Lexikon
Forum
Downloads
Shop
Fachmagazin YOKOTEN
Login
Suche

Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

   Zurück

Qualität & Six Sigma

In diesem Kompetenzbereich geht es darum, eine optimale Qualität sicherzustellen, um die Kundenzufriedenheit zu erhalten und zu steigern. Six Sigma ist dafür eine bewährte Methode. Weiterhin finden Sie hier Seminare zu den vielfältigen Themen der Qualitätssicherung.

   Zurück

Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI) transformiert Branchen, revolutioniert Arbeitsweisen und schafft völlig neue Geschäftsmodelle. Mit unserem Weiterbildungsprogramm rüsten wir Sie mit dem notwendigen Wissen und den Werkzeugen aus, um die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen erfolgreich zu gestalten.

   Zurück

Was ist "Überproduktion"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Überproduktion bezeichnet die Herstellung von mehr Produkten oder Informationen als die nachfolgende Prozessstufe oder der Kunde zum jeweiligen Zeitpunkt benötigt. Im Toyota-Produktionssystem gilt Überproduktion als die schlimmste der sieben Verschwendungsarten, da sie alle anderen Verlustarten verdeckt und vergrößert. Zu den Managementverlusten gehören unter anderem Überproduktion und zu hohe Lagerbestände, die durch mangelnde Planungsprozesse entstehen (vgl. May/Schimek 2015, S. 30).

Warum Überproduktion die schlimmste Verschwendung ist

Überproduktion wird als „Mutter aller Verschwendung“ betrachtet, weil sie unmittelbar weitere Verluste nach sich zieht: Sie erhöht Bestände, bindet Kapital, belegt Lagerfläche und verlängert die Durchlaufzeit. Darüber hinaus verdeckt sie Qualitätsprobleme, weil fehlerhafte Teile in großen Beständen unentdeckt bleiben können. Je höher der Lagerbestand, desto mehr müssen Produkte transportiert und verschoben werden, eine Folgeverschwendung, die aus der Perspektive des Kunden keinen Mehrwert schafft.

Überproduktion ist auch gegeben, wenn früher produziert wird als eigentlich erforderlich. Unternehmen fassen häufig Kundenaufträge zu vermeintlich „wirtschaftlichen Losgrößen“ zusammen und geben sie zu früh in die Fertigung. Die Teile liegen dann über Wochen im Lager, binden Kapital und verursachen zusätzlichen Handlingaufwand.

Ursachen der Überproduktion

Die Ursachen für Überproduktion liegen häufig in einer push-orientierten Produktionssteuerung, bei der Aufträge auf Basis von Prognosen und nicht nach tatsächlichem Kundenbedarf eingeplant werden. Weitere Treiber sind:

  • Lange Rüstzeiten: Hohe Umrüstkosten verleiten dazu, möglichst große Lose zu fertigen, um die Rüstkosten pro Stück zu senken.
  • Mangelnde Planungsprozesse: Fehlerhafte Bedarfsplanung oder fehlende Abstimmung zwischen Vertrieb und Produktion.
  • Sicherheitsdenken: Vorsorgliche Mehrproduktion, um mögliche Störungen oder Qualitätsprobleme abzupuffern.
  • Fehlende Transparenz: Ohne visuelle Steuerungssysteme wie Kanban fehlt das Signal, wann die nachfolgende Stufe tatsächlich Material benötigt.

Gegenmaßnahmen

Das wirksamste Gegenmittel gegen Überproduktion ist das Pull-Prinzip: Erst wenn der nachgelagerte Prozess oder der Kunde Bedarf signalisiert, wird produziert. Supermarkt-Systeme und Kanban-Steuerung begrenzen die Bestände physisch und verhindern unkontrollierte Vorproduktion (vgl. Roser 2016, S. 22–26). Ergänzend unterstützt Heijunka (Produktionsnivellierung) die gleichmäßige Verteilung der Produktion über den Planungszeitraum, sodass Spitzen und Überproduktion vermieden werden.

Darüber hinaus ist die konsequente Rüstzeitreduzierung mittels SMED ein Hebel, der Überproduktion an der Wurzel bekämpft: Je schneller eine Maschine umgerüstet werden kann, desto wirtschaftlicher werden kleine Losgrößen, und der Anreiz zur Vorproduktion entfällt.

Praxishinweis: In Prozessen, die über die benötigte Menge hinaus produzieren, wird zur korrekten Herstellung aufgrund von Prozessschwankungen mehr Material eingesetzt als nötig. Dieses „vorsorgliche“ Überproduzieren führt zu Materialverschwendung und verdeckt die eigentlichen Prozessprobleme.

Quellenangaben

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 30.

Roser, C. (2016): Supermarkt und FIFO-Strecke, in: YOKOTEN 06/2016, S. 22–26.

Weiterführende Literatur

Klevers, T. (2015): Agile Prozesse mit Wertstrom-Management. 2. überarb. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden.

Koch, A. (2021): OEE für das Produktionsteam. 4. korr. Aufl., Deutscher Management Verlag, Herrieden.

OJT Solutions Inc. (2023): Toyotas Fehlerlehre, Von der Kunst, Fehler in Erfolge zu verwandeln. Übers. v. M. Furukawa-Caspary, Deutscher Management Verlag, Herrieden, S. 121 (Muri, Mura, Muda und die sieben Verschwendungsarten).

Roser, C. (2015): Muda, Mura, Muri, in: YOKOTEN 05/2015, S. 23–27.

May, C.; Syska, M. (2020): Muda-Jobs greifen um sich, in: YOKOTEN 01/2020, S. 26–28.

Verwandte Konzepte

  • 7 Arten der Verschwendung, Überproduktion als schlimmste der sieben Verlustarten.
  • Verschwendung, Überproduktion als eine Form von Muda.
  • Verluste, Managementverluste durch Überproduktion und überhöhte Bestände.
  • Pull-Prinzip, Das wirksamste Gegenmittel gegen Überproduktion.
  • Kanban, Signalsteuerung zur Vermeidung von Überproduktion.
  • Heijunka, Produktionsnivellierung gegen Überproduktionsspitzen.
  • Durchlaufzeit, Wird durch Überproduktion verlängert.

Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie geben Einwilligung zu unseren Cookies, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.