5A ist die japanische Bezeichnung für die Methode, die im Westen als 5S bekannt ist. Die fünf Schritte zur systematischen Arbeitsplatzorganisation lauten auf Japanisch Seiri, Seiton, Seiso, Seiketsu und Shitsuke (vgl. OJT Solutions 2019, S. 197–98). In der deutschsprachigen Übertragung beginnt jeder Begriff mit dem Buchstaben A: Aussortieren, Aufräumen (Arbeitsmittel ergonomisch anordnen), Arbeitsplatz säubern, Anordnungen zum Standard machen und Alle Punkte einhalten und ständig verbessern. Die 5A-Kampagne ist damit keine eigene Methode, sondern die deutsche Adaption der bewährten 5S-Systematik.
Die fünf Schritte im Detail
- 1A, Aussortieren (Seiri): Alle Gegenstände am Arbeitsplatz werden gesichtet. Was nicht benötigt wird, wird entfernt. Häufig kommen Red-Tag-Aktionen zum Einsatz, bei denen überflüssige Gegenstände markiert und in eine Quarantänezone gebracht werden.
- 2A, Arbeitsmittel anordnen (Seiton): Die verbleibenden Gegenstände erhalten einen festen Platz. Das Prinzip „Ein Platz für alles und alles an seinem Platz“ sorgt dafür, dass Werkzeuge und Materialien ergonomisch und griffbereit positioniert werden.
- 3A, Arbeitsplatz säubern (Seiso): Der Arbeitsplatz wird gründlich gereinigt. Reinigen bedeutet zugleich Prüfen: Beim Säubern werden Abweichungen, Leckagen oder Beschädigungen frühzeitig erkannt (vgl. OJT Solutions 2023, S. 75–76).
- 4A, Anordnungen standardisieren (Seiketsu): Die Ergebnisse der ersten drei Schritte werden als verbindlicher Standard dokumentiert. Visuelle Hilfsmittel wie Bodenmarkierungen, Schattenbretter und Beschriftungen machen den Soll-Zustand für alle sichtbar (vgl. Teeuwen/Schaller 2017, S. 69–72).
- 5A, Alle Punkte einhalten (Shitsuke): Die geschaffenen Standards werden durch regelmäßige Audits, Schulungen und Selbstdisziplin aufrechterhalten und kontinuierlich verbessert. Dieser Schritt sichert die Nachhaltigkeit der gesamten 5A-Kampagne.
5A als Einstieg in den KVP
Die 5A-Kampagne wird typischerweise mit einem Workshop gestartet, der als Kick-off-Veranstaltung zur Einleitung des KVP-Prozesses angesehen werden kann. Durch die sichtbaren und schnell erzielbaren Verbesserungen am Arbeitsplatz erleben die Mitarbeiter unmittelbar, was kontinuierliche Verbesserung bedeutet. Diese Erfahrung schafft die Motivation für weitergehende Veränderungen im Rahmen von TPM und Lean.
In japanischen Unternehmen wie Toyota ist die 5S/5A-Methodik tief in der Arbeitskultur verankert. Furukawa-Caspary weist darauf hin, dass 5S in Japan kein einmaliges Projekt, sondern ein dauerhafter Bestandteil der täglichen Arbeit ist, vergleichbar mit dem Zähneputzen am Morgen (vgl. Furukawa-Caspary 2021, S. 26–29). Erst wenn die Basisdisziplin verinnerlicht ist, können anspruchsvollere Methoden wirkungsvoll greifen.
Zusammenhang mit 5S
Die Begriffe 5A und 5S bezeichnen dieselbe Methode. Während 5S die japanischen Originalbegriffe verwendet (Seiri, Seiton, Seiso, Seiketsu, Shitsuke), nutzt 5A die deutsche Übersetzung, bei der alle Schritte mit dem Buchstaben A beginnen. Internationale Unternehmen verwenden meist die 5S-Bezeichnung, da sie weltweit etabliert ist. In der deutschsprachigen Literatur und im (vgl. May/Schimek 2015, S. 101–103) CETPM-Umfeld sind beide Begriffe geläufig und gleichbedeutend.
Merke: 5A und 5S sind identisch, 5A ist die deutsche Übersetzung der japanischen 5S-Begriffe. Die Methode bildet das Fundament jeder Lean- und TPM-Initiative und ist der wirkungsvollste Einstieg in die kontinuierliche Verbesserung.
Quellenangaben
Teeuwen, B.; Schaller, C. (2017): 5S, Die Erfolgsmethode zur Arbeitsplatzorganisation. 4. unveränd. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 29–34 und S. 69–72.
May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 101–103.
OJT Solutions Inc. (2019): Toyotas Geheimrezepte für die Problemlösung. Übers. v. M. Furukawa-Caspary, Deutscher Management Verlag, Herrieden, S. 197–198.
OJT Solutions Inc. (2023): Toyotas Fehlerlehre, Von der Kunst, Fehler in Erfolge zu verwandeln. Übers. v. M. Furukawa-Caspary, Deutscher Management Verlag, Herrieden, S. 75–76.
Furukawa-Caspary, M. (2021): Über 4S und 5S, in: YOKOTEN 04/2021, S. 26–29.
Weiterführende Literatur
Teeuwen, B.; Grombach, A. (2019): SMED, Die Erfolgsmethode für schnelles Rüsten und Umstellen. 3. unveränd. Aufl., Deutscher Management Verlag, Herrieden, S. 78–80.
OJT Solutions Inc. (2017): Toyotas Geheimrezepte für die Mitarbeiterentwicklung. Übers. v. M. Furukawa-Caspary, CETPM Publishing, Herrieden.
Furukawa-Caspary, M. (2021): Über 4S und 5S (Teil 2), in: YOKOTEN 05/2021, S. 26–27.
Albat, J. (2016): 5S im Office, in: YOKOTEN 01/2016, S. 6–9.
Verwandte Konzepte
- 5S, Die japanische Originalbezeichnung derselben Methode.
- Fokussierte Verbesserung, Strukturierte Verlustbeseitigung als nächste Stufe nach 5A.
- TPM, 5A/5S als Basisaktivität im TPM-Säulenmodell.
- KVP, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, für den 5A den Einstieg bildet.
- Operational Excellence, Übergeordnetes Zielsystem für exzellente Prozesse.
- Standardisierte Arbeit, Eng verbunden mit dem 4. A (Anordnungen standardisieren).
- Gemba, 5A-Aktivitäten finden stets am Ort des Geschehens statt.