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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Was ist "20 Keys"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

20 Keys (auch: 20 Schlüssel) ist ein von Iwao Kobayashi entwickeltes Managementsystem, das 20 miteinander verbundene Verbesserungsbereiche definiert, um die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens ganzheitlich zu steigern. Jeder Schlüssel repräsentiert einen konkreten Aspekt der betrieblichen Leistungsfähigkeit, von der Arbeitsplatzorganisation über die Qualitätssicherung bis zur Durchlaufzeitreduzierung. Kobayashi veröffentlichte das Konzept erstmals 1990 in seinem Buch „20 Keys to Workplace Improvement“.

Entstehung und Grundgedanke

Iwao Kobayashi beobachtete in seiner langjährigen Beratungstätigkeit, dass Unternehmen häufig einzelne Verbesserungsprogramme isoliert einführen: hier ein 5S-Projekt, dort ein Qualitätszirkel, andernorts eine Rüstzeitoptimierung. Jedes Programm für sich zeigt Wirkung, doch die Gesamtverbesserung bleibt hinter den Erwartungen zurück, weil die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Bereichen nicht berücksichtigt werden.

Das 20-Keys-System adressiert dieses Problem durch eine ganzheitliche Betrachtung. Kobayashi identifizierte 20 Bereiche, die gemeinsam das Leistungsvermögen eines produzierenden Unternehmens bestimmen. Jeder Schlüssel ist mit anderen Schlüsseln verknüpft: So kann beispielsweise die Rüstzeitreduzierung (Key 5) nur dann nachhaltig gelingen, wenn auch die Arbeitsplatzorganisation (Key 1) und die Standardisierung (Key 18) auf einem angemessenen Niveau sind.

Die 20 Schlüssel im Überblick

Die 20 Schlüssel decken das gesamte Spektrum operativer Exzellenz ab. Jeder Schlüssel wird auf einer Fünf-Stufen-Skala bewertet, wobei Stufe 1 den Ausgangszustand und Stufe 5 den Weltklasse-Standard darstellt:

  • Key 1, Aufräumen und Organisieren: Entspricht dem 5S-Konzept und bildet die Basis für alle weiteren Verbesserungen.
  • Key 2, Zielsystem und Zielausrichtung: Vergleichbar mit Hoshin Kanri, stellt sicher, dass alle Aktivitäten auf gemeinsame Unternehmensziele ausgerichtet sind.
  • Key 3, Verbesserungsteams: Kleine Gruppen, die eigenverantwortlich Verbesserungen in ihrem Arbeitsbereich entwickeln und umsetzen.
  • Key 4, Reduzierung von Beständen: Systematische Senkung von Lager- und Umlaufbeständen als Hebel zur Aufdeckung von Prozessproblemen.
  • Key 5, Schnelles Umrüsten: Reduzierung der Rüstzeiten nach dem SMED-Prinzip, um kleinere Losgrößen wirtschaftlich zu fertigen.
  • Key 6, Wertanalyse der Arbeitsmethoden: Systematische Untersuchung und Verbesserung der Arbeitsmethoden zur Eliminierung nicht wertschöpfender Tätigkeiten.
  • Key 7, Null-Überwachung: Selbstregelnde Prozesse, die keine ständige menschliche Überwachung erfordern.
  • Key 8, Prozessverbund: Verkettung von Einzelprozessen zu fließenden Produktionssystemen, die Verschwendung an Schnittstellen reduzieren.
  • Key 9, Instandhaltung: Systematische Anlagenpflege im Sinne von TPM zur Sicherstellung der Maschinenverfügbarkeit.
  • Key 10, Disziplin und Zeitmanagement: Konsequente Einhaltung von Zeitvorgaben und Vereinbarungen auf allen Ebenen.
  • Key 11, Qualitätssicherung: Aufbau eines Systems, das Fehler an der Quelle verhindert, statt sie nachträglich zu erkennen.
  • Key 12, Lieferantenentwicklung: Einbindung der Zulieferer in den Verbesserungsprozess, um die gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren.
  • Key 13, Verschwendung beseitigen: Identifikation und Eliminierung aller Formen der Verschwendung in Produktion und Administration.
  • Key 14, Mitarbeiter zu Verbesserungen befähigen: Qualifizierung und Motivation der Mitarbeiter, eigenständig Verbesserungen durchzuführen.
  • Key 15, Vielseitige Qualifikation: Aufbau breiter Qualifikationsprofile, damit Mitarbeiter an verschiedenen Stationen eingesetzt werden können.
  • Key 16, Produktionsplanung: Optimierung der Planungsprozesse für eine gleichmäßige und bedarfsgerechte Fertigung.
  • Key 17, Effizienzsteigerung: Nutzung von Kennzahlen und Leistungsmessung zur kontinuierlichen Produktivitätssteigerung.
  • Key 18, IT und Standardisierung: Einsatz von Informationstechnologie zur Unterstützung standardisierter Prozesse.
  • Key 19, Energie- und Materialeffizienz: Reduktion des Ressourcenverbrauchs durch bewussten Umgang mit Energie und Material.
  • Key 20, Führungs- und Basistechnologie: Beherrschung der Kerntechnologien, die für das Geschäftsmodell des Unternehmens entscheidend sind.

Bewertungssystematik

Die Besonderheit des 20-Keys-Systems liegt in seiner Bewertungssystematik. Für jeden der 20 Schlüssel existieren detaillierte Beschreibungen der fünf Reifegrade. Ein Unternehmen bewertet seinen aktuellen Stand selbst oder mit externer Unterstützung und erhält so ein Profil seiner Stärken und Schwächen.

Das Ergebnis wird typischerweise als Netzdiagramm (Spider Chart) dargestellt, das auf einen Blick zeigt, wo das Unternehmen bereits fortgeschritten ist und wo die größten Verbesserungspotenziale liegen. Diese visuelle Darstellung erleichtert die Priorisierung und verhindert, dass Unternehmen ausschließlich in Bereichen investieren, die ohnehin stark sind.

Wechselwirkungen zwischen den Schlüsseln

Ein zentrales Element des Systems ist die explizite Berücksichtigung von Wechselwirkungen. Kobayashi zeigte, dass bestimmte Schlüssel als Voraussetzung für andere dienen: Ohne saubere Arbeitsplatzorganisation (Key 1) scheitert die Rüstzeitreduzierung (Key 5), weil Werkzeuge und Hilfsmittel nicht auffindbar sind. Ohne Qualitätssicherung (Key 11) kann der Prozessverbund (Key 8) nicht funktionieren, weil fehlerhafte Teile den Fluss unterbrechen.

Dieser systemische Ansatz unterscheidet 20 Keys von Programmen, die einzelne Methoden isoliert einführen. Das Ziel ist nicht die Maximierung eines einzelnen Schlüssels, sondern die ausgewogene Verbesserung aller 20 Bereiche. Ein Unternehmen, das in allen Schlüsseln Stufe 3 erreicht hat, ist in der Regel leistungsfähiger als eines, das in drei Bereichen Stufe 5 erreicht, die restlichen aber auf Stufe 1 verharren.

Praxistipp: Führen Sie eine Erstbewertung aller 20 Schlüssel durch und visualisieren Sie das Ergebnis als Netzdiagramm. Beginnen Sie die Verbesserung bei den Schlüsseln, die Voraussetzung für andere sind, insbesondere Key 1 (Ordnung) und Key 10 (Disziplin). Ein stabiles Fundament ermöglicht nachhaltigen Fortschritt in den anspruchsvolleren Bereichen.

Weiterführende Literatur

Kobayashi, I. (1995): 20 Keys to Workplace Improvement. Revised Edition, Productivity Press, Portland, S. 1–35.

May, C. und Schimek, P. (2015): Total Productive Management. Grundlagen und Einführung von TPM, oder wie Sie Operational Excellence erreichen. 6. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 14–16.

Verwandte Konzepte

  • 5S, Arbeitsplatzorganisation, die als Key 1 das Fundament des 20-Keys-Systems bildet.
  • TPM, Ganzheitliche Anlagenpflege, die im 20-Keys-System als Key 9 abgebildet ist.
  • SMED, Schnellrüstmethodik, die Key 5 (Schnelles Umrüsten) operativ umsetzt.
  • Hoshin Kanri, Strategische Zielentfaltung, die dem Grundgedanken von Key 2 entspricht.
  • KVP, Kontinuierliche Verbesserung, die als übergreifendes Prinzip alle 20 Schlüssel durchdringt.
  • Verschwendung, Beseitigung nicht wertschöpfender Aktivitäten, die in Key 13 direkt adressiert wird.

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