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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Was ist "Zielentfaltung"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Zielentfaltung (engl. Goal Deployment, jap. Hoshin Kanri) ist der systematische Prozess, mit dem strategische Unternehmensziele von der obersten Führungsebene über alle Hierarchiestufen hinweg bis auf die operative Ebene heruntergebrochen werden. Im Kern geht es darum, dass jeder Mitarbeiter versteht, welchen Beitrag er zur Erreichung der übergeordneten Ziele leistet, und dass die Ziele auf jeder Ebene konkret, messbar und aufeinander abgestimmt sind (vgl. Leikep 2014, S. 12–13). Im Kontext von Operational Excellence und Lean Management bildet die Zielentfaltung das strategische Rückgrat, das sicherstellt, dass alle Verbesserungsaktivitäten in die gleiche Richtung wirken.

Prinzip und Vorgehensweise

Der Zielentfaltungsprozess beginnt typischerweise mit der Definition eines Nordsterns, einer langfristigen Vision, die die Richtung für das gesamte Unternehmen vorgibt. Aus diesem Nordstern werden Jahresziele abgeleitet, die dann stufenweise auf Bereichs-, Abteilungs- und Teamebene konkretisiert werden. Entscheidend ist dabei, dass die Zielentfaltung kein reiner Top-down-Prozess ist: Durch einen strukturierten Dialog zwischen den Ebenen, den sogenannten Catchball-Prozess, wird sichergestellt, dass die Ziele realistisch und von allen Beteiligten getragen werden.

Bei Airbus Engineering wurde die Zielentfaltung beispielsweise als zentrales Element der Lean-Transformation eingeführt, um die strategische Ausrichtung in allen Engineering-Bereichen zu verankern (vgl. Leikep 2014, S. 12). Die Erfahrung zeigt, dass eine konsequente Zielentfaltung die Wirksamkeit von Verbesserungsinitiativen deutlich erhöht, weil sie den Zusammenhang zwischen lokalen Verbesserungen und strategischen Zielen transparent macht.

Verbindung zur KATA

Die Verbesserungs-KATA und die Zielentfaltung ergänzen sich in besonderer Weise. Während die Zielentfaltung das „Was“ klärt, welche Ziele auf welcher Ebene erreicht werden sollen, liefert die KATA das „Wie“: die systematische Vorgehensweise, um von einem Ist-Zustand über Ziel-Zustände schrittweise in Richtung Nordstern voranzukommen (vgl. Schwarz 2017a, S. 14–17). Coaches unterstützen ihre Teams dabei, die entfalteten Ziele in konkrete Ziel-Zustände zu übersetzen und diese durch strukturierte Experimente zu erreichen.

In der Praxis bedeutet dies: Die Zielentfaltung definiert die Herausforderungen für jede Ebene, und die KATA-Routinen sorgen dafür, dass diese Herausforderungen durch tägliche Verbesserungsarbeit systematisch bearbeitet werden (vgl. Schwarz 2017b, S. 24–27). Dieses Zusammenspiel verhindert, dass Zielentfaltung zu einem bloßen Planungsinstrument verkommt, und stellt sicher, dass die definierten Ziele auch tatsächlich im operativen Alltag verfolgt werden.

Erfolgsfaktoren der Zielentfaltung

Damit Zielentfaltung wirksam wird, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein. Erstens braucht es eine klare, verständliche Vision als Ausgangspunkt. Zweitens muss der Catchball-Prozess ehrlich und offen geführt werden, Ziele dürfen nicht einfach diktiert werden. Drittens benötigen Führungskräfte die Fähigkeit, übergeordnete Ziele in sinnvolle Teilziele zu übersetzen, die für ihre Teams relevant und erreichbar sind.

Praxishinweis: Ein häufiger Fehler bei der Zielentfaltung ist die Überfrachtung mit zu vielen Zielen. Erfahrene Unternehmen beschränken sich auf wenige, dafür durchgängig verfolgte Schwerpunkte, typischerweise drei bis fünf strategische Durchbruchziele pro Jahr.

Visuelles Management spielt bei der Zielentfaltung eine zentrale Rolle: Zielkaskaden werden auf Shopfloor-Management-Tafeln dargestellt, sodass der Zusammenhang zwischen Teamzielen und Unternehmenszielen für jeden sichtbar ist. Regelmäßige Reviews auf allen Ebenen stellen sicher, dass Abweichungen frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Zielentfaltung im Kontext von TPM

Im Rahmen von Total Productive Management ist die Zielentfaltung ein wesentlicher Bestandteil der strategischen Führung. Sie sorgt dafür, dass die Aktivitäten der verschiedenen TPM-Säulen nicht isoliert nebeneinander stehen, sondern gezielt auf die strategischen Prioritäten des Unternehmens ausgerichtet werden. Ohne eine systematische Zielentfaltung besteht die Gefahr, dass Verbesserungsteams zwar engagiert arbeiten, aber an den falschen Themen.

Quellenangaben

Leikep, S. (2014): Zielentfaltung bei Airbus Engineering, in: YOKOTEN 03/2014, S. 12–13.

Schwarz, T. (2017a): Aus dem Leben eines KATA-Coaches, Teil 14, in: YOKOTEN 05/2017, S. 14–17.

Schwarz, T. (2017b): Aus dem Leben eines KATA-Coaches, Teil 15, in: YOKOTEN 06/2017, S. 24–27.

Weiterführende Literatur

Schwarz, T. (2018): Aus dem Leben eines KATA-Coaches, Teil 16, in: YOKOTEN 01/2018, S. 20–23.

Rother, M.; May, C. (2019): Das KATA Praxishandbuch. CETPM Publishing, Herrieden.

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