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Was ist "Bowling Chart"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Bowling Chart (auch Bowling-Diagramm) ist ein visuelles Tracking-Tool, das die Zielerreichung von Kennzahlen (KPIs) über einen definierten Zeitraum in einer tabellarischen Übersicht darstellt. Der Name leitet sich vom Bowling-Spiel ab, bei dem die Ergebnisse jeder Runde in einem standardisierten Format notiert werden. Im Lean-Kontext dient das Bowling Chart als zentrales Element des Shopfloor Managements und macht auf einen Blick sichtbar, ob ein Team seine Ziele erreicht oder verfehlt.

Aufbau und Struktur

Ein typisches Bowling Chart ist als Matrix aufgebaut. In den Zeilen stehen die zu verfolgenden Kennzahlen, etwa OEE, Ausschussrate, Liefertreue, Durchlaufzeit oder Unfallhäufigkeit. In den Spalten sind die Zeitperioden abgetragen, üblicherweise die zwölf Monate eines Jahres. Für jede Kennzahl und jeden Monat werden zwei Werte eingetragen: der Zielwert (Plan) und der tatsächlich erreichte Wert (Ist). Durch eine Farbcodierung, typischerweise grün für Zielerreichung und rot für Zielverfehlung, wird der Status sofort visuell erkennbar.

Zusätzlich enthält das Bowling Chart häufig eine kumulative Darstellung: Am rechten Rand wird der Jahrestrend oder die Gesamtzielerreichung zusammengefasst. So kann das Team nicht nur die aktuelle Monatsleistung, sondern auch den langfristigen Verlauf auf einen Blick erfassen. Manche Unternehmen ergänzen das Chart um eine Maßnahmenspalte, in der für jeden roten Monat die vereinbarten Gegenmaßnahmen dokumentiert werden.

Einsatz im Shopfloor Management

Im Rahmen des Shopfloor Managements bildet das Bowling Chart das Rückgrat der regelmäßigen Leistungsbewertung. In täglichen oder wöchentlichen Besprechungen am Shopfloor Board wird der aktuelle Stand der Kennzahlen besprochen und bei Abweichungen werden sofort Maßnahmen eingeleitet. Das Bowling Chart ergänzt dabei tägliche Kennzahlentafeln um eine längerfristige Perspektive: Während das Tagesboard den aktuellen Zustand zeigt, bildet das Bowling Chart den Jahresverlauf ab und macht Trends und Muster sichtbar.

Die Stärke des Bowling Charts liegt in seiner Einfachheit. Es erfordert weder Software noch spezielle Schulung. Jedes Teammitglied kann den Status ablesen und versteht sofort, wo das Team steht. Diese Transparenz fördert die Eigenverantwortung: Teams, die ihre Kennzahlen selbst pflegen und täglich sehen, entwickeln ein stärkeres Bewusstsein für ihre Leistung als Teams, die ihre Ergebnisse nur aus monatlichen Management-Reports erfahren.

Verbindung zu TPM und KPI-Systemen

Im TPM-Kontext wird das Bowling Chart häufig eingesetzt, um die Zielerreichung der einzelnen TPM-Säulen zu verfolgen. Jede Säule definiert spezifische Kennzahlen, etwa Störungsrate und Mean Time Between Failures für die Säule Autonome Instandhaltung oder die Anzahl umgesetzter Verbesserungsvorschläge für die Säule Fokussierte Verbesserung. Das Bowling Chart macht die Fortschritte jeder Säule sichtbar und ermöglicht dem TPM-Steuerungskreis eine fundierte Priorisierung der Aktivitäten.

Entscheidend für die Wirksamkeit ist die Auswahl der richtigen Kennzahlen. Ein Bowling Chart sollte nicht mehr als sechs bis acht KPIs enthalten, die sowohl Ergebnis- als auch Prozesskennzahlen umfassen. Ergebniskennzahlen (etwa OEE oder Liefertreue) zeigen, ob das Ziel erreicht wurde. Prozesskennzahlen (etwa Anzahl durchgeführter Audits oder Schulungsstunden) zeigen, ob die vereinbarten Aktivitäten tatsächlich stattfinden.

Praxistipp: Starten Sie mit einem einfachen Bowling Chart auf Papier oder Whiteboard. Wählen Sie maximal sechs Kennzahlen, die Ihr Team direkt beeinflussen kann. Lassen Sie das Team die Werte selbst eintragen, das steigert die Identifikation. Vereinbaren Sie für jeden roten Monat innerhalb von 48 Stunden eine konkrete Gegenmaßnahme und dokumentieren Sie diese direkt auf dem Chart.

Abgrenzung zu anderen Visualisierungen

Das Bowling Chart unterscheidet sich von anderen KPI-Visualisierungen durch seine kompakte Jahresübersicht. Ein Liniendiagramm zeigt zwar Trends detaillierter, erfordert aber mehr Interpretationsaufwand. Ein Andon-Board zeigt den Echtzeit-Status, ermöglicht aber keinen Rückblick. Das Bowling Chart schließt die Lücke zwischen Tagessteuerung und strategischer Jahresplanung und eignet sich besonders für monatliche Reviews und die Hoshin-Kanri-Zielkaskadierung.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 60–62.

Verwandte Konzepte

  • Shopfloor Management, Führung am Ort der Wertschöpfung mit Bowling Charts als zentralem Visualisierungselement.
  • Andon, Echtzeit-Signalsystem als Ergänzung zur längerfristigen Bowling-Chart-Perspektive.
  • OEE, Kennzahl für Anlageneffektivität als typischer KPI im Bowling Chart.
  • TPM, Ganzheitlicher Managementansatz, dessen Säulen-Fortschritte im Bowling Chart verfolgt werden.
  • Kaizen, Kontinuierliche Verbesserung, deren Ergebnisse im Bowling Chart sichtbar gemacht werden.

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