt, produziert es idealerweise die Sequenz A-A-B-A-A-B-C wiederholt, statt erst alle A, dann alle B und schließlich alle C zu fertigen.

Die Mix-Nivellierung ist anspruchsvoller als die reine Volumen-Nivellierung, da sie kurze Rüstzeiten und flexible Fertigungssysteme voraussetzt. Deshalb ist die SMED-Methode (Single Minute Exchange of Die) eine unverzichtbare Voraussetzung für eine wirkungsvolle Nivellierung. Nur wenn der Wechsel zwischen Produktvarianten schnell und ohne Qualitätseinbußen erfolgt, sind kleine Losgrößen wirtschaftlich realisierbar.

Die Heijunka-Box

Das klassische Werkzeug zur visuellen Steuerung der nivellierten Produktion ist die Heijunka-Box (Heijunka-Tafel). Dabei handelt es sich um ein Regal oder eine Wandtafel mit einer Matrix aus Fächern. Die Zeilen repräsentieren die verschiedenen Produktvarianten, die Spalten die Zeitintervalle (häufig im Stundentakt oder Schichttakt). In jedem Fach steckt eine Kanban-Karte, die den Fertigungsauftrag für diese Variante in diesem Zeitfenster auslöst.

Die Heijunka-Box macht den nivellierten Produktionsplan physisch sichtbar und greifbar. Mitarbeiter sehen auf einen Blick, welches Produkt als Nächstes gefertigt wird. Abweichungen vom Plan, etwa durch fehlende Kanban-Karten oder unbearbeitete Fächer, werden sofort erkennbar. Damit ist die Heijunka-Box ein Instrument des Visuellen Managements, das die abstrakte Planungslogik in eine konkrete, handhabbare Form übersetzt.

Voraussetzungen und Herausforderungen

Die Einführung einer nivellierten Produktion stellt hohe Anforderungen an die Fertigungsorganisation. Neben kurzen Rüstzeiten sind stabile Prozesse eine Grundvoraussetzung: Wenn Maschinen häufig ausfallen oder Qualitätsprobleme auftreten, kann der nivellierte Plan nicht eingehalten werden. Deshalb ist TPM als Basis für hohe Anlagenverfügbarkeit eine wesentliche Voraussetzung.

Eine weitere Herausforderung liegt im Umdenken der Planungslogik. Traditionelle Fertigungssteuerungen optimieren auf große Lose, um Rüstkosten zu minimieren und Maschinenauslastung zu maximieren. Die Nivellierung verfolgt dagegen das Ziel kleiner Lose und häufiger Wechsel. Dieser Paradigmenwechsel erfordert die Überzeugung des Managements, dass die Vorteile der Nivellierung, niedrigere Bestände, kürzere Durchlaufzeiten und höhere Flexibilität, die scheinbar höheren Rüstkosten mehr als kompensieren (vgl. May und Schimek 2015, S. 78–79).

Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette

Die Nivellierung entfaltet ihre größte Wirkung, wenn sie über die eigene Fertigung hinaus auf die gesamte Wertschöpfungskette ausgedehnt wird. Ein nivellierter Produktionsplan erzeugt gleichmäßige Materialabräufe, die es Zulieferern ermöglichen, ihrerseits gleichmäßig zu produzieren und zu liefern. Dies reduziert den Peitscheneffekt und senkt die Bestände in der gesamten Lieferkette.

Im Toyota-Produktionssystem ist die Nivellierung das Fundament, auf dem Just-in-Time-Lieferung aufbaut. Ohne eine gleichmäßige Abnahme kann kein Zulieferer zuverlässig genau die richtige Menge zum richtigen Zeitpunkt bereitstellen. Nivellierung schafft die Vorhersagbarkeit, die Just-in-Time erst ermöglicht.

Praxistipp: Beginnen Sie mit der Volumen-Nivellierung, indem Sie die tägliche Produktionsmenge über den Monat gleichmäßig verteilen. Reduzieren Sie parallel die Rüstzeiten mit SMED, um anschließend die Mix-Nivellierung schrittweise einzuführen. Eine Heijunka-Box an der Fertigungslinie macht den nivellierten Plan für alle sichtbar und steuerbar.

Quellenangaben

May, C. und Schimek, P. (2015): Total Productive Management. Grundlagen und Einführung von TPM, oder wie Sie Operational Excellence erreichen. 6. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 77–79.

Weiterführende Literatur

Liker, J. K. (2004): The Toyota Way. 14 Management Principles from the World’s Greatest Manufacturer. McGraw-Hill, New York, S. 113–127.

Verwandte Konzepte

  • Toyota-Produktionssystem, Gesamtsystem, in dem die Nivellierung als Fundament für stabile Produktionsflüsse dient.
  • Just-in-Time, Bedarfsgerechte Fertigung, die auf einer nivellierten Produktion als Voraussetzung aufbaut.
  • SMED, Schnellrüstmethodik, die kurze Rüstzeiten für kleine Losgrößen und Mix-Nivellierung ermöglicht.
  • Kanban, Pull-Steuerung, die in Kombination mit der Heijunka-Box die nivellierte Fertigung auslöst.
  • TPM, Stabile Anlagenverfügbarkeit als Grundvoraussetzung für die Einhaltung nivellierter Pläne.
  • Visuelles Management, Die Heijunka-Box als visuelles Steuerungsinstrument für die nivellierte Produktion.

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