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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Qualität & Six Sigma

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Was ist "Ji Kotei Kanketsu"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Ji Kotei Kanketsu (JKK) ist ein japanisches Qualitäts­prinzip, das wörtlich „Abschluss im eigenen Prozess“ bedeutet. Damit ist gemeint, dass jeder Prozessschritt seine Qualität selbst­ständig sicherstellt, bevor er das Werkstück oder die Information an den nächsten Schritt weitergibt. Das Ziel: Kein fehlerhaftes Ergebnis verlässt den eigenen Verantwortungs­bereich. JKK verwirklicht damit das Lean-Prinzip QiP (Qualität im Prozess) auf der Ebene des einzelnen Mitarbeiters.

Grundprinzip: Qualität an der Quelle

Traditionelle Qualitäts­sicherung basiert auf Endkontrollen: Das fertige Produkt wird geprüft und fehlerhafte Einheiten werden aussortiert. Dieses Vorgehen ist teuer und langsam, da Fehler erst spät entdeckt werden und der gesamte Wertschöpfungs­aufwand bis zur Endkontrolle verloren geht. Ji Kotei Kanketsu kehrt diesen Ansatz um: Die Qualitäts­verantwortung wird dorthin verlagert, wo der Fehler entsteht, an den einzelnen Prozessschritt.

Konkret bedeutet das, dass jeder Mitarbeiter drei Aufgaben in seinen Arbeitsablauf integriert: Erstens prüft er die eingehenden Teile oder Informationen, bevor er mit der Bearbeitung beginnt. Zweitens führt er seinen Arbeitsschritt gemäß der Standardarbeit aus. Drittens kontrolliert er das Ergebnis seiner Arbeit, bevor er es an den Folgeprozess weitergibt. So entsteht ein lückenloser Qualitäts­kreislauf innerhalb jedes einzelnen Prozessschrittes.

JKK und das Prinzip des internen Kunden

Ji Kotei Kanketsu ist eng mit dem Konzept des internen Kunden verknüpft. Jeder Folgeprozess wird als Kunde betrachtet, der einwandfreie Qualität verdient. Der vorgelagerte Prozess übernimmt die Verantwortung, nur fehlerfreie Ergebnisse weiterzugeben, so wie ein Lieferant gegenüber seinem externen Kunden. Dieses Denken verändert die Haltung der Mitarbeiter grundlegend: Statt Fehler als Aufgabe der Qualitäts­abteilung zu sehen, übernimmt jeder Einzelne Verantwortung für die Qualität seiner Arbeit.

Im Problemfall wird die Produktion sofort gestoppt, der Fehler analysiert und die Ursache beseitigt, bevor die Fertigung fortgesetzt wird. Dieses als Jidoka bekannte Prinzip ergänzt JKK auf technischer Ebene: Während JKK die menschliche Verantwortung betont, sorgt Jidoka dafür, dass Maschinen automatisch anhalten, wenn eine Abweichung erkannt wird.

Umsetzung im Alltag

Die praktische Umsetzung von JKK erfordert klare Prüfstandards an jedem Arbeitsplatz. Im Standard­arbeits­blatt werden die Qualitäts­prüfpunkte eindeutig markiert und die Prüfkriterien festgelegt. Der Mitarbeiter weiß genau, was er wann und wie prüfen muss. Visuelle Hilfsmittel wie Grenzmäster, Farbmarkierungen oder Prüfschablonen unterstützen die schnelle und sichere Beurteilung.

Im Shopfloor Management werden Qualitäts­abweichungen täglich besprochen und Maßnahmen eingeleitet. Entscheidend ist die Kultur des offenen Umgangs mit Fehlern: Nur wenn Mitarbeiter Fehler melden dürfen, ohne Sanktionen zu befürchten, funktioniert JKK. Die Führungs­kraft unterstützt das Team bei der Ursachen­analyse und stellt sicher, dass der Standard entsprechend angepasst wird.

JKK in administrativen Prozessen

Das Prinzip von Ji Kotei Kanketsu lässt sich über die Produktion hinaus auch auf administrative und wissens­basierte Prozesse übertragen. In der Auftrags­bearbeitung bedeutet JKK beispielsweise, dass jeder Sachbearbeiter die Vollständigkeit und Richtigkeit seiner Eingaben prüft, bevor er den Vorgang weiterleitet. In der Konstruktion stellt JKK sicher, dass Zeichnungen und Spezifikationen vor der Freigabe auf Fehler geprüft werden. Durch die konsequente Anwendung dieses Prinzips in allen Unternehmensbereichen sinkt die Gesamt­fehlerquote erheblich, da Fehler nicht mehr unbemerkt durch mehrere Prozess­stufen wandern und sich dabei potenzieren können.

Praxistipp: Führen Sie an jedem Arbeitsplatz eine einfache Checkliste mit maximal fünf Qualitäts­prüfpunkten ein. Schulen Sie die Mitarbeiter, fehlerhafte Eingangsteile zurückzuweisen, und visualisieren Sie Qualitäts­kennzahlen direkt am Arbeitsplatz. Die Regel lautet: Keinen Fehler annehmen, keinen Fehler machen, keinen Fehler weitergeben.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden.

OJT Solutions (2017): Toyotas Geheimrezepte für die Mitarbeiterentwicklung. CETPM Publishing, Herrieden.

Verwandte Konzepte

  • QiP, Qualität im Prozess als übergeordnetes Prinzip, das JKK auf Prozessebene umsetzt.
  • Standardarbeit, Definierte Arbeitsabläufe mit integrierten Qualitätsprüfpunkten.
  • TPM, Ganzheitlicher Managementansatz, dessen Qualitätssäule auf JKK aufbaut.
  • Kaizen, Kontinuierliche Verbesserung, die durch JKK auf Qualitätsprobleme fokussiert wird.
  • Lean Management, Führungsphilosophie mit dem Grundsatz, Qualität einzubauen statt zu erprüfen.

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