Wertschöpfungsmanagement ist ein ganzheitlicher Managementansatz, der Operational Excellence, Lean Management und TPM zu einem integrierten Framework vereint. Ziel ist die konsequente Ausrichtung aller Unternehmensaktivitäten auf die Erhöhung der Wertschöpfung, also jener Tätigkeiten, für die der Kunde tatsächlich bereit ist zu zahlen. Im Kern geht es darum, Verschwendung systematisch zu eliminieren und gleichzeitig die wertschöpfenden Anteile in allen Prozessen, direkt und indirekt, zu maximieren.
An der Hochschule Ansbach wird Wertschöpfungsmanagement seit Oktober 2010 als berufsbegleitender Bachelor-Studiengang angeboten, in Kooperation mit dem CETPM. Das Studium kombiniert betriebswirtschaftliche Grundlagen mit praktischen Lean- und TPM-Kompetenzen: Autonome Instandhaltung, Wertstromdesign, Shopfloor Management und weitere Methoden werden nicht nur theoretisch vermittelt, sondern in Praxisprojekten bei Partnerunternehmen angewandt (vgl. Leikep 2017, S. 6–8). Die Lehrfabrik und das Lehrbüro am Campus Herrieden bieten dabei eine realitätsnahe Lernumgebung, in der Studierende die gelernten Methoden unmittelbar erproben können.
Der Studiengang richtet sich an Berufstätige, die ihre praktische Erfahrung mit einem akademischen Abschluss verbinden möchten. Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis ist das zentrale Merkmal: Studierende bearbeiten reale Verbesserungsprojekte in ihren Unternehmen und tragen so während des Studiums bereits messbar zur Wertschöpfungssteigerung bei. Der Abschluss „Bachelor of Arts in Wertschöpfungsmanagement“ qualifiziert für Führungsaufgaben in Produktion, Logistik und Prozessoptimierung.
Wertschöpfungsmanagement unterscheidet sich von reinen Lean- oder TPM-Programmen durch seine integrative Perspektive. Es betrachtet nicht einzelne Methoden isoliert, sondern verbindet operative Exzellenz mit strategischer Unternehmensführung. Dazu gehören technische Methoden wie OEE-Analyse und SMED, organisatorische Prinzipien wie Pull-Produktion und Standardisierte Arbeit sowie Führungsansätze wie Kata und Gemba.
Die Wertschöpfungsorientierung hat auch eine volkswirtschaftliche Dimension: Nur Unternehmen, die Wert schaffen, sichern nachhaltig Arbeitsplätze und Wohlstand (vgl. Syska 2018, S. 10–12). Im globalen Wettbewerb entscheidet die Fähigkeit, Verschwendung zu erkennen und konsequent zu beseitigen, über die Zukunftsfähigkeit eines Standorts. Wertschöpfungsmanagement vermittelt genau diese Kompetenz, wissenschaftlich fundiert und praxisnah.
Im Wertschöpfungsmanagement steht die Frage im Mittelpunkt: Welche Aktivitäten schaffen tatsächlich Wert aus Kundensicht? Die Unterscheidung zwischen Value (Wertschöpfung) und Verschwendung (Muda) bildet die Grundlage aller Verbesserungsaktivitäten. Während in vielen Unternehmen der wertschöpfende Anteil der Arbeitszeit bei nur 5–25 % liegt, zielt Wertschöpfungsmanagement darauf ab, diesen Anteil systematisch zu erhöhen, sowohl in der Produktion als auch in administrativen Bereichen.
Praxisbezug: Studierende des Bachelor-Studiengangs Wertschöpfungsmanagement realisieren während des Studiums Verbesserungsprojekte in ihren Unternehmen. Die Kombination aus akademischer Ausbildung und praktischer Anwendung macht den Studiengang einzigartig in der deutschen Hochschullandschaft.
Leikep, S. (2017): Bachelor-Studiengang Wertschöpfungsmanagement, in: YOKOTEN 01/2017, S. 6–8.
Syska, A. (2018): Wertschöpfung neu denken, in: YOKOTEN 06/2018, S. 10–12.
May, C. (2022): Der Wertschöpfungsbeitrag von TPM, in: YOKOTEN 02/2022.
Leikep, S. (2019): Wertschöpfungsmanager, in: YOKOTEN 03/2019, S. 34.