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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Was ist "Taktgeber"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Der Taktgeber (englisch Pacemaker) ist derjenige Prozess in einer Wertschöpfungskette, der den Rhythmus für die gesamte Produktion vorgibt. Er bestimmt, wann und in welcher Menge Aufträge durch das System fließen, und bildet damit den zentralen Steuerungspunkt für die Pull-Produktion. Der Taktgeber ist nicht zwangsläufig der langsamste Prozess oder der Engpass, vielmehr ist er der Prozess, von dem aus die gesamte Produktionskette gesteuert wird. In einer konsequent nach Lean Management-Prinzipien gestalteten Fertigung erhält ausschließlich der Taktgeber den Produktionsauftrag. Alle vor- und nachgelagerten Prozesse werden über Pull-Mechanismen wie Kanban angesteuert.

Bestimmung des Taktgebers

Die Ermittlung des Taktgebers gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben bei der Gestaltung eines Wertstroms. In der klassischen Wertstromanalyse wird der Taktgeber häufig vereinfacht als letzter Prozess vor dem Versand definiert. In komplexen Fertigungsumgebungen mit hoher Variantenvielfalt greift diese Vereinfachung jedoch zu kurz. Dürst empfiehlt die Durchführung einer PQPR-Analyse (Product-Quantity-Process-Routing), um den taktgebenden Prozess systematisch zu identifizieren (vgl. Dürst 2019, S. 9). Dabei wird die Differenz zwischen der Nettokapazität des Schichtmodells und der Summe der Arbeitsinhalte gebildet und ins Verhältnis zur mittleren Stillstandszeit bei Artikelwechsel gesetzt.

Der Prozess mit der größten Losgröße ist in der Regel der Taktgeber. Gibt es keine Rüstanteile, so ist der durchsatzbestimmende Prozess der Schrittmacher. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil der Verlust einer einzigen Minute im Taktgeber den Verlust einer Minute in jedem Prozess der gesamten Kette bedeutet. Der Verlust oder die Einsparung einer Minute in einem Nicht-Taktgeber ist hingegen eine reine Fiktion, da ein solcher Prozess per Definition über nicht nutzbare Überkapazität verfügt (vgl. Dürst 2019, S. 9).

Funktion im Wertstrom

Der Taktgeber bestimmt die komplette Performance des Wertstroms. Neben dem Durchsatz sind auch die Durchlaufzeit, die Bestände und die tatsächlichen Fertigungskosten von diesem Prozess abhängig. Läuft der Taktgeber nicht oder nicht optimal, ist die gesamte Linie betroffen. Deshalb konzentrieren sich Verbesserungsmaßnahmen, etwa SMED-Workshops zur Rüstzeitreduzierung oder TPM-Aktivitäten zur Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit, primär auf den Taktgeber.

In der Praxis wird am Taktgeber häufig ein Heijunka-Board eingesetzt, das die Auftragsreihenfolge für eine definierte Zeiteinheit festlegt. Die Nivellierung und Glättung der Produktion beginnt somit am Schrittmacher und strahlt von dort auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Das Zusammenspiel von Taktgeber und Heijunka ermöglicht es, flexibel auf Kundenbedarfe zu reagieren, ohne das System zu destabilisieren.

Taktgeber und Kundentakt

Der Kundentakt definiert, in welchem Zeitintervall ein Produkt fertiggestellt werden muss, um die Kundennachfrage zu erfüllen. Der Taktgeber muss in der Lage sein, mindestens in diesem Rhythmus zu produzieren. Die Zielzykluszeit des Taktgebers, also die ideale Bearbeitungszeit ohne Verluste, ergibt sich aus dem Kundentakt abzüglich eines Faktors für erwartete Verluste. Kann der Taktgeber den Kundentakt nicht einhalten, wird entweder eine schnellere Maschine benötigt oder eine zweite Einheit parallel betrieben.

Praxistipp: Konzentrieren Sie Ihre Verbesserungsaktivitäten auf den Taktgeber. Jede Effizienzsteigerung außerhalb des Schrittmachers verpufft, da der Taktgeber die maximale Leistungsfähigkeit des gesamten Wertstroms bestimmt. Identifizieren Sie den Taktgeber mittels einer PQPR-Analyse und richten Sie Rüstoptimierung, Instandhaltung und Qualitätssicherung gezielt darauf aus.

Abgrenzung zum Engpass

Der Taktgeber wird häufig mit dem Engpass verwechselt. Ein Engpass im Sinne der Theory of Constraints ist der Prozess mit der geringsten Kapazität, der den Gesamtdurchsatz limitiert. Der Taktgeber hingegen ist der bewusst gewählte Steuerungspunkt, von dem aus die Produktionsaufträge in den Wertstrom eingelastet werden. Im Idealfall fallen Engpass und Taktgeber zusammen. In der Praxis können sie jedoch auseinanderfallen, etwa wenn ein vorgelagerter Prozess aufgrund hoher Rüstzeiten die größere Losgröße erfordert und damit zum Schrittmacher wird, obwohl ein nachgelagerter Prozess die engere Kapazitätsgrenze hat.

Quellenangaben

Dürst, F. (2019): Heijunka, in: YOKOTEN 06/2019, S. 7–10.

Weiterführende Literatur

Dürst, F. (2019): Heijunka, Nivellieren und Glätten als Grundlage für Just-in-time und Jidoka, in: YOKOTEN 06/2019, S. 7–10.

Lux, J. (2017): Bestände optimieren, Kurzfristige und wirkungsvolle Bestandsoptimierung, in: YOKOTEN 02/2017, S. 27–29.

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden.

Verwandte Konzepte

  • Pull-Produktion, Bedarfsgesteuerte Fertigung, die vom Taktgeber aus koordiniert wird.
  • Kanban, Signalsystem zur Steuerung des Materialflusses zwischen Taktgeber und vorgelagerten Prozessen.
  • Wertstromanalyse, Methode zur Identifikation des Taktgebers und Gestaltung des Soll-Wertstroms.
  • Heijunka, Produktionsnivellierung, die am Taktgeber ansetzt.
  • SMED, Methode zur Rüstzeitreduzierung, besonders wirksam am Schrittmacher.
  • TPM, Ganzheitliches Instandhaltungskonzept zur Erhöhung der Verfügbarkeit am Taktgeber.

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