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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Qualität & Six Sigma

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Was ist "Pitch"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Pitch bezeichnet im Lean-Kontext die Zeiteinheit, in der eine definierte Menge an Material oder Produkten durch einen Prozess­abschnitt fließt. Der Pitch errechnet sich als Produkt aus Taktzeit und Losgröße (auch Transfermenge oder Packeinheit genannt). Er dient als Rhythmus­geber für die Kanban-Steuerung und ermöglicht eine gleichmäßige, getaktete Material­bereitstellung entlang der gesamten Wertschöpfungs­kette.

Berechnung und Bedeutung

Die Formel für den Pitch lautet: Pitch = Taktzeit × Losgröße. Beträgt die Taktzeit beispielsweise 60 Sekunden und die Transfermenge 20 Stück, ergibt sich ein Pitch von 20 Minuten. Das bedeutet, dass alle 20 Minuten ein Behälter mit 20 Teilen den Prozess durchläuft. Dieser Zeitrhythmus wird zum Steuerungs­takt für die gesamte Materialversorgung.

Der Pitch übersetzt die abstrakte Taktzeit in eine für die Logistik handhabbare Größe. Während die Taktzeit den Rhythmus für das einzelne Werkstück vorgibt, definiert der Pitch den Rhythmus für den Material­fluss in der tatsächlichen Transfer­einheit, also dem Behälter, der Palette oder dem Transportwagen. Dadurch wird eine gleichmäßige Auslastung der internen Logistik ermöglicht und Überproduktion vermieden.

Pitch in der Kanban-Steuerung

Im Kanban-System bestimmt der Pitch den Takt, in dem Nachschub­signale ausgelöst und bearbeitet werden. Wird ein Behälter verbraucht, wandert die zugehörige Kanban-Karte zurück zum vorgelagerten Prozess und löst dort die Produktion oder Bereitstellung eines neuen Behälters aus. Der Pitch gibt dabei den zeitlichen Rahmen vor, innerhalb dessen diese Nachlieferung erfolgen muss.

In der Praxis wird der Pitch häufig mit einer Heijunka-Box kombiniert. Die Heijunka-Box enthält Zeitschlitze, die dem Pitch entsprechen. Kanban-Karten werden in diese Schlitze einsortiert und im Pitch-Rhythmus abgearbeitet. So entsteht ein nivellierter Produktions­plan, der Überlastung einzelner Prozesse verhindert und einen gleichmäßigen Material­fluss sicherstellt. Der Pitch bildet damit die Brücke zwischen Kunden­takt und Produktions­steuerung.

Optimierung des Pitch

Ein zu langer Pitch führt zu großen Behältern, hohen Zwischenbeständen und langen Reaktions­zeiten bei Bedarfs­änderungen. Ein zu kurzer Pitch erhöht den logistischen Aufwand, da Material häufiger transportiert und bereitgestellt werden muss. Die Kunst besteht darin, einen Pitch zu wählen, der den Materialfluss glättet, ohne unnötige Handhabungs­aufwände zu erzeugen.

Im Kontext von TPM und Kaizen wird der Pitch regelmäßig überprüft und angepasst. Gelingt es, die Losgröße durch SMED und Rüstzeit­reduzierung zu verkleinern, sinkt der Pitch und damit die Durchlauf­zeit. Kleinere Pitches ermöglichen eine flexiblere Reaktion auf Kunden­bedarfe und reduzieren die Kapitalbindung durch geringere Umlaufbestände. Die schrittweise Verringerung des Pitch ist daher ein zentraler Hebel auf dem Weg zur schlanken Produktion.

Pitch und Durchlaufzeit

Der Pitch steht in direktem Zusammenhang mit der Durchlauf­zeit eines Auftrags. Wenn ein Wertstrom aus fünf Prozess­schritten besteht und jeder Schritt einen Pitch von 20 Minuten hat, beträgt die minimale Durchlauf­zeit 100 Minuten, vorausgesetzt, es gibt keine Warte­zeiten zwischen den Prozessen. In der Realität addieren sich Puffer­zeiten, Transport­zeiten und Warte­zeiten, sodass die tatsächliche Durchlauf­zeit ein Vielfaches des theoretischen Minimums betragen kann.

Die Sichtbarmachung dieser Verhältnisse im Shopfloor Management hilft Teams, die Stellhebel für kürzere Durchlauf­zeiten zu identifizieren. Oft zeigt sich, dass nicht der Pitch selbst, sondern die Warte­zeiten zwischen den Pitch-Zyklen den größten Anteil an der Durchlauf­zeit ausmachen. Die konsequente Reduzierung dieser Warte­zeiten durch synchronisierte Pitch-Zyklen und abgestimmte Kapazitäten ist ein zentrales Ziel der Wertstrom­optimierung.

Praxistipp: Berechnen Sie den Pitch für Ihre wichtigsten Wertströme und vergleichen Sie ihn mit dem tatsächlichen Nachschub­rhythmus. Häufig zeigt sich, dass Material in deutlich größeren Einheiten bewegt wird als nötig. Beginnen Sie mit einer schrittweisen Reduzierung der Transfermenge und beobachten Sie die Auswirkung auf Bestände und Durchlaufzeit.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden.

Verwandte Konzepte

  • TPM, Ganzheitlicher Ansatz, dessen stabile Anlagenverfügbarkeit die Voraussetzung für einen zuverlässigen Pitch bildet.
  • SMED, Rüstzeit­reduzierung, die kleinere Losgrößen und damit kürzere Pitches ermöglicht.
  • Kaizen, Kontinuierliche Verbesserung, die den Pitch schrittweise optimiert.
  • Lean Management, Führungsphilosophie, in der der Pitch als Steuerungsinstrument für den Materialfluss dient.
  • Standardarbeit, Definierter Arbeitsablauf, dessen Taktzeit den Pitch bestimmt.

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