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Was ist "Job Safety (JS)"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Job Safety (JS) ist ein Programm aus dem Training Within Industry (TWI)-System, das Vorgesetzten, in der TWI-Terminologie „Supervisoren“, die Fähigkeit vermittelt, Gefährdungen am Arbeitsplatz systematisch zu erkennen, Maßnahmen zu beschließen und präventiv Unfälle zu verhindern. Während die drei bekannteren TWI-Module Job Instruction, Job Relations und Job Methods die Fähigkeiten des Unterweisens, Führens und Verbesserns adressieren, stellt Job Safety die Arbeitssicherheit in den Mittelpunkt. Das Programm wurde in Japan als Ergänzung zu den drei US-amerikanischen Basisprogrammen entwickelt und ist dort fester Bestandteil der Supervisor-Ausbildung (vgl. Latijnhouwers/Berendsen 2016, S. 7).

Die Vier-Schritte-Methode

Wie alle TWI-Programme basiert Job Safety auf einer strukturierten Vier-Schritte-Methode, die von den Teilnehmern aktiv geübt wird. Die Schritte lauten:

  • Schritt 1, Ursachen von Gefahr erkennen: Die Situation wird untersucht, die Vorgeschichte analysiert und Gespräche mit den Beteiligten geführt. Dabei werden sowohl Dinge (Materialien, Maschinen, Werkzeuge, Arbeitsmethoden, gefährliche Stoffe, Umgebung) als auch Menschen (Fähigkeiten, geistiger und körperlicher Zustand, Arbeitseinstellung, Verwendung persönlicher Schutzausrüstung) betrachtet.
  • Schritt 2, Maßnahmen beschließen: Die erkannten Ursachen werden im Zusammenhang beurteilt. Sachverständige werden hinzugezogen, mehrere Maßnahmen in Erwägung gezogen und Richtlinien sowie Vorschriften berücksichtigt.
  • Schritt 3, Maßnahmen umsetzen: Es wird geprüft, ob der Supervisor die Maßnahme selbst umsetzen kann, ob Unterstützung des Vorgesetzten nötig ist oder ob weitere Personen einbezogen werden müssen.
  • Schritt 4, Ergebnisse prüfen: Die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen wird wiederholt überprüft. Es wird kontrolliert, ob die Ursachen beseitigt sind und ob sich neue Gefährdungen ergeben haben.

Das Leitmotto von Job Safety lautet: „Sicherheitsvorfälle werden verursacht, durchbrechen Sie die Kette.“ Dieser Grundsatz verdeutlicht, dass Unfälle keine Schicksalsschläge sind, sondern durch systematisches Handeln verhindert werden können (vgl. Latijnhouwers/Berendsen 2016, S. 8).

Schulungsformat

Eine Job-Safety-Schulung umfasst fünf Einheiten zu je zwei Stunden, insgesamt also zehn Stunden. In diesen Einheiten üben Supervisoren anhand realer Beispiele aus ihrem Arbeitsumfeld, wie sie direkte und indirekte Ereignisse erkennen, die zu Zwischenfällen oder Unfällen führen können. Die Methode verbindet theoretisches Wissen mit praktischer Anwendung, wobei das Lernen durch Übung im Vordergrund steht.

Rolle der Arbeitssicherheit im TWI-System

Arbeitssicherheit steht im TWI-System nicht isoliert, sondern bildet den Mittelpunkt aller Supervisor-Kompetenzen. Ein Supervisor soll sich über die Gefahren seiner Arbeit inhaltlich bewusst sein, die Sicherheitsregeln und Gesetze kennen, beim Unterweisen auf sicheres Arbeiten achten und die Mitarbeiter führen, damit eine arbeitssichere Kultur entsteht. Auch bei Verbesserungen nach Job Methods soll stets die Arbeitssicherheit berücksichtigt werden (vgl. Latijnhouwers/Berendsen 2016, S. 7).

In Japan ist Job Safety fester Bestandteil der Supervisor-Ausbildung. Die Japanese Industrial Training Association (JITA) bildet unternehmensinterne Trainer in 43-stündigen Train-the-Trainer-Programmen aus, damit die Methode dauerhaft im Unternehmen verankert bleibt. Insgesamt wurden dort über 3.300 interne Job-Safety-Trainer ausgebildet (vgl. Latijnhouwers/Berendsen 2018, S. 8).

Praxistipp: Job Safety entfaltet seine volle Wirkung, wenn es nicht nur als Analysemethode für bereits eingetretene Unfälle eingesetzt wird, sondern proaktiv zur Prävention. Schulen Sie Ihre Supervisoren darin, täglich bei Rundgängen systematisch nach gefährlichen Situationen zu suchen, bei Dingen ebenso wie bei menschlichem Verhalten.

Von technischer Prävention zu Verhaltensänderung

Die aktuelle Entwicklung in der Arbeitssicherheit zeigt eine Verlagerung von der rein technischen Verhinderung von Unfällen hin zu einer umfassenden Prävention, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Da die meisten Unfälle durch menschliches Versagen verursacht werden, ist es entscheidend, menschliches Verhalten systematisch zu verändern. Job Safety unterstützt diesen Wandel, indem es Supervisoren befähigt, neben technischen Lösungen auch Verhaltensänderungen durch Unterweisung und positive Führung anzustoßen. Das Ziel „Null Unfälle“ ist kein Zufall, sondern das Ergebnis systematischer Bemühungen.

Quellenangaben

Latijnhouwers, C.; Berendsen, G. (2016): Arbeitssicherheit im Rahmen von TWI, Von technischer Verhinderung von Unfällen zum Fokus auf menschliches Verhalten, in: YOKOTEN 05/2016, S. 6–8.

Latijnhouwers, C.; Berendsen, G. (2018): TWI in Japan, Erkenntnisse aus einer Japan-Studienreise, in: YOKOTEN 04/2018, S. 4–10.

Verwandte Konzepte

  • Training Within Industry, Übergeordnetes Programm, zu dem Job Safety gehört.
  • Job Instruction, TWI-Modul zum strukturierten Unterweisen, in dem Sicherheitspunkte als Schlüsselpunkte gelten.
  • Job Relations, TWI-Modul zur Mitarbeiterführung, das eine arbeitssichere Kultur fördert.
  • Job Methods, TWI-Modul zur Methodenverbesserung mit Fokus auf Sicherheit bei Veränderungen.
  • 5S, Arbeitsplatzorganisation, die Sicherheit und Ordnung am Arbeitsplatz fördert.
  • Shopfloor Management, Führung am Ort der Wertschöpfung, wo Arbeitssicherheit täglich gelebt wird.

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