Lexikon
Forum
Downloads
Shop
Fachmagazin YOKOTEN
Login
Suche

Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

   Zurück

Qualität & Six Sigma

In diesem Kompetenzbereich geht es darum, eine optimale Qualität sicherzustellen, um die Kundenzufriedenheit zu erhalten und zu steigern. Six Sigma ist dafür eine bewährte Methode. Weiterhin finden Sie hier Seminare zu den vielfältigen Themen der Qualitätssicherung.

   Zurück

Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI) transformiert Branchen, revolutioniert Arbeitsweisen und schafft völlig neue Geschäftsmodelle. Mit unserem Weiterbildungsprogramm rüsten wir Sie mit dem notwendigen Wissen und den Werkzeugen aus, um die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen erfolgreich zu gestalten.

   Zurück

Was ist "DFMA (Design for Manufacturing and Assembly)"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

DFMA (Design for Manufacturing and Assembly) ist ein systematischer Produktentwicklungsansatz, der Fertigungs- und Montage­anforderungen bereits in der Konstruktionsphase berücksichtigt. DFMA vereint zwei eng verwandte Methoden: DFM (Design for Manufacturing) optimiert die Herstellbarkeit einzelner Bauteile, während DFA (Design for Assembly) die Montagefreundlichkeit des Gesamtprodukts verbessert. Das Ziel ist, Produkte so zu gestalten, dass sie mit möglichst wenigen Teilen, einfachen Fertigungsverfahren und minimalen Montageschritten hergestellt werden können, ohne dabei die Funktionalität einzuschränken (vgl. Boothroyd et al. 2011, S. 1–5).

Grundprinzipien von DFM und DFA

Design for Manufacturing zielt darauf ab, die Fertigungs­komplexität jedes einzelnen Bauteils zu reduzieren. Dazu gehören die Wahl fertigungsgerechter Geometrien, die Vermeidung enger Toleranzen, wo sie funktional nicht erforderlich sind, und die Auswahl von Werkstoffen, die sich wirtschaftlich verarbeiten lassen. Jede Designentscheidung wird an der Frage gemessen, ob sie die Herstellkosten erhöht oder senkt und ob sie die Prozesssicherheit in der Fertigung unterstützt.

Design for Assembly konzentriert sich auf die Frage, wie viele Teile ein Produkt tatsächlich benötigt und wie einfach sie zusammengefügt werden können. Die DFA-Analyse beginnt mit einer kritischen Prüfung jedes Einzelteils: Muss es sich relativ zu anderen Teilen bewegen? Muss es aus einem anderen Material bestehen? Muss es für Wartung oder Montage trennbar sein? Kann keine dieser Fragen bejaht werden, ist das Teil ein Kandidat für die Integration in ein benachbartes Bauteil (vgl. Boothroyd et al. 2011, S. 72–78).

Teile­reduktion als Schlüsselhebel

Die Reduktion der Teilezahl ist der wirkungsvollste Hebel von DFMA. Weniger Teile bedeuten weniger Montageschritte, weniger Lagerplätze, weniger Lieferanten, weniger Qualitätsprobleme und niedrigere Gesamtkosten. In der Praxis zeigen Fallstudien immer wieder, dass historisch gewachsene Produktdesigns 30 bis 60 % mehr Einzelteile enthalten, als funktional notwendig wären. Eine systematische DFMA-Analyse kann diese überflüssigen Teile identifizieren und durch Bauteilintegration, Multifunktionsteile oder Änderung des Fertigungs­verfahrens eliminieren.

Die Wirkung der Teile­reduktion auf die Montagezeit ist überproportional: Jedes wegfallende Teil spart nicht nur seinen eigenen Montageschritt, sondern auch die zugehörige Handhabung, Ausrichtung, Prüfung und Dokumentation. Zudem sinkt die Fehler­wahrschein­lichkeit, da weniger Schnittstellen weniger potenzielle Fehlerquellen bedeuten. Dieser Zusammenhang macht DFMA zu einem wertvollen Instrument für die Qualitäts­verbesserung im Sinne von TPM.

DFMA und Lean Management

DFMA ergänzt Lean Management an einer entscheidenden Stelle: Während Lean-Methoden wie Kaizen und Standardarbeit die bestehende Fertigung optimieren, setzt DFMA bereits in der Produktentwicklung an. Ein fertigungsgerecht konstruiertes Produkt reduziert Verschwendung strukturell, es muss nicht nachträglich durch aufwändige Prozessverbesserungen kompensiert werden, was schlecht konstruiert wurde. In diesem Sinne ist DFMA eine präventive Lean-Methode, die Verluste an der Quelle vermeidet, anstatt sie in der Produktion zu bekämpfen.

Unternehmen, die DFMA konsequent einsetzen, berichten typischerweise von Kostenreduzierungen im Bereich von 20 bis 40 % bei den Fertigungskosten. Entscheidend für den Erfolg ist die frühzeitige Einbindung von Fertigungs- und Montageexperten in den Entwicklungsprozess, ein Ansatz, der als Simultaneous Engineering oder Concurrent Engineering bekannt ist. Erst wenn Konstrukteure und Fertigungsingenieure gemeinsam am Produkt arbeiten, können die Potenziale von DFMA voll ausgeschöpft werden (vgl. Boothroyd et al. 2011, S. 15–19).

Praxistipp: Führen Sie bei jedem neuen Produkt eine DFA-Mindest­teile­analyse durch: Prüfen Sie für jedes Einzelteil, ob es wirklich separat sein muss. Bereits ein halbtägiger Workshop mit Konstruktion, Fertigung und Montage deckt häufig Integrations­potenziale auf, die 20–30 % der Teile einsparen.

Quellenangaben

Boothroyd, G.; Dewhurst, P.; Knight, W. A. (2011): Product Design for Manufacture and Assembly. 3rd ed., CRC Press.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden.

Verwandte Konzepte

  • Lean Management, Ganzheitliche Philosophie zur Verschwendungs­eliminierung, die DFMA in der Entwicklung ergänzt.
  • TPM, Total Productive Management, dessen Qualitätskomponente durch fertigungs­gerechte Konstruktion gestärkt wird.
  • Kaizen, Kontinuierliche Verbesserung, die bei DFMA-optimierten Produkten auf höherem Niveau ansetzt.
  • Standardarbeit, Standardisierte Arbeitsabläufe, die durch reduzierte Teilezahl einfacher werden.
  • SMED, Rüstzeitreduzierung, die bei weniger Varianten und einfacherer Konstruktion leichter umsetzbar ist.

Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie geben Einwilligung zu unseren Cookies, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.