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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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TPM / Instandhaltungsmanagement

Hier geht es um die produktivitätsorientierte Instandhaltung zur Steigerung der Maschinen- und Anlageneffektivität unter Einbeziehung der Produktionsmitarbeiter/Werker. Autonome und geplante Instandhaltung sind die zentralen Themen dieses Kompetenzbereichs.

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Führungskompetenz

Heutzutage ist Führung gefragt, die Anpassungsfähigkeit und Kreativität systematisch weiterentwickelt - Führung die Freiraum gibt, die inspiriert, die Selbstmotivation ermöglicht und Menschen befähigt, über sich hinaus zu wachsen. In diesem Kompetenzbereich finden Sie dazu die passenden Seminare.

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Persönliche Entwicklung

Persönliche Fähigkeiten wie z. B. Kommunikationskompetenz, Projektmanagementkompetenz und Coaching-Kompetenz sind wichtige Bausteine, um in der veränderten Geschäftswelt beruflich erfolgreich zu sein. Die Seminare in diesem Kompetenzbereich helfen Ihnen, sich zielgerichtet weiterzuentwickeln.

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Fehlerkosten im Qualitätsgrad der OEE

Hallo zusammen,

ich befinde mich derzeit im Praxisprojekt für meine Bachelorarbeit, in dem ich mich mit Fehlerkosten und dem Qualitätsgrad in der OEE befasse.

Meine Problemstellung ist die folgende:
In dem Unternehmen, in dem ich das Praxisprojekt durchführe, wird der Qualitätsgrad laut eigener Aussage zu wenig beachtet.
Ein kurzes Beispiel: Ein Qualitätsgrad von z.B. 95% kostet dieses Unternehmen sehr viel mehr Geld als z.B. ein Verfügbarkeitsgrad von 70%. Auf den ersten Blick könnte man jedoch meinen, dass das Problem beim Verfügbarkeitsgrad größer ist als beim Qualitätsgrad, sodass man im anschließenden Verbesserungsprozess den Qualitätsgrad, gemessen an den Kosten, zu wenig beachtet. Kurz gesagt: die OEE bildet die Höhe der Kosten, die mit einem Qualitätsgrad <100% verbunden sind nicht ab.
Meine Aufgabe ist es nun herauszufinden, ob eine sinnvolle Berücksichtigung der Höhe der Fehlerkosten im Qualitätsgrad der OEE möglich ist. Bei meiner Recherche konnte ich bis jetzt allerdings noch keine Meinungen dazu finden.

Ich möchte Ihnen kurz meine eigene Auffassung darstellen:
So wie ich es in der Literatur verstehe, ist die OEE kein Instrument, das in irgendeiner Weise Kosten in die Berechnung einbezieht. Das ist vermutlich auch der Grund, warum ich keine Informationen zu meiner Problemstellung finde. Andererseits kann ich aber auch das Grundproblem verstehen – wenn mit den verschiedenen Graden der OEE große Kostenunterschiede verbunden sind, dann sollte dies doch auch beim Treffen von Maßnahmen berücksichtigt werden (zumindest bei deren Priorisierung). Eine Möglichkeit könnte meiner Ansicht nach sein, Kostenkennzahlen direkt neben der OEE zu visualisieren, damit die Kosten ersichtlich werden und sinnvolle Maßnahmen mit entsprechender Priorität beschlossen werden können.

Hat sich jemand von Ihnen schon einmal mit dieser oder einer ähnlichen Fragestellung befasst und kann mir weitere Meinungen, Informationen oder Recherchetipps geben?

Viele Grüße
Anne Lubjuhn

Hallo,

vielleicht hilft folgender Hinweis:
Zum einen ist OEE in Grunde nur beim Engpass ein wichtiges Kriterium. Hier sollte alles getan werden, um 100% zu gewährleisten, alle anderen Anlagen / Prozesse liefern mit einem hohen OEE keine Beitrag zum Ergebnis.
In dem Zusammenhang wird die Qualität am Engpass wichti, über FPY (First pass yield) gut zu erfassen und zu visualisieren.

Viel Erfolg
Reinhold Sonner

Hallo Frau Lubjuhn,

interessante Aufgabe, eine Frage zum besseren Verständnis: was genau verstehen Sie unter Kosten in Bezug auf Qualitäts-, Leistungs- und Verfügbarkeitsgrad? Das Verhältnis der mit diesen Verlusten verbundenen Kosten zueinander hängt m.E. stark vom Produkt bzw. dem Prozess ab, deswegen wäre es sicherlich hilfreich, sich hier erst mal grundsätzlich klar zu sein, welche Verluste mit den jeweiligen OEE-Faktoren einhergehen.

Viele Grüße,
Gregor Kuswik

Hallo Frau Lubjuhn.

Kennzahlen sind wichtig. Und die OEE kann eine davon sein (m.E. nach die beste Maschinenkennzahl um den kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu tracken). Kennzahlen müssen jedoch immer auch richtig interpretiert werden. Deshalb gibt es auch das Shopfloor-Management: die richtigen Personen an der richtigen Stelle reden über die wichtigen Themen und treffen die richtigen Entscheidungen. Ihr Ansatz neben der OEE auch die Kosten zu visulalisieren würde den beteiligten Personen die nötigen Informationen zukommen lassen, wenn sie diese noch nicht haben sollten. Denn wie sonst können hier die richtigen Entscheidungen getroffen werden? Wie die Ressourcen intelligent einsetzen? Priorisierung muss sein. Das ist auch der Grund warum viele Unternehmen sich auf die TOP 3 Themen/Verluste im Shopfloor-Management fokussieren. Ihr Ansatz ist also der richtige.
Gutes Gelingen dabei.

