Job Methods (JM) ist eines der drei Kernprogramme des Training Within Industry (TWI) und vermittelt Führungskräften eine systematische Vorgehensweise zur Verbesserung von Arbeitsmethoden. Während Job Instruction (JI) das Anlernen und Job Safety (JS) die Arbeitssicherheit adressiert, zielt Job Methods darauf ab, bestehende Arbeitsabläufe kritisch zu hinterfragen und effizienter zu gestalten (vgl. Berendsen 2017, S. 6–9). JM bildet damit eine wichtige Grundlage für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
Das Training Within Industry-Programm wurde in den 1940er Jahren in den USA entwickelt, um die Produktivität der Kriegsindustrie zu steigern. Job Methods war eines der drei Trainingsmodule, die Vorarbeitern und Meistern in kompakten 10-Stunden-Kursen (verteilt auf fünf Sitzungen à zwei Stunden) die notwendigen Führungsfähigkeiten vermittelten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte TWI nach Japan, wo es entscheidend zur Entwicklung des Toyota-Produktionssystems beitrug (vgl. Berendsen 2018, S. 4–10).
In Japan wurde TWI, und damit auch Job Methods, nicht nur übernommen, sondern weiterentwickelt und perfektioniert. Die Methode wurde zum festen Bestandteil der industriellen Ausbildung und legte den Grundstein für das spätere Lean Management und Kaizen. Viele Konzepte, die heute als typisch japanisch gelten, haben ihren Ursprung in den TWI-Programmen der amerikanischen Kriegswirtschaft (vgl. Berendsen 2018, S. 4–10).
Job Methods folgt einer strukturierten Vier-Schritte-Methode, die Führungskräften hilft, Arbeitsabläufe systematisch zu verbessern:
Die Vier-Schritte-Methode von Job Methods weist deutliche Parallelen zu späteren Lean-Methoden auf. Das Aufgliedern der Arbeit entspricht der Prozessanalyse im Wertstromdesign, das Hinterfragen erinnert an die 5W-Analyse und die systematische Verbesserung an den Kaizen-Gedanken. Job Methods kann daher als einer der historischen Vorläufer des heutigen kontinuierlichen Verbesserungsprozesses betrachtet werden.
Im Gesundheitswesen hat sich TWI und insbesondere Job Methods als wirkungsvoller Ansatz erwiesen, um klinische Abläufe zu standardisieren und zu verbessern. Die strukturierte Vorgehensweise hilft, auch in komplexen medizinischen Prozessen Verschwendung zu identifizieren und die Patientensicherheit zu erhöhen (vgl. Thurnes 2017, S. 6–9).
Obwohl Job Methods vor über 80 Jahren entwickelt wurde, hat die Methode nichts an Aktualität verloren. Unternehmen wie der niederländische Hersteller VMI nutzen TWI-Programme einschließlich Job Methods als Basis für ihre Lean-Transformation. Dabei wird besonderer Wert auf die praktische Übung gelegt: Führungskräfte lernen die Methode nicht in Vorlesungen, sondern wenden sie unmittelbar auf reale Arbeitsabläufe in ihrem Verantwortungsbereich an (vgl. Nilwik 2022).
Auch in der akademischen Ausbildung findet TWI zunehmend Beachtung. An der Hochschule Kaiserslautern wird Job Methods im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen eingesetzt, um Studierenden die Grundlagen der Arbeitsmethodenverbesserung praxisnah zu vermitteln (vgl. Thurnes 2018, S. 13–15).
Praxistipp: Job Methods entfaltet seine volle Wirkung, wenn es nicht als Einzelmaßnahme, sondern zusammen mit Job Instruction und Job Safety als integriertes TWI-Programm eingeführt wird. Die drei Module ergänzen sich gegenseitig und bilden gemeinsam ein solides Fundament für operative Exzellenz.
Berendsen, G.; Latijnhouwers, C. (2017): TWI kreativ nutzen, in: YOKOTEN 02/2017, S. 6–9.
Berendsen, G.; Latijnhouwers, C. (2018): TWI in Japan, in: YOKOTEN 04/2018, S. 4–10.
Thurnes, A.; Latijnhouwers, C. (2017): TWI als Basis für Lean Healthcare, in: YOKOTEN 06/2017, S. 6–9.
Thurnes, C. (2018): TWI im Studium Wirtschaftsingenieurwesen, in: YOKOTEN 03/2018, S. 13–15.
Nilwik, P. (2022): Pioniermentalität gut ausgerichtet, in: YOKOTEN 06/2022.
Berendsen, G.; Latijnhouwers, C. (2016): Arbeitssicherheit im Rahmen von TWI, in: YOKOTEN 05/2016, S. 6–8.