Lexikon
Forum
Downloads
Shop
Fachmagazin YOKOTEN
Login
Suche

Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

   Zurück

Qualität & Six Sigma

In diesem Kompetenzbereich geht es darum, eine optimale Qualität sicherzustellen, um die Kundenzufriedenheit zu erhalten und zu steigern. Six Sigma ist dafür eine bewährte Methode. Weiterhin finden Sie hier Seminare zu den vielfältigen Themen der Qualitätssicherung.

   Zurück

Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI) transformiert Branchen, revolutioniert Arbeitsweisen und schafft völlig neue Geschäftsmodelle. Mit unserem Weiterbildungsprogramm rüsten wir Sie mit dem notwendigen Wissen und den Werkzeugen aus, um die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen erfolgreich zu gestalten.

   Zurück

Was ist "Muda"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Muda ist der japanische Begriff für Verschwendung und bezeichnet im Kontext von Lean Management und TPM alle Aktivitäten und Ressourcenverbäuche, die keinen Wert aus Kundensicht schaffen. Gemeinsam mit Mura (Ungleichmäßigkeit) und Muri (Überlastung) bildet Muda die drei „M“ des Toyota-Produktionssystems, die es systematisch zu beseitigen gilt (vgl. Roser 2015, S. 23–25). Im Kern geht es darum, den Anteil wertschöpfender Tätigkeiten, also jener Aktivitäten, für die der Kunde bereit ist zu zahlen, konsequent zu erhöhen.

Die sieben Verschwendungsarten

Taiichi Ohno, einer der Architekten des Toyota-Produktionssystems, identifizierte sieben grundlegende Verschwendungsarten, die in nahezu jedem Unternehmen vorkommen:

  • Überproduktion: Es wird mehr produziert als der Kunde nachfragt. Diese Verschwendungsart gilt als die gravierendste, weil sie alle anderen Verschwendungsarten nach sich zieht.
  • Bestände: Überhöhte Lagerbestände binden Kapital, verbrauchen Fläche und verbergen Prozessprobleme.
  • Transport: Unnötiger Materialtransport zwischen Arbeitsstationen erhöht die Durchlaufzeit, ohne Wert zu schaffen.
  • Bewegung: Unnötige Bewegungen der Mitarbeiter, etwa durch ungünstige Arbeitsplatzgestaltung, kosten Zeit und Kraft.
  • Warten: Stillstandszeiten, in denen Mitarbeiter oder Maschinen auf Material, Informationen oder Freigaben warten.
  • Fehlerhafte Prozesse: Überflüssige Bearbeitungsschritte oder ungeeignete Technologien, die über das hinausgehen, was der Kunde erwartet.
  • Nacharbeit und Ausschuss: Fehlerhafte Teile, die korrigiert oder verschrottet werden müssen.

Muda Typ 1 und Typ 2

In der Lean-Praxis wird zwischen zwei Typen von Muda unterschieden: Muda Typ 1 umfasst nicht-wertschöpfende Aktivitäten, die unter den gegebenen Bedingungen derzeit noch notwendig sind, beispielsweise Qualitätsprüfungen, die erst entfallen können, wenn der Prozess stabilisiert ist. Muda Typ 2 bezeichnet reine Verschwendung, die sofort eliminiert werden kann und sollte, etwa unnötige Wartezeiten oder doppelte Dateneingaben.

Für die Identifikation von Muda im Arbeitsalltag hat sich die direkte Beobachtung am Gemba bewährt. Wer mit geschultem Blick den realen Arbeitsprozess verfolgt, erkennt Verschwendung schnell, oft verbirgt sie sich in scheinbar selbstverständlichen Routinen. Werkzeuge wie die Wertstromanalyse und Makigami machen Verschwendung in der Produktion und in administrativen Prozessen sichtbar.

Muda, Mura und Muri

Muda lässt sich nicht isoliert betrachten. Ungleichmäßigkeit (Mura) in den Auftragseingbängen führt zu Überlastung (Muri) in Spitzenzeiten und zu Leerlauf in ruhigen Phasen, beides erzeugt Verschwendung. Toyota begegnet diesem Zusammenspiel durch Heijunka (Produktionsnivellierung) und Pull-Produktion, die dafür sorgen, dass nur produziert wird, was der nachgelagerte Prozess tatsächlich benötigt (vgl. Roser 2015, S. 23–27).

Praxishinweis: In vielen Unternehmen liegt der wertschöpfende Anteil der Arbeitszeit bei nur 5 bis 25 %. 5A/5S und Shopfloor Management sind bewährte Einstiegsmethoden, um Verschwendung sichtbar zu machen und erste Verbesserungen zu erzielen.

Quellenangaben

Roser, C. (2015): Muda, Mura, Muri, in: YOKOTEN 05/2015, S. 23–27.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden.

OJT Solutions (2019): Toyotas Geheimrezepte für die Problemlösung. CETPM Publishing, Herrieden.

Verwandte Konzepte

  • Verschwendung, Der deutsche Begriff für Muda.
  • Mura, Ungleichmäßigkeit als Ursache von Verschwendung.
  • Muri, Überlastung von Mensch und Maschine.
  • Wertstromanalyse, Methode zur Visualisierung von Wertschöpfung und Verschwendung.
  • Gemba, Ort der Wertschöpfung, an dem Verschwendung beobachtet wird.
  • Heijunka, Produktionsnivellierung zur Vermeidung von Mura und Muda.

Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie geben Einwilligung zu unseren Cookies, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.