Value Stream Mapping (VSM) ist eine Methode zur grafischen Darstellung des gesamten Material- und Informationsflusses entlang eines Wertstroms, vom Rohstoff bis zum Kunden, um Verschwendung sichtbar zu machen und einen optimierten Soll-Zustand zu gestalten. Der Begriff Wertstrom ist ein Kunstbegriff, der aus der Übersetzung des englischen Fachwortes „Value Stream“ herrührt, eine treffendere Bezeichnung wäre „Strom der Wertschöpfung“. VSM bildet die Basis für das Wertstrom-Management und ist eng verwandt mit Wertstromanalyse und Wertstromdesign.
VSM unterscheidet zwischen der Current State Map (Ist-Zustand) und der Future State Map (Soll-Zustand). Der erste Schritt, die Analyse, führt zu einem Bild des Ist-Zustandes, dem sogenannten Mapping. Dieses Mapping entspricht einer Aufnahme aus der Vogelperspektive und stellt in einfacher Form dar, wie die Zusammenhänge im betrachteten Bereich sind und wie der Wertstrom tatsächlich abläuft (vgl. Klevers 2015, S. 29–31).
Im Anschluss wird eine Vision des idealen Zustands erarbeitet, die als langfristiger Orientierungspunkt dient. Der daraus abgeleitete Soll-Zustand hat eine begrenzte Lebensdauer und wird nach Erreichen durch einen neuen, der Vision weiter angenäherten Zustand ersetzt (vgl. Klevers 2015, S. 30–31). So entsteht ein kontinuierlicher Verbesserungskreislauf im Sinne von Kaizen.
Je Prozessschritt werden beim VSM zentrale Kennzahlen erfasst, die Verschwendung sichtbar machen:
Das von Klevers beschriebene Vorgehen umfasst vier systematische Schritte:
VSM ist ein zentrales Werkzeug der Lean Transformation und bildet die Basis für die Einführung von Pull-Prinzip, Taktzeit-Synchronisierung und Kanban-Systemen. Im TPM-Kontext werden spezielle Werkzeuge wie 5S, SMED, Wertstromdesign (VSM), PM-Analyse und viele andere zur Verbesserung eingesetzt. Die ganzheitliche Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette, nicht die Optimierung einzelner Prozessschritte, ist der Schlüssel zu nachhaltigen Verbesserungen.
Praxistipp: In wertstromorientierten Produktionen findet man vielfach nur „einfache“ Lösungen. Der Fokus liegt nicht auf technischer Komplexität, sondern auf der Eliminierung von Verschwendung durch klare Prozessgestaltung.
Oelschleger, B. (2014): Wertstromanalyse, in: YOKOTEN 04/2014, S. 10–11.
Leikep, S. (2013): Wirksames Wertstrommanagement, in: YOKOTEN 03/2013, S. 18–21.