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Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Was ist "Rabbit Chase"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Rabbit Chase (deutsch: „Hasenjagd“) ist eine Methode der Arbeitsorganisation in U-förmigen Fertigungszellen, bei der alle Mitarbeiter nacheinander denselben Rundlauf durch sämtliche Stationen der Zelle absolvieren. Wie Hasen auf einer Rennbahn folgen die Werker dem Werkstück durch alle Prozessschritte, jeder bearbeitet ein eigenes Teil von der ersten bis zur letzten Station, bevor er den Kreislauf erneut beginnt (vgl. Roser 2017, S. 20–23).

Grundprinzip der Hasenjagd

Das Rabbit-Chase-Konzept setzt voraus, dass die Fertigungszelle als geschlossener Rundlauf gestaltet ist, typischerweise in U-Form, damit Start und Ende der Linie räumlich nah beieinander liegen. Jeder Mitarbeiter durchläuft alle Prozessschritte und kehrt nach dem letzten Schritt zum Anfang zurück. Da mehrere Mitarbeiter gleichzeitig in der Zelle arbeiten, entstehen mehrere „Hasen“, die hintereinander im Kreis laufen.

Dieses Prinzip unterscheidet sich grundlegend von der konventionellen Arbeitsaufteilung, bei der jeder Mitarbeiter für eine oder wenige Stationen zuständig ist. Beim Rabbit Chase beherrscht jeder Werker den gesamten Fertigungsprozess und führt alle Tätigkeiten von der Beladung bis zur Entnahme selbstständig durch.

Einordnung in Chaku-Chaku-Linien

Der Rabbit Chase ist eine von drei gängigen Organisationsformen für Mehrmaschinenbedienung in halbautomatischen Fertigungslinien, den sogenannten Chaku-Chaku-Linien. Die anderen beiden Formen sind:

  • Baton Touch (Staffelweitergabe): Jeder Mitarbeiter ist für einen festen Abschnitt der Linie verantwortlich und gibt das Werkstück an der Grenze seines Bereichs an den nächsten Kollegen weiter. Dies ist die verbreitetste Organisationsform.
  • Bucket Brigade (Eimerkette): Die Mitarbeiter bewegen sich vorwärts, bis sie den nächsten Kollegen treffen, und gehen dann zurück, bis sie den vorhergehenden Kollegen treffen. Diese Methode gleicht unterschiedliche Arbeitsgeschwindigkeiten automatisch aus.
  • Rabbit Chase (Hasenjagd): Alle Mitarbeiter laufen hintereinander im Kreis durch alle Stationen. Jeder bearbeitet sein eigenes Werkstück vollständig.

Roser beschreibt den Rabbit Chase als eine der drei Optionen zur Organisation mehrerer Mitarbeiter in einer Chaku-Chaku-Linie. In solchen Linien bewegt sich der Werker entlang der Strecke, fügt Teile zu den Prozessen hinzu und startet diese. Während die Maschine das Teil automatisch bearbeitet, geht der Mitarbeiter zum nächsten Prozess weiter (vgl. Roser 2017, S. 20–21).

Voraussetzungen für den Rabbit Chase

Damit der Rabbit Chase funktioniert, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein:

  • U-förmiges Layout: Die Fertigungszelle muss so gestaltet sein, dass der Rückweg vom letzten zum ersten Prozess möglichst kurz ist. Ein lineares Layout würde zu langen Rückwegen und damit zu erheblicher Verschwendung führen.
  • Vollqualifikation aller Mitarbeiter: Jeder Werker muss sämtliche Prozessschritte beherrschen. Die Einarbeitung ist daher aufwendiger als bei einer festen Stationszuordnung.
  • Gleichmäßige Zykluszeiten: Die Taktzeiten der einzelnen Stationen sollten ähnlich lang sein. Große Unterschiede führen dazu, dass sich Mitarbeiter an langsamen Stationen stauen.
  • Automatisches Entladen: Die Maschinen sollten die fertigen Teile automatisch auswerfen (Hanedashi), damit der Werker nur das Einlegen und Starten übernehmen muss.

