Lexikon
Forum
Downloads
Shop
Fachmagazin YOKOTEN
Login
Suche

Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

   Zurück

Qualität & Six Sigma

In diesem Kompetenzbereich geht es darum, eine optimale Qualität sicherzustellen, um die Kundenzufriedenheit zu erhalten und zu steigern. Six Sigma ist dafür eine bewährte Methode. Weiterhin finden Sie hier Seminare zu den vielfältigen Themen der Qualitätssicherung.

   Zurück

Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI) transformiert Branchen, revolutioniert Arbeitsweisen und schafft völlig neue Geschäftsmodelle. Mit unserem Weiterbildungsprogramm rüsten wir Sie mit dem notwendigen Wissen und den Werkzeugen aus, um die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen erfolgreich zu gestalten.

   Zurück

Was ist "Kennzahlenbaum"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Kennzahlenbaum (auch KPI-Baum oder Key-Performance-Indicator-Baum) ist ein hierarchisches Kennzahlensystem, das die strategischen Unternehmensziele über mehrere Ebenen in operative Steuerungsgrößen heruntergebrochen darstellt. An der Spitze des Baums stehen übergeordnete Ergebniskennzahlen wie Umsatzrendite oder Gesamtanlageneffektivität; über Verästelungen werden diese in beeinflussbare Teilkennzahlen zerlegt, bis auf der untersten Ebene konkrete Prozessgrößen stehen, die von Teams am Shopfloor direkt gesteuert werden können. Im Rahmen von TPM dient der Kennzahlenbaum als Brücke zwischen der strategischen Zielsetzung und dem täglichen Verbesserungshandeln.

Aufbau und Struktur

Ein Kennzahlenbaum wird typischerweise von oben nach unten aufgebaut. Die Wurzel, die übergeordnete Zielkennzahl, wird in ihre mathematisch oder logisch verknüpften Teilkennzahlen zerlegt. Jede Teilkennzahl kann ihrerseits weiter aufgefächert werden, bis auf der untersten Ebene Größen stehen, die ein Team oder eine Abteilung direkt beeinflussen kann. Diese Struktur macht sichtbar, wie operative Verbesserungen auf die strategischen Ziele einzahlen.

Ein typisches Beispiel im TPM-Kontext ist die Zerlegung der OEE: Die Gesamtanlageneffektivität setzt sich aus den drei Faktoren Verfügbarkeit, Leistung und Qualität zusammen. Jeder dieser Faktoren kann weiter aufgefächert werden, die Verfügbarkeit etwa in geplante und ungeplante Stillstände, die Leistung in Geschwindigkeitsverluste und Kurzstopps, die Qualität in Ausschuss und Nacharbeit. Auf der untersten Ebene stehen dann konkrete Verlustarten, die Teams im Rahmen von Kaizen-Aktivitäten systematisch bearbeiten können.

Funktion im Verbesserungsprozess

Der Kennzahlenbaum erfüllt mehrere Funktionen im Verbesserungsprozess: Er schafft Transparenz, indem er die Zusammenhänge zwischen operativen Größen und Unternehmenszielen visualisiert. Er ermöglicht Priorisierung, weil sichtbar wird, welche Teilkennzahl den größten Hebel auf die übergeordnete Zielgröße hat. Und er fördert Eigenverantwortung, weil Teams erkennen, wie ihr Beitrag auf die Gesamtleistung einwirkt.

In der Praxis wird der Kennzahlenbaum häufig im Rahmen des Shopfloor Managements eingesetzt. Auf den Teamtafeln sind die Prozesskennzahlen der untersten Baumebene visualisiert; auf den Abteilungstafeln die aggregierten Teilkennzahlen; auf der Werksleitungsebene die übergeordneten Ergebniskennzahlen. Diese durchgängige Kaskadierung stellt sicher, dass alle Verbesserungsaktivitäten auf die gleichen strategischen Ziele ausgerichtet sind.

