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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Was ist "KPI"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

KPI (Key Performance Indicator) bezeichnet eine Schlüsselkennzahl, die den Fortschritt einer Organisation bei der Erreichung ihrer strategischen und operativen Ziele messbar macht. Im Rahmen von TPM werden KPIs in sechs Zielkategorien gruppiert, die als PQCDSM bekannt sind: Produktivität (P), Qualität (Q), Kosten (C), Lieferservice (D), Sicherheit und Umwelt (S) sowie Motivation (M). Diese systematische Gliederung stellt sicher, dass die Unternehmensleistung ganzheitlich und nicht nur aus einer einzelnen Perspektive betrachtet wird (vgl. May/Schimek 2015, S. 16–18).

PQCDSM, die sechs Zielkategorien

Die sechs Kategorien bilden das Grundgerüst für das Kennzahlensystem im TPM-Kontext:

  • P, Produktivität (Productivity): Kennzahlen wie OEE (Overall Equipment Effectiveness), Stückzahl pro Zeiteinheit oder Durchlaufzeit messen die Effizienz der Leistungserstellung.
  • Q, Qualität (Quality): Fehlerquote, Ausschussrate, Reklamationsquote oder First-Pass-Yield zeigen die Güte der Ergebnisse.
  • C, Kosten (Cost): Stückkosten, Instandhaltungskosten je Einheit oder Energieverbrauch machen die Wirtschaftlichkeit transparent.
  • D, Lieferservice (Delivery): Liefertreue, Termineinhaltung und Durchlaufzeiten bewerten die Zuverlässigkeit gegenüber dem Kunden.
  • S, Sicherheit und Umwelt (Safety): Unfallhäufigkeit, Beinahe-Unfälle, Umweltvorfälle und Energieeffizienz sichern ein verantwortungsvolles Arbeitsumfeld.
  • M, Motivation (Morale): Verbesserungsvorschläge, Teilnahme an Schulungen, Fluktuation und Krankenstand geben Aufschluss über das Engagement der Mitarbeiter.

Zielkaskade und KPI-Systematik

In einer wirksamen KPI-Systematik werden die übergeordneten Unternehmensziele in eine Kaskade von Bereichs-, Abteilungs- und Teamzielen heruntergebrochen. Wenn irgend möglich, sollte die unterste Stufe der Zielkaskade die Ziele von einzelnen Personen oder Teams darstellen, die zusammengenommen ihren jeweiligen Anteil zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen. Auf diese Weise wird für jeden Einzelnen sichtbar, wie sein Beitrag zum Gesamtergebnis aussieht (vgl. May/Schimek 2015, S. 126–127).

Die OEE (Overall Equipment Effectiveness) ist ein besonders weit verbreiteter KPI in produktiven Bereichen. Sie misst die tatsächliche Auslastung einer Anlage im Verhältnis zu ihrer theoretisch möglichen Leistung und setzt sich aus den drei Faktoren Verfügbarkeit, Leistung und Qualität zusammen.

KPIs richtig einsetzen

KPIs sind wirksam, wenn sie einige Grundregeln erfüllen: Sie müssen messbar, beeinflussbar und für die Beteiligten verständlich sein. Visualisierung spielt dabei eine entscheidende Rolle, Kennzahlen, die auf Teamboards oder an Anlagen sichtbar dargestellt werden, ermöglichen sofortiges Erkennen von Abweichungen und schnelle Reaktion (vgl. Roser 2016, S. 26–29).

Dennoch sollte man Operational Excellence nicht nur an Kennzahlen festmachen. Übergeordnete Ziele wie Innovationskraft, Mitarbeiterzufriedenheit oder die Anpassungsfähigkeit eines Unternehmens lassen sich nicht immer anhand von Kennzahlen messen. Deshalb ist es wichtig, dass alle Beteiligten die Fähigkeit entwickeln, auch jenseits der Kennzahlen Abweichungen und Veränderungen zu erkennen und darauf zu reagieren (vgl. Roser 2015, S. 22–25).

Praxisregel: Wenige, aussagekräftige KPIs sind besser als viele. Ein überfrachtetes Kennzahlensystem führt zu Intransparenz und lähmt die Entscheidungsfindung. Die PQCDSM-Struktur gibt einen bewährten Rahmen vor, innerhalb dessen jede Organisation die für sie relevanten Kennzahlen auswählt.

Quellenangaben

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 16–18, 126–127.

Roser, C. (2016): Richtig messen, in: YOKOTEN 01/2016, S. 26–29.

Roser, C. (2015): Mit Vorsicht zu genießen, in: YOKOTEN 06/2015, S. 22–25.

Weiterführende Literatur

Koch, A. (2021): OEE für das Produktionsteam. 4. korr. Aufl., Deutscher Management Verlag, Herrieden.

OJT Solutions Inc. (2017): Toyotas Geheimrezepte für die Mitarbeiterentwicklung. Übers. v. M. Furukawa-Caspary, CETPM Publishing, Herrieden., Kapitel 1 behandelt u. a. das Verhältnis von Ergebnis- und Prozessorientierung sowie die Rolle von Zielen und Verbesserungsvorschlägen (Motivation) im Kontext der Mitarbeiterentwicklung.

Leikep, S. (2018): Mehr Effizienz durch Transparenz, Kennzahlen visualisieren KVP-Erfolge bei Staedtler, in: YOKOTEN 03/2018, S. 30–33.

Verwandte Konzepte

  • OEE, Zentraler KPI für die Anlageneffektivität in der Kategorie Produktivität.
  • Verluste, 16 Verlustarten, deren Reduktion durch KPIs messbar wird.
  • Fokussierte Verbesserung, KPIs zeigen den Erfolg der Verbesserungsaktivitäten.
  • Standardisierung, Standards als Referenzpunkt für Kennzahlen.
  • Operational Excellence, Übergeordnetes Ziel, das PQCDSM-Kennzahlen verfolgen.
  • MTBF, Kennzahl der Instandhaltung in der Kategorie Produktivität.
  • Mitarbeiterentwicklung, Engagement-KPIs in der Kategorie Motivation.

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