KPI (Key Performance Indicator) bezeichnet eine Schlüsselkennzahl, die den Fortschritt einer Organisation bei der Erreichung ihrer strategischen und operativen Ziele messbar macht. Im Rahmen von TPM werden KPIs in sechs Zielkategorien gruppiert, die als PQCDSM bekannt sind: Produktivität (P), Qualität (Q), Kosten (C), Lieferservice (D), Sicherheit und Umwelt (S) sowie Motivation (M). Diese systematische Gliederung stellt sicher, dass die Unternehmensleistung ganzheitlich und nicht nur aus einer einzelnen Perspektive betrachtet wird (vgl. May/Schimek 2015, S. 16–18).
Die sechs Kategorien bilden das Grundgerüst für das Kennzahlensystem im TPM-Kontext:
In einer wirksamen KPI-Systematik werden die übergeordneten Unternehmensziele in eine Kaskade von Bereichs-, Abteilungs- und Teamzielen heruntergebrochen. Wenn irgend möglich, sollte die unterste Stufe der Zielkaskade die Ziele von einzelnen Personen oder Teams darstellen, die zusammengenommen ihren jeweiligen Anteil zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen. Auf diese Weise wird für jeden Einzelnen sichtbar, wie sein Beitrag zum Gesamtergebnis aussieht (vgl. May/Schimek 2015, S. 126–127).
Die OEE (Overall Equipment Effectiveness) ist ein besonders weit verbreiteter KPI in produktiven Bereichen. Sie misst die tatsächliche Auslastung einer Anlage im Verhältnis zu ihrer theoretisch möglichen Leistung und setzt sich aus den drei Faktoren Verfügbarkeit, Leistung und Qualität zusammen.
KPIs sind wirksam, wenn sie einige Grundregeln erfüllen: Sie müssen messbar, beeinflussbar und für die Beteiligten verständlich sein. Visualisierung spielt dabei eine entscheidende Rolle, Kennzahlen, die auf Teamboards oder an Anlagen sichtbar dargestellt werden, ermöglichen sofortiges Erkennen von Abweichungen und schnelle Reaktion (vgl. Roser 2016, S. 26–29).
Dennoch sollte man Operational Excellence nicht nur an Kennzahlen festmachen. Übergeordnete Ziele wie Innovationskraft, Mitarbeiterzufriedenheit oder die Anpassungsfähigkeit eines Unternehmens lassen sich nicht immer anhand von Kennzahlen messen. Deshalb ist es wichtig, dass alle Beteiligten die Fähigkeit entwickeln, auch jenseits der Kennzahlen Abweichungen und Veränderungen zu erkennen und darauf zu reagieren (vgl. Roser 2015, S. 22–25).
Praxisregel: Wenige, aussagekräftige KPIs sind besser als viele. Ein überfrachtetes Kennzahlensystem führt zu Intransparenz und lähmt die Entscheidungsfindung. Die PQCDSM-Struktur gibt einen bewährten Rahmen vor, innerhalb dessen jede Organisation die für sie relevanten Kennzahlen auswählt.
Roser, C. (2016): Richtig messen, in: YOKOTEN 01/2016, S. 26–29.
Roser, C. (2015): Mit Vorsicht zu genießen, in: YOKOTEN 06/2015, S. 22–25.
Leikep, S. (2018): Mehr Effizienz durch Transparenz, Kennzahlen visualisieren KVP-Erfolge bei Staedtler, in: YOKOTEN 03/2018, S. 30–33.