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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Was ist "7 Arten der Verschwendung"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Die 7 Arten der Verschwendung (japanisch: Muda) sind ein zentrales Konzept des Toyota-Produktionssystems und des Lean Management. Sie beschreiben sieben Kategorien von Tätigkeiten, die Ressourcen verbrauchen, ohne aus Kundensicht einen Wert zu schaffen. Die Identifikation und Eliminierung dieser Verschwendungsarten ist Voraussetzung für die Steigerung der Wertschöpfung in jedem Prozess. Im TPM-Kontext dient die Eliminierung von Verschwendung und Verlusten als Leitlinie für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Die sieben Verschwendungsarten

In der Produktion wie auch in der Administration werden nach der Toyota-Philosophie folgende sieben Arten der Verschwendung unterschieden (vgl. Teeuwen/Schaller 2017, S. 23–29):

  • 1. Überproduktion: Herstellung von mehr Produkten als der Kunde benötigt, oder Produktion vor dem eigentlichen Bedarfszeitpunkt. Überproduktion gilt als die schwerwiegendste Verschwendungsart, da sie alle anderen Formen nach sich zieht, etwa unnötige Bestände, Transporte und Wartezeiten. In administrativen Bereichen entspricht dies der Über-Information: mehr Berichte, E-Mails oder Daten als tatsächlich benötigt.
  • 2. Bestände: Überhöhte Lagerbestände an Rohmaterialien, Halbfertigprodukten oder Fertigwaren binden Kapital und verdecken Prozessprobleme. Bestände sind ein Indikator dafür, dass vorgelagerte Prozesse nicht in der Lage sind, entsprechend den Kundenbedürfnissen zu produzieren (vgl. Klevers 2015, S. 24–26).
  • 3. Transport: Jede Bewegung von Material, die nicht unmittelbar zur Wertschöpfung beiträgt. Zu lange Transportwege sind häufig das Ergebnis gewachsener und nicht durchdachter Layoutstrukturen. In der Administration entspricht dies dem unnötig langen Informationstransfer.
  • 4. Wartezeiten: Stillstand von Mitarbeitern, Maschinen oder Material. Wartezeiten sind besonders häufig bei Prozessen in planenden Bereichen anzutreffen, wo unvollständige Informationen zu Rückfragen und damit zu Leerlauf führen.
  • 5. Mangelhafte Prozessgestaltung: Unnötige oder schlecht gestaltete Prozessschritte, die keinen Mehrwert erzeugen. Wenn Prozessschritte nur deshalb existieren, weil sie historisch gewachsen sind und nie hinterfragt wurden, handelt es sich um Verschwendung.
  • 6. Unnötige Bewegung: Jede Bewegung von Personen, die nicht zur Wertschöpfung beiträgt, z. B. Suchen, Greifen, Umgreifen oder Laufen. Eine ergonomisch und logistisch optimierte Arbeitsplatzgestaltung reduziert diese Verschwendungsart erheblich.
  • 7. Fehler und Nacharbeit: Herstellung fehlerhafter Produkte, die Nacharbeit, Ausschuss oder Kundenreklamationen verursachen. Jeder Fehler verbraucht Ressourcen doppelt, einmal für die fehlerhafte Herstellung und einmal für die Korrektur.

Verschwendung, Verluste und Muda

Die Begriffe Verschwendung und Verluste meinen im Lean-Kontext annähernd dasselbe, allerdings wohnt dem Begriff Verschwendung etwas Vorwurfsvolles inne, so dass in der TPM-Welt oft nur von Verlusten gesprochen wird. Beide sind schlicht Beschreibungen für verbesserungsfähige Zustände. Im TPM-System werden 16 Verlustarten in den drei Kategorien Maschinen und Anlagen, Mitarbeiter und Ressourcen unterschieden (vgl. May/Schimek 2015, S. 27–31). Die 7 Verschwendungsarten stellen dabei eine andere, komplementäre Systematisierung dar, die vor allem im Lean-Management-Kontext Verwendung findet.