Beste Grüße, Markus Bruder

Hallo,
grundsätzlich muss man sich die Frage stellen, mit welcher Zielsetzung man die OEE überhaupt misst. OEE ist dazu da, um nachzusehen, ob und inwieweit die Anlagen und Maschinen einem zur Verfügung stehen, wenn man sie braucht. Und ob dieser Zustand sich verbessert oder verschlechtert, wenn sich an irgendeiner Bedingung etwas ändert.
Das hat an sich nichts mit der geldlichen Betrachtungsweise zu tun - wenn ich TPM einführe, dann tritt meistens eine Verbesserung der Verfügbarkeit ein, weil die Mannschaft die Anlagen besser im Griff hat.
TPM macht man, weil man den Anspruch hat, die Anlagen immer dann zur Verfügung haben zu wollen, wenn man sie braucht, weil ein unerwarteter Stillstand die Abläufe mehr durcheinanderbringt als ein geplanter - und deshalb auch mehr Geld kostet. Hier kommt es nicht auf die Geldsumme an, die dadurch verloren geht, sondern einfach auf diese Tatsache, dass ein ungeplanter Stillstand etwas ist, was völlig unnötig und per se ungewolltes ist.
OEE misst man also, nicht weil ich irgendetwas mönetär berechnen möchte, sondern, weil ich meine Abläufe besser in Griff bekommen möchte.
Die Fehler, die im Produkt auftauchen, hat zunächst damit auch nichts zu tun.
Wenn ich ein Cafe betreibe, und die OEE meiner Kaffeemaschine aufzeichne, dann will ich damit erfahren, ob und wann diese mir zu Verfügung steht, wann diese mir Zicken und einen Strich durch die Rechnung, und ich will wissen, wenn ich diese vernünftig und geplant warte, und irgendwelche konkrete Maßnahmen zur Prävention ergreife, ob dadurch die Situation besser wird. Die Betrachtung, wieviel Kaffee ich dadurch weniger verkaufe, oder wieviel Geld mir durch den Schaden verloren geht, steht auf einem anderen Blatt.
Und auch wenn ich vielmehr Geld dadurch verliere, weil mir der Kaffee regelmäßig missrät, und es mir sinnvoller erscheint, erst einmal dafür zu sorgen, dass der Kaffee mir gelingt, hat es nicht damit zu tun, dass ich ein Auge darauf haben möchte, dass die Kaffeemaschine mir keine Zicken macht, egal, ob der Verlust dadurch größer oder kleiner als durch die Qualitätsprobleme sind. Wenn ich eine Kennzahl möchte, die mir hilft, die Prioritäten zu setzen, dann ist die OEE die falsche dafür.

Liebe Grüße
Mari Furukawa-Caspary

Hallo Frau Lubjuhn,

vielleicht ware es auch interessant zu analysieren, warum dem Qualitätsgrad zu wenig Beachtung geschenkt wird, unabhängig von der OEE. Ist diese Ursache bekannt lassen sich bestimmt einfachere Rückschlüsse ziehen.

Vielleicht ist die OEE ja nicht die einzig sinnvolle Kennzahl in dem Prozess, bzw. an der Anlage.

Viele Grüße und gutes Gelingen!

Joost Fastenrath

Wenn ich den Invest meiner Anlage beziffern möchte, dann ist es sinnvoll den Nutzungsgrad zu untersuchen. Je höher dieser ist, um so mehr kann ich produzieren.
Beim OEE wird nur die Verfügbarkeit, also die Planbelegungszeit meiner Anlage untersucht.
Letztendlich ist es egal, was ich betrachte. Sowohl beim Nutzungsgrad als auch beim OEE gilt es die Verfügbarkeits-, Leistungs- und Qualitätsverluste zu minimieren. Nur so kann ich die Verfügbarkeit der Anlage steigern. Beim OEE sind die geplanten Stillstände wie Pausen oder Instandhaltung nicht relevant. Jedoch gilt es beim Nutzungsgrad diese Zeiten ebenfalls zu minimieren. Also würde ich folgende Formeln einsetzen:
OEE = Nutzungszeit/Planbelegungszeit
Nutzungsrad = Nutzungszeit/Betriebsmittelzeit

Hallo Herr Franz,

Sie haben Recht, OEE zeigt nur diesen Teil der Verluste welche in der Schicht liegen, also die durch das Shopfloor Team eliminiert werden können.
Daher sind ALLE Zeiten in der Schicht IM OEE abgebildet. Geplant oder nicht, erklärbar oder nicht, erwünscht oder nicht. Stillstand ist Verlust, so wie Sie sagen.

Daneben gibt es die Zeit die durch das Management aus-geplant oder nicht eingeplant wird. Diese finden wir bzw. in der Overall Operations Effectiveneness (OOE) und TEEP zurück.

Schauen Sie sich doch mal dieses Diagramm an http://oeecoach.com/oee-ooe-teep-explained/, das gibt ihnen einen übersicht über die volständige Verlustkaskade. Der OEE Industriestandard kann ihnen helfe den OEE so zu definieren das Sie alle Verlusten sichtbar machen werden.
http://oeeindustrystandard.oeefoundation.org/de/definition/scope/

Viel Erfolg bei der Verlust Jagd,
Ihr Arno Koch