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Operational Excellence

Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen durch Null-Verluste, Null-Stillstände, Null-Fehler und Null-Unfälle unter Einbeziehung aller Mitarbeiter in selbstorganisierten Teams. Ein System, das betriebliche Verbesserungsansätze wie Lean, TPM, Six Sigma, Kaizen und KVP vereint.

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Was ist "Anlaufmanagement"?

Eine Definition aus dem CETPM-Lexikon

Anlaufmanagement (auch Anlaufüberwachung, „Early Equipment Control" oder „Early Product and Equipment Management") ist der fünfte Baustein im Operational-Excellence-Referenzmodell und dient der frühzeitigen, bereichsübergreifenden Planung von neuen Produkten, Prozessen und Anlagen mit dem Ziel, die Anlaufphase zu verkürzen und im Idealfall einen Senkrechtstart zu ermöglichen. Intensive Analysen haben ergeben, dass mehr als 70 Prozent der Probleme, die während oder nach der Inbetriebnahme auftreten, im davor liegenden Design-Prozess liegen (vgl. May/Schimek 2015, S. 69).

Ziele und Grundprinzipien

Das Anlaufmanagement verfolgt mehrere zentrale Ziele: die frühzeitige, bereichsübergreifende Planung, die Verkürzung der Entwicklungszeiten, die Realisierung kurzer Anlaufzeiten und insbesondere die Berücksichtigung von MP-Informationen. MