Lexikon
Forum
Downloads
Shop
Fachmagazin YOKOTEN
Login
Suche

Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

   Zurück

Qualität & Six Sigma

In diesem Kompetenzbereich geht es darum, eine optimale Qualität sicherzustellen, um die Kundenzufriedenheit zu erhalten und zu steigern. Six Sigma ist dafür eine bewährte Methode. Weiterhin finden Sie hier Seminare zu den vielfältigen Themen der Qualitätssicherung.

   Zurück

Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI) transformiert Branchen, revolutioniert Arbeitsweisen und schafft völlig neue Geschäftsmodelle. Mit unserem Weiterbildungsprogramm rüsten wir Sie mit dem notwendigen Wissen und den Werkzeugen aus, um die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen erfolgreich zu gestalten.

   Zurück

Was ist "Visualisierung"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Visualisierung ist ein zentrales Prinzip im Lean Management und TPM, bei dem Informationen, Zustände und Abweichungen so dargestellt werden, dass sie auf einen Blick erfasst werden können. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und jedem Mitarbeiter die Möglichkeit zu geben, Normalzustand und Abweichung sofort zu unterscheiden (vgl. OJT Solutions (2017), S. 74–76). Visualisierung bildet damit die Grundlage für schnelles Handeln und kontinuierliche Verbesserung.

Visualisierung und visuelles Management

Zwischen Visualisierung und visuellem Management besteht ein wichtiger Unterschied: Visualisierung bedeutet, Informationen sichtbar zu machen. Visuelles Management geht einen Schritt weiter, es nutzt die sichtbar gemachten Informationen als Grundlage für Steuerung und Entscheidungsfindung. Visualisierung ist somit die notwendige Voraussetzung, visuelles Management das übergeordnete Führungskonzept.

In japanischen Unternehmen wird Visualisierung aus zwei Perspektiven betrachtet: zum einen als Mittel, um Aufmerksamkeit gezielt auf bestimmte Sachverhalte zu lenken, zum anderen als Instrument zur Überwachung, um Abweichungen vom Soll-Zustand sofort zu erkennen (vgl. Franke 2012, S. 6). Beide Aspekte wirken zusammen und ermöglichen eine proaktive Steuerung der Prozesse.

Instrumente der Visualisierung

Die Bandbreite der Visualisierungsinstrumente reicht von einfachen physischen Hilfsmitteln bis hin zu digitalen Systemen:

  • Bodenmarkierungen und Schattenbretter: Definieren feste Plätze für Werkzeuge und Materialien (vgl. Teeuwen/Schaller 2017, S. 69–72). Fehlende Gegenstände werden sofort sichtbar, ein zentrales Element der 5S-Methodik.
  • Andon-Signale: Optische und akustische Signale zeigen den Status von Maschinen und Prozessen in Echtzeit an. Bei Abweichungen wird sofort reagiert.
  • Kennzahlenboards: Am Gemba aufgestellte Tafeln zeigen Leistungskennzahlen wie OEE, Stückzahlen und Qualitätsdaten, die Basis für Shopfloor Management (vgl. Orth 2016, S. 8–10).
  • Wertstromkarten: Visualisieren den Material- und Informationsfluss eines gesamten Wertstroms und machen Verschwendung sichtbar.
  • Kanban-Karten: Steuern den Materialfluss visuell nach dem Pull-Prinzip, jede Karte repräsentiert einen konkreten Auftrag oder Bedarf.

Visualisierung im Shopfloor Management

Im Shopfloor Management spielt Visualisierung eine tragende Rolle. Die tägliche Besprechung am Board lebt davon, dass alle relevanten Informationen auf einen Blick verfügbar sind: Abweichungen werden rot markiert, Normalzustände grün. So entsteht ein gemeinsames Verständnis über den aktuellen Status und die notwendigen Maßnahmen (vgl. Müller 2020, S. 23–24).

Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten der Visualisierung: Digitale Shopfloor-Boards ermöglichen Echtzeit-Datenübertragung und standortübergreifende Transparenz. Dennoch betonen erfahrene Praktiker, dass die physische Präsenz am Board und die haptische Interaktion mit Magneten und Karten einen nicht zu unterschätzenden Wert für das Engagement der Teams haben (vgl. Müller 2020, S. 23–24).

Visualisierung als Grundlage für Standards

Standardisierte Arbeit und Visualisierung sind untrennbar miteinander verbunden: Ein Standard ist nur dann wirksam, wenn er für jeden Mitarbeiter sichtbar und verständlich ist. Visuelle Standards, etwa Fotos des Soll-Zustands, farbcodierte Markierungen oder einlaminierte Arbeitsanweisungen, reduzieren Interpretationsspielraum und sorgen für einheitliche Ausführung (vgl. Latijnhouwers 2021, S. 24–25).

Merke: Gute Visualisierung macht Abweichungen sichtbar, ohne dass man nachfragen muss. Sie ermöglicht sofortiges Handeln und ist damit das Nervensystem jeder Lean-Organisation.

Quellenangaben

Teeuwen, B.; Schaller, C. (2017): 5S, Die Erfolgsmethode zur Arbeitsplatzorganisation. 4. unveränd. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden, S. 69–72.

Franke, K. (2012): Sicherheit ist Kaizen, Kaizen ist Sicherheit, in: YOKOTEN 01/2012, S. 6.

Orth, T. (2016): Shopfloor Management näher beleuchtet, in: YOKOTEN 04/2016, S. 8–10.

Latijnhouwers, C. (2021): Standards vs. Individualität, in: YOKOTEN 04/2021, S. 24–25.

Weiterführende Literatur

May, C.; Schimek, P. (2015): Total Productive Management. 3. korr. Aufl., CETPM Publishing, Herrieden.

Teeuwen, B.; Grombach, A. (2019): SMED, Die Erfolgsmethode für schnelles Rüsten und Umstellen. 3. unveränd. Aufl., Deutscher Management Verlag, Herrieden.

OJT Solutions Inc. (2023): Toyotas Fehlerlehre, Von der Kunst, Fehler in Erfolge zu verwandeln. Übers. v. M. Furukawa-Caspary, Deutscher Management Verlag, Herrieden.

Ölschleger, B. (2012): Werkzeuge zum Sehen, in: YOKOTEN 04/2012, S. 8–9.

Leikep, S. (2017): Sehen und gesehen werden, in: YOKOTEN 01/2017, S. 30.

Müller, D. (2020): Shopfloor Management digital, in: YOKOTEN 06/2020, S. 23–24.

Verwandte Konzepte

  • Visuelles Management, Steuerungskonzept, das auf Visualisierung aufbaut.
  • Shopfloor Management, Führung am Ort der Wertschöpfung mittels visueller Informationen.
  • 5S, Arbeitsplatzorganisation als Basis sichtbarer Ordnung.
  • Standardisierte Arbeit, Visuelle Standards sichern einheitliche Prozessausführung.
  • Kanban, Visuelles Steuerungssystem für den Materialfluss.
  • Wertstromdesign, Visualisierung des gesamten Wertstroms.
  • OEE, Kennzahl, die typischerweise auf Shopfloor-Boards visualisiert wird.

Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie geben Einwilligung zu unseren Cookies, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.