Mura (japanisch für Ungleichmäßigkeit oder Schwankung) bezeichnet im Toyota-Produktionssystem alle Formen von unregelmäßigen Arbeitslasten, Produktionsschwankungen und ungleichmäßigen Prozessabläufen. Gemeinsam mit Muda (Verschwendung) und Muri (Überlastung) bildet Mura die drei Kategorien von Verlustquellen, die im japanischen als 3M bekannt sind (vgl. Roser 2015, S. 23). Die drei Begriffe sind eng miteinander verknüpft: Mura erzeugt sowohl Muda als auch Muri und ist daher häufig die eigentliche Grundursache für Verluste im System.
Mura entsteht überall dort, wo Prozesse nicht gleichmäßig ablaufen. Die häufigsten Ursachen sind:
Die drei M-Begriffe stehen in einem engen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang. Mura ist häufig der Auslöser: Schwankungen in der Auftragslast führen in Spitzenzeiten zu Muri (Überlastung von Menschen und Maschinen), während in schwachen Phasen Muda in Form von Wartezeiten und Überproduktion entsteht (vgl. Roser 2015, S. 24–25). Die Bekämpfung von Mura zielt daher auf die Ursachen und nicht nur auf die Symptome ab.
Während sich viele Lean-Initiativen auf die Eliminierung von Muda konzentrieren, ist die Beseitigung von Mura oft wirkungsvoller, da sie die Grundursache für mehrere Verschwendungsarten gleichzeitig adressiert. Ein stabiler, gleichmäßiger Prozessfluss reduziert automatisch sowohl Überlastung als auch Verschwendung.
Die wichtigste Gegenmaßnahme gegen Mura ist Heijunka (Produktionsnivellierung). Heijunka glättet den Produktionsfluss, indem Aufträge nicht in der Reihenfolge ihres Eingangs, sondern in einer gleichmäßig verteilten Abfolge bearbeitet werden (vgl. Franke 2013, S. 6–9). Weitere Maßnahmen umfassen:
Zusammenhang der 3M: Mura (Ungleichmäßigkeit) erzeugt Muri (Überlastung) und Muda (Verschwendung). Wer nur Muda bekämpft, ohne die zugrunde liegenden Schwankungen zu beseitigen, behandelt Symptome statt Ursachen. Die nachhaltigste Verbesserung beginnt bei der Glättung des Produktionsflusses.
Roser, C. (2015): Muda, Mura, Muri, in: YOKOTEN 05/2015, S. 23–27.
Franke, K. (2013): Heijunka, damit alles glatt läuft, in: YOKOTEN 03/2013, S. 6–9.
Furukawa-Caspary, M. (2014): Heijunka erhöht Stabilität, in: YOKOTEN 04/2014, S. 16–19.