Vorteile des Rabbit Chase

Der Rabbit Chase bietet gegenüber der festen Stationszuordnung mehrere Vorteile:

  • Flexibilität bei der Personalbesetzung: Die Anzahl der Mitarbeiter in der Zelle kann flexibel an den Bedarf angepasst werden. Sinkt die Nachfrage, arbeiten weniger „Hasen“ in der Zelle, jeder Einzelne durchläuft weiterhin alle Stationen.
  • Gleichmäßige Auslastung: Da alle denselben Rundlauf absolvieren, entfällt das Problem ungleich verteilter Arbeitslasten, das beim Baton-Touch-System auftreten kann.
  • Gesamtprozessverständnis: Jeder Mitarbeiter kennt den gesamten Fertigungsprozess und kann Qualitätsprobleme frühzeitig erkennen, weil er das Werkstück von Anfang bis Ende begleitet.
  • Kein Pufferbedarf: Da jeder Mitarbeiter sein eigenes Werkstück durch die gesamte Zelle trägt, sind keine Zwischenpuffer zwischen den Stationen erforderlich. Dies realisiert einen echten One-Piece-Flow.

Herausforderungen und Grenzen

Der höhere Qualifikationsaufwand ist die offensichtlichste Herausforderung: Jeder Mitarbeiter muss alle Prozessschritte sicher beherrschen, was die Einarbeitungszeit gegenüber einer festen Stationszuordnung deutlich verlängert. In der Praxis wird der Rabbit Chase daher vor allem in Zellen mit relativ einfachen, standardisierten Tätigkeiten eingesetzt.

Eine weitere Herausforderung ist die Vermeidung von Überfüllung. Roser empfiehlt, die Chaku-Chaku-Linie nicht mit zu vielen Werkern zu besetzen, da sonst die Effizienz leidet. Die maximale Anzahl der „Hasen“ ist durch die Anzahl der Stationen und die jeweiligen Zykluszeiten begrenzt (vgl. Roser 2017, S. 22).

Monotonie kann ein Risiko darstellen, da die Arbeit durch die ständige Wiederholung desselben Rundlaufs eintönig werden kann. Eine systematische Arbeitsplatzrotation zwischen verschiedenen Zellen hilft, diesem Problem entgegenzuwirken.

Praxistipp: Starten Sie den Rabbit Chase in einer überschaubaren Zelle mit maximal sechs bis acht Stationen und zwei bis drei Mitarbeitern. Stellen Sie sicher, dass alle Werker den vollständigen Rundlauf beherrschen, bevor Sie die Methode produktiv einsetzen. Nutzen Sie eine Qualifikationsmatrix, um den Schulungsfortschritt transparent zu machen.

Quellenangaben

Roser, C. (2017): Die Chaku-Chaku-Linie, Prozessoptimierung mit verschiedenen Möglichkeiten, in: YOKOTEN 03/2017, S. 20–23.

Verwandte Konzepte

  • Chaku Chaku, Halbautomatische Fertigungslinie, in der der Rabbit Chase als Organisationsform eingesetzt wird.
  • One-Piece-Flow, Einzelstückfluss, der durch den Rabbit Chase konsequent umgesetzt wird.
  • Standardisierte Arbeit, Grundlage für die Definition des Rundlaufs und der einzelnen Prozessschritte.
  • Verschwendung, Der Rabbit Chase minimiert Warte- und Transportverschwendung in der Fertigungszelle.
  • TPM, Ganzheitlicher Ansatz, der stabile Maschinen als Voraussetzung für reibungslose Chaku-Chaku-Linien sicherstellt.
  • Qualifikationsmatrix, Instrument zur Steuerung der Mitarbeiterqualifizierung für alle Stationen.

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