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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Was ist "Sankey Diagramm"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Ein Sankey-Diagramm ist eine grafische Darstellungs­form, bei der Stoff-, Energie- oder Material­flüsse als Pfeile oder Bänder dargestellt werden, deren Breite proportional zur transportierten Menge ist. Auf einen Blick wird sichtbar, wo die größten Ströme fließen, wo Verluste auftreten und welche Prozess­schritte den höchsten Ressourcen­verbrauch aufweisen. Benannt nach dem irischen Ingenieur Matthew Henry Phineas Riall Sankey, der 1898 den Energie­fluss einer Dampfmaschine in dieser Form visualisierte, ist das Diagramm heute ein unverzichtbares Werkzeug in Produktion und Logistik (vgl. Klevers/Grombach 2017, S. 42).

Aufbau und Lesart

Im Sankey-Diagramm repräsentieren Knoten die Prozess­schritte, Maschinen oder Systeme, zwischen denen Material oder Energie fließt. Die verbindenden Bänder zeigen Richtung und Menge des Flusses: Je breiter ein Band, desto größer die durchgeleitete Menge. Verzweigungen machen sichtbar, wie sich ein Eingangs­strom auf verschiedene Pfade aufteilt, während Zusammenführungen zeigen, wo mehrere Ströme konvergieren.

Ein wesentliches Merkmal des Sankey-Diagramms ist die Mengen­erhaltung: Die Summe aller eingehenden Flüsse entspricht der Summe aller ausgehenden Flüsse (einschließlich Verluste). Diese Eigenschaft macht Verluste und Verschwendung unmittelbar sichtbar, sie erscheinen als abzweigende Bänder, die in Richtung Abfall, Abwärme oder Ausschuss führen. Die visuelle Dominanz dieser Verlust­ströme lenkt die Aufmerksamkeit automatisch auf die größten Verbesserungs­potenziale.

Anwendung in der schlanken Produktion

Im Kontext von Lean Management und TPM ergänzt das Sankey-Diagramm die Wertstromanalyse um eine quantitative Dimension. Während die Wertstrom­analyse den Informations- und Material­fluss als Prozess­kette darstellt, visualisiert das Sankey-Diagramm die tatsächlichen Mengen­verhältnisse und macht so die relativen Größen­ordnungen sofort erkennbar.

Besonders wirkungsvoll ist das Sankey-Diagramm bei der Analyse von Energie­verbräuchen in der Produktion. Es zeigt, welcher Anteil der eingesetzten Energie tatsächlich in wertschöpfende Prozesse fließt und wie viel als Abwärme, Druckluft­verluste oder Leerlauf­verbrauch verloren geht. Diese Transparenz bildet die Grundlage für gezielte Energie­effizienz­maßnahmen im Rahmen der TPM-Säule Umwelt und Energie.

Erstellung und Datengrundlage

Die Erstellung eines aussagekräftigen Sankey-Diagramms erfordert verlässliche Mess­daten zu den betrachteten Flüssen. Für Material­flüsse werden Produktions­daten, Ausschuss­quoten und Lager­bewegungen herangezogen. Für Energie­flüsse bilden Zählerdaten, Leistungs­messungen und Verbrauchs­aufzeichnungen die Basis. Die Genauigkeit des Diagramms hängt direkt von der Qualität dieser Daten ab.

In der Praxis empfiehlt es sich, das Sankey-Diagramm zunächst für einen abgegrenzten Bereich, etwa eine einzelne Fertigungs­linie, zu erstellen und die Ergebnisse im Shopfloor Management zu besprechen. Kaizen-Teams nutzen das Diagramm, um Verbesserungs­maßnahmen zu priorisieren: Die breitesten Verlust­bänder weisen auf die größten Potenziale hin und sollten zuerst adressiert werden.

Vorher-Nachher-Vergleich mit Sankey

Eine besonders wirkungsvolle Anwendung des Sankey-Diagramms ist der Vorher-Nachher-Vergleich. Wird vor einer Verbesserungs­maßnahme ein Ist-Sankey erstellt und nach der Umsetzung ein Soll-Sankey, lässt sich der Erfolg der Maßnahme unmittelbar visuell belegen. Die Verringerung eines Verlust­bandes macht den Fortschritt für jeden Beteiligten greifbar, weit anschaulicher als abstrakte Kennzahlen in einer Tabelle.

Dieser visuelle Beleg eignet sich hervorragend für die Kommunikation von Verbesserungs­ergebnissen im Shopfloor Management und gegenüber dem Management. Insbesondere bei Investitions­entscheidungen für Energie­effizienz­projekte liefert das Sankey-Diagramm eine überzeugende Argumentations­grundlage, da es die Einspar­potenziale proportional und sofort erfassbar darstellt.

Praxistipp: Erstellen Sie ein Sankey-Diagramm für Ihren energie­intensivsten Prozess und hängen Sie es am Shopfloor-Board aus. Die visuelle Darstellung der Verluste erzeugt häufig einen Aha-Effekt im Team und motiviert zu konkreten Einspar­maßnahmen. Aktualisieren Sie das Diagramm quartalsweise, um den Fortschritt der Verbesserungen sichtbar zu machen.

Quellenangaben

Klevers, T.; A. Grombach (2017): Agile Prozesse mit Wertstrom-Management. CETPM Publishing, Herrieden, S. 40–48.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 208–214.

Verwandte Konzepte

  • Wertstromanalyse, Methode zur Darstellung des Material- und Informations­flusses, die das Sankey-Diagramm quantitativ ergänzt.
  • TPM, Ganzheitlicher Ansatz, dessen Säule Umwelt und Energie das Sankey-Diagramm als Analyse­werkzeug nutzt.
  • Kaizen, Kontinuierliche Verbesserung, die Verlustströme im Sankey-Diagramm systematisch reduziert.
  • Lean Management, Führungsphilosophie, die Verschwendung transparent machen und eliminieren will.
  • Shopfloor Management, Tägliche Führung, in der das Sankey-Diagramm als visuelles Steuerungs­instrument dient.

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