Der japanische Originalbegriff Muda umfasst neben den sieben Verschwendungsarten auch die Konzepte Mura (Unausgeglichenheit) und Muri (Überlastung) (vgl. OJT Solutions 2023, S. 119–121). Alle drei Begriffe zusammen bilden das vollständige Bild der Verlustquellen im Toyota-Produktionssystem (vgl. Roser 2015, S. 23–27).

Praxisregel: Überproduktion ist die Mutter aller Verschwendung, sie erzeugt Bestände, die wiederum Transporte, Wartezeiten, zusätzliche Bewegungen und Flächenbedarf verursachen. Die systematische Bekämpfung beginnt daher stets bei der Überproduktion.

Erkennung am Gemba

Verschwendung wird nur durch direkte Beobachtung am Ort der Wertschöpfung zuverlässig erkannt. Das Prinzip „Gehe zu Gemba, suche nach Muda, mache Kaizen“ fasst den Kern der Lean-Philosophie zusammen. Die Wertstromanalyse macht die Verschwendung im gesamten Prozessablauf sichtbar und zeigt auf, wo die größten Verbesserungspotenziale liegen. Dabei gilt: Die Optimierung an einer einzelnen Stelle kann durch neue Verschwendung an anderer Stelle zunichtegemacht werden, nur die ganzheitliche Betrachtung führt zu nachhaltiger Verbesserung (vgl. Klevers 2015, S. 27–29).

Quellenangaben

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 26–31.

Teeuwen, B.; Schaller, C. (2017): 5S, Die Erfolgsmethode zur Arbeitsplatzorganisation. 4. unveränd. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 23–29.

Klevers, T. (2015): Agile Prozesse mit Wertstrom-Management. 2. überarb. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 24–29.

OJT Solutions Inc. (2023): Toyotas Fehlerlehre, Von der Kunst, Fehler in Erfolge zu verwandeln. Übers. v. M. Furukawa-Caspary, Deutscher Management Verlag, Herrieden, S. 75–121.

Roser, C. (2015): Muda, Mura, Muri, in: YOKOTEN 05/2015, S. 23–27.

Weiterführende Literatur

Teeuwen, B.; Grombach, A. (2019): SMED, Die Erfolgsmethode für schnelles Rüsten und Umstellen. 3. unveränd. Aufl., Deutscher Management Verlag, Herrieden.

Koch, A. (2021): OEE für das Produktionsteam. 4. korr. Aufl., Deutscher Management Verlag, Herrieden.

OJT Solutions Inc. (2019): Toyotas Geheimrezepte für die Problemlösung. Übers. v. M. Furukawa-Caspary, Deutscher Management Verlag, Herrieden.

OJT Solutions Inc. (2017): Toyotas Geheimrezepte für die Mitarbeiterentwicklung. Übers. v. M. Furukawa-Caspary, CETPM Publishing, Herrieden.

May, C.; Syska, M. (2020): Muda-Jobs greifen um sich, in: YOKOTEN 01/2020, S. 26–28.

Vollmer, L. (2016): Die vierte Art der Verschwendung, in: YOKOTEN 01/2016, S. 18–19.

Verwandte Konzepte

  • Verschwendung, Übergeordneter Begriff für alle nicht wertschöpfenden Aktivitäten.
  • Verluste, 16 Verlustarten im TPM-System als komplementäre Systematik.
  • Überproduktion, Schwerwiegendste Verschwendungsart, Auslöser für weitere Verluste.
  • Muda, Japanischer Fachbegriff für Verschwendung.
  • Wertschöpfung, Gegenstück zur Verschwendung, das es zu maximieren gilt.
  • Wertstromdesign, Methode zur Visualisierung und Reduktion von Verschwendung.
  • Kaizen, Kontinuierliche Verbesserung durch Eliminierung von Verschwendung.
  • Gemba, Der Ort, an dem Verschwendung erkannt und beseitigt wird.

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