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Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Was ist "Yokoni Tenkaisuru"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Yokoni Tenkaisuru (japanisch für „horizontal entfalten“) beschreibt das systematische Verbreiten von Best Practices und erfolgreichen Lösungen über Abteilungs- und Standortgrenzen hinweg. Der Begriff wird im deutschen Sprachraum häufig in der Kurzform „Yokoten“ verwendet und ist ein Schlüsselelement des Toyota-Produktionssystems. Yokoni Tenkaisuru stellt sicher, dass eine Verbesserung, die an einem Arbeitsplatz oder in einer Fertigungslinie erzielt wurde, nicht isoliert bleibt, sondern auf alle vergleichbaren Bereiche übertragen wird.

Prinzip der horizontalen Entfaltung

Das Grundprinzip von Yokoni Tenkaisuru basiert auf einer einfachen Erkenntnis: Wenn ein Problem an einer Stelle gelöst wurde, existiert dasselbe oder ein ähnliches Problem mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an anderen Stellen im Unternehmen. Ohne einen systematischen Mechanismus zur horizontalen Entfaltung bleiben erfolgreiche Lösungen jedoch oft auf ihren Entstehungsort begrenzt. Andere Teams lösen das gleiche Problem erneut, oder schlimmer: Sie kennen das Problem nicht einmal und leiden weiterhin unter seinen Auswirkungen.

Yokoni Tenkaisuru wirkt diesem Informationsverlust entgegen, indem es die systematische Weitergabe von Verbesserungen zum festen Bestandteil des Kaizen-Prozesses macht. Nach jeder erfolgreichen Problemlösung wird geprüft, welche anderen Bereiche von der gleichen Lösung profitieren könnten. Die Lösung wird dokumentiert, aufbereitet und aktiv an die betroffenen Bereiche kommuniziert, nicht als optionale Empfehlung, sondern als verbindlicher Bestandteil des Verbesserungsprozesses.

Yokoten im TPM-Kontext

Im Rahmen von TPM spielt Yokoni Tenkaisuru eine zentrale Rolle bei der nachhaltigen Steigerung der Anlageneffektivität. Wenn ein Produktionsteam beispielsweise die Ursache für einen wiederkehrenden Maschinenstillstand identifiziert und beseitigt hat, wird im nächsten Schritt geprüft, ob baugleiche oder ähnliche Anlagen im Werk von derselben Störung betroffen sein könnten. Die Lösung wird dann präventiv auf alle relevanten Anlagen übertragen, bevor dort der gleiche Ausfall auftritt.

Dieser präventive Charakter unterscheidet Yokoni Tenkaisuru von einer rein reaktiven Instandhaltungsstrategie. Statt darauf zu warten, dass ein bekanntes Problem an anderer Stelle erneut auftritt, wird das Wissen proaktiv verbreitet. In Unternehmen mit mehreren Standorten erstreckt sich die horizontale Entfaltung über die Werksgrenzen hinaus und ermöglicht einen standortübergreifenden Wissenstransfer, der erhebliche Effizienzgewinne erzeugt.

Praxistipp: Integrieren Sie in jedes Problemlösungsblatt ein Pflichtfeld „Yokoten-Prüfung“, in dem das Team dokumentiert, welche anderen Bereiche von der Lösung profitieren können. Nutzen Sie regelmäßige Yokoten-Meetings, in denen Teams ihre Best Practices vorstellen und gemeinsam Übertragungsmöglichkeiten identifizieren.

Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren

Damit Yokoni Tenkaisuru in der Praxis funktioniert, benötigt ein Unternehmen eine offene Kommunikationskultur, in der Wissen als gemeinsame Ressource und nicht als individueller Vorteil betrachtet wird. Shopfloor Management unterstützt die horizontale Entfaltung, indem es regelmäßige Kommunikationsformate am Ort der Wertschöpfung bereitstellt. Standardisierte Dokumentationsformate erleichtern die Übertragbarkeit von Lösungen, und ein klar definierter Verantwortlicher für den Yokoten-Prozess stellt sicher, dass die horizontale Entfaltung nicht dem Zufall überlassen bleibt.

Typische Anwendungsfelder

Yokoni Tenkaisuru findet in zahlreichen Bereichen Anwendung. In der Instandhaltung werden bewährte Reparaturverfahren und präventive Maßnahmen auf baugleiche Anlagen übertragen. Im Qualitätsmanagement werden Fehlerursachenanalysen und Abstellmaßnahmen auf Produkte mit ähnlichen Merkmalen ausgeweitet. In der Logistik werden optimierte Bereitstellungskonzepte von einer Fertigungslinie auf andere Linien übertragen. Selbst im administrativen Bereich lässt sich das Prinzip nutzen, indem beispielsweise effiziente Besprechungsformate oder Berichtsstrukturen abteilungsübergreifend standardisiert werden.

Besonders wirkungsvoll ist Yokoni Tenkaisuru in Unternehmen mit mehreren Produktionsstandorten. Hier ermöglicht die horizontale Entfaltung einen systematischen Erfahrungsaustausch, der verhindert, dass jeder Standort für sich allein lernt. Regelmäßige standortübergreifende Yokoten-Konferenzen, gemeinsame Datenbanken für Best Practices und rotierende Mitarbeitereinsätze sind bewährte Instrumente, um den Wissenstransfer über geografische Grenzen hinweg sicherzustellen.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 56–58.

Verwandte Konzepte

  • Kaizen, Philosophie der kontinuierlichen Verbesserung, deren Ergebnisse durch Yokoten verbreitet werden.
  • TPM, Ganzheitlicher Managementansatz, in dem die horizontale Entfaltung systematisch verankert ist.
  • Lean Management, Managementphilosophie, die den organisationsweiten Wissenstransfer fördert.
  • Shopfloor Management, Tägliche Führung am Ort der Wertschöpfung als Plattform für den Yokoten-Austausch.
  • Toyota-Produktionssystem, Produktionssystem, in dem Yokoni Tenkaisuru als Standardelement verankert ist.

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