Coaching-KATA ist eine strukturierte tägliche Routine, in der ein Coach (die Führungskraft) einen Lernenden durch fünf definierte Fragen bei der Umsetzung der Verbesserungs-KATA begleitet. Die Coaching-KATA ist das Gegenstück zur Verbesserungs-KATA: Während die Verbesserungs-KATA das Muster für den Lernenden beschreibt, gibt die Coaching-KATA dem Coach ein Muster an die Hand, mit dem er den Lernenden systematisch fördert und fordert. Gemeinsam bilden beide KATA-Routinen das Fundament für eine wissenschaftliche Denkweise in der täglichen Arbeit.
Den Kern der Coaching-KATA bilden fünf Fragen, die der Coach in jedem Coaching-Zyklus stellt. Diese Fragen führen den Lernenden durch einen strukturierten Denkprozess und verhindern, dass er in Lösungsmodus verfällt, bevor er die Situation wirklich verstanden hat:
Die Coaching-KATA folgt dem Grundsatz, dass der Coach keine Lösungen vorgibt, sondern durch gezieltes Fragen den Lernenden dazu bringt, selbst zu denken und zu experimentieren. Der Coach hält sich bewusst zurück und widersteht dem Impuls, sein Wissen direkt weiterzugeben. Stattdessen nutzt er die fünf Fragen als Gerüst, um den Lernenden Schritt für Schritt an die Lösung heranzuführen.
Ein wesentliches Element ist die tägliche Wiederholung: Die Coaching-KATA wird idealerweise jeden Tag am (vgl. Rother/May 2019, S. 217–19) Gemba praktiziert, kurz, fokussiert und handlungsorientiert. Durch die Regelmäßigkeit wird das Muster zur Gewohnheit, sowohl für den Coach als auch für den Lernenden. Leikep und Kamberg beschreiben, wie die Coaching-KATA Prozessverbesserung und Mitarbeiterentwicklung verbindet und so eine Lernkultur im Unternehmen verankert (vgl. Leikep/Kamberg 2014, S. 24–26).
Coaching-KATA in der Praxis: Ein Coaching-Zyklus dauert in der Regel 15 bis 20 Minuten und findet direkt am Prozess statt. Der Coach notiert Beobachtungen auf der KATA-Storyboard-Karte und nutzt die Antworten des Lernenden, um dessen Denkprozess sichtbar zu machen.
Der KATA-Coach übernimmt eine grundlegend andere Rolle als die klassische Führungskraft: Er ist nicht Entscheider, sondern Entwickler. Seine Aufgabe ist es, den Lernenden zu befähigen, eigenständig Probleme zu erkennen und zu lösen. Dabei muss der Coach selbst über ein solides Verständnis der wissenschaftlichen Denkweise verfügen, um die richtigen Fragen zur richtigen Zeit zu stellen (vgl. Rother/May 2019, S. 35–38) (vgl. Schwarz 2016, S. 14–17). Diese Fähigkeit entwickelt sich nur durch konsequente eigene Übung, auch der Coach durchläuft einen Lernprozess.
Die wissenschaftliche Denkweise, die durch die Coaching-KATA gefördert wird, befähigt Mitarbeiter, auch unter Unsicherheit strukturiert vorzugehen. Sie lernen, Hypothesen zu bilden, kleine Experimente durchzuführen und aus den Ergebnissen zu lernen, ein Ansatz, der weit über die Produktionsoptimierung hinausreicht und die gesamte Unternehmenskultur prägt.
Leikep, S.; Kamberg, M. (2014): Teil 9: Coachingkata verbindet Prozessverbesserung und Mitarbeiterentwicklung, in: YOKOTEN 04/2014, S. 24–26.
Schwarz, T. (2016): Aus dem Leben eines KATA-Coaches, Teil 5, in: YOKOTEN 02/2016, S. 14–17.
Schwarz, T. (2018): Aus dem Leben eines KATA-Coaches, Teil 16, in: YOKOTEN 01/2018, S. 20–23.
Leikep, S.; Kamberg, M. (2013): Teil 3: Rollen und Strukturen für die tägliche Anwendung der Verbesserungskata, in: YOKOTEN 04/2013, S. 12–13.
Klocker, A. (2020): Wenn die Chemie stimmt..., in: YOKOTEN 01/2020, S. 12–16.
Schwarz, T. (2022): Coaching als Führungsansatz, in: YOKOTEN 03/2022.