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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Was ist "Kakushin"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Kakushin (wörtlich: Revolution, Innovation) bezeichnet im japanischen Management eine grundlegende, sprunghafte Veränderung, im Gegensatz zum schrittweisen Kaizen. Während Kaizen auf die kontinuierliche Verbesserung in kleinen Schritten setzt, steht Kakushin für revolutionäre Umbrüche, die bestehende Strukturen, Prozesse oder Technologien grundlegend verändern. Beide Konzepte sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich in einer ausgewogenen Verbesserungsstrategie.

Abgrenzung zu Kaizen

Die Unterscheidung zwischen Kaizen und Kakushin ist für das Verständnis japanischer Verbesserungsphilosophien grundlegend. Kaizen verbessert das Bestehende innerhalb der vorhandenen Rahmenbedingungen: Prozesse werden optimiert, Verschwendung reduziert, Standards erhöht. Kakushin hingegen stellt die Rahmenbedingungen selbst infrage und ersetzt sie durch etwas fundamental Neues.

Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Die schrittweise Optimierung einer manuellen Montagelinie, bessere Werkzeuge, optimierte Arbeitspositionen, reduzierte Wege, ist Kaizen. Die Entscheidung, diese Montagelinie durch einen vollautomatisierten Roboterprozess zu ersetzen, ist Kakushin. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, erfordern aber unterschiedliche Vorgehensweisen, Ressourcen und Entscheidungsstrukturen.

Wann ist Kakushin erforderlich?

Nicht jede Verbesserung lässt sich durch schrittweise Optimierung erreichen. Kakushin wird dann notwendig, wenn bestehende Systeme ihre Leistungsgrenze erreicht haben, disruptive Technologien neue Möglichkeiten eröffnen oder sich Marktbedingungen so grundlegend ändern, dass inkrementelle Anpassungen nicht ausreichen:

  • Technologiesprünge: Wenn neue Technologien verfügbar werden, die einen Quantensprung in Qualität, Geschwindigkeit oder Kosten ermöglichen, kann eine revolutionäre Umstellung wirtschaftlich geboten sein.
  • Marktveränderungen: Wenn sich Kundenanforderungen oder Wettbewerbsbedingungen grundlegend wandeln, reichen Anpassungen am bestehenden System oft nicht aus. Neue Geschäftsmodelle oder Produktkonzepte erfordern Kakushin.
  • Systemgrenzen: Wenn ein Prozess oder System trotz intensiver Kaizen-Aktivitäten keine weiteren signifikanten Verbesserungen mehr zulässt, kann nur ein Systemwechsel den nächsten Leistungssprung ermöglichen.
  • Strategische Neuausrichtung: Bei Veränderungen der Unternehmensstrategie, etwa dem Eintritt in neue Märkte oder der Umstellung des Produktportfolios, sind grundlegende Veränderungen unumgänglich.

Das Zusammenspiel von Kaizen und Kakushin

Erfolgreiche Unternehmen beherrschen sowohl Kaizen als auch Kakushin und setzen beide Ansätze gezielt ein. Nach einer revolutionären Veränderung (Kakushin) beginnt unmittelbar die Phase der kontinuierlichen Verbesserung (Kaizen), um das neue System zu stabilisieren und schrittweise zu perfektionieren. Dieser Wechsel zwischen Innovation und Optimierung erzeugt eine aufsteigende Leistungskurve.

Im Rahmen von TPM wird dieses Zusammenspiel besonders deutlich. Die Einführung von TPM selbst ist häufig ein Kakushin-Schritt: Die Organisation verändert grundlegend, wie sie über Instandhaltung, Qualität und Mitarbeiterentwicklung denkt. Innerhalb des TPM-Systems arbeiten die Teams dann mit Kaizen an der täglichen Verbesserung. Die kobetsu Kaizen-Säule sorgt für systematische Verlustreduzierung, während größere Investitions- oder Technologieentscheidungen als Kakushin-Projekte geplant werden.

Praxishinweis: Die größte Gefahr liegt in der einseitigen Fokussierung. Unternehmen, die ausschließlich auf Kaizen setzen, riskieren, disruptive Entwicklungen zu verpassen. Unternehmen, die nur auf Kakushin setzen, vernächlässigen die Stabilisierung und Optimierung neuer Systeme. Die Kunst liegt in der Balance, und in der Fähigkeit der Führung, den richtigen Zeitpunkt für revolutionäre Veränderungen zu erkennen.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. Grundlagen und Einführung von TPM, oder wie Sie Operational Excellence erreichen. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 18, 26–39.

Imai, M. (1986): Kaizen. The Key to Japan’s Competitive Success. McGraw-Hill, New York, S. 23–39.

Liker, J. K. (2004): The Toyota Way. 14 Management Principles from the World’s Greatest Manufacturer. McGraw-Hill, New York, S. 23–35.

Verwandte Konzepte

  • Kaizen, Kontinuierliche Verbesserung in kleinen Schritten als Gegenstück und Ergänzung zur revolutionären Veränderung.
  • TPM, Ganzheitliches Managementsystem, das sowohl revolutionäre Einführungsschritte als auch kontinuierliche Verbesserung systematisch verbindet.
  • Lean Management, Managementphilosophie, die primär auf schrittweise Verbesserung setzt, aber revolutionäre Impulse als Ergänzung integriert.

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