Verbindung zum Loss Deployment

Der Kennzahlenbaum ist eng mit dem Loss Deployment verbunden. Während der Kennzahlenbaum die Zielgrößen hierarchisch strukturiert, quantifiziert das Loss Deployment die tatsächlichen Verluste entlang dieser Struktur. Gemeinsam bilden sie ein System, das sowohl die Zielrichtung (Kennzahlenbaum) als auch die Ansatzpunkte für Verbesserungen (Loss Deployment) transparent macht. Teams können so gezielt an den Verlusten arbeiten, die den größten Einfluss auf die übergeordneten Kennzahlen haben.

Praxistipp: Bauen Sie Ihren Kennzahlenbaum gemeinsam mit den Teams auf, nicht im stillen Kämmerlein der Controlling-Abteilung. Beginnen Sie bei der übergeordneten Zielgröße und fragen Sie bei jeder Verastelung: „Welche Faktoren beeinflussen diese Kennzahl?“ Prüfen Sie, ob die Kennzahlen auf der untersten Ebene tatsächlich vom Team beeinflusst werden können, nur dann entsteht Eigenverantwortung.

Einführung in der Praxis

Die Einführung eines Kennzahlenbaums beginnt idealerweise mit einem Workshop, in dem Vertreter aller Hierarchieebenen gemeinsam die Zielstruktur erarbeiten. Der Workshop startet mit der Frage: „Was ist unsere wichtigste Ergebniskennzahl?“ Von dort aus werden die Einflussfaktoren Schritt für Schritt aufgefächert. Entscheidend ist, dass die Mitarbeiter der operativen Ebene bestätigen, dass die Kennzahlen auf der untersten Baumebene tatsächlich durch ihr Handeln beeinflussbar sind. Nur wenn diese Beeinflussbarkeit gegeben ist, entsteht echte Eigenverantwortung.

Nach der Erstellung wird der Kennzahlenbaum an zentraler Stelle visualisiert, idealerweise als grossformatiges Poster im Besprechungsraum oder als fester Bestandteil der Shopfloor-Tafeln. Die Aktualisierung der Kennzahlen erfolgt in einem definierten Rhythmus: Prozesskennzahlen täglich oder wöchentlich, aggregierte Teilkennzahlen monatlich, Spitzenkennzahlen quartalsweise. Diese Regelmäßigkeit stellt sicher, dass der Kennzahlenbaum ein lebendiges Steuerungsinstrument bleibt und nicht zum statischen Wandschmuck verkommt.

Typische Fehler bei der Anwendung

Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung von Aktivitätskennzahlen mit Ergebniskennzahlen. Der Kennzahlenbaum sollte auf Ergebnisse ausgerichtet sein, nicht auf Aktivitäten. Die Anzahl durchgeführter Kaizen-Workshops ist keine geeignete Kennzahl; die dadurch erzielte Reduktion von Stillständen dagegen schon. Ein weiterer Fehler liegt in der Überfrachtung: Zu viele Verästelungen führen zu Unübersichtlichkeit und Steuerungsverlusten. Praxisbewährt sind drei bis vier Ebenen mit maximal fünf Teilkennzahlen pro Knoten.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management, Grundlagen und Einführung von TPM, oder wie Sie Operational Excellence erreichen. 6. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 64–68.

Verwandte Konzepte

  • OEE, Häufigste Spitzenkennzahl im TPM-Kennzahlenbaum mit den Faktoren Verfügbarkeit, Leistung und Qualität.
  • Loss Deployment, Systematische Verlustanalyse, die den Kennzahlenbaum mit konkreten Verbesserungsansätzen verbindet.
  • TPM, Ganzheitlicher Managementansatz, der den Kennzahlenbaum als Steuerungsinstrument nutzt.
  • Kaizen, Verbesserungsaktivitäten, die sich an den Kennzahlen der untersten Baumebene orientieren.

Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie geben Einwilligung zu unseren Cookies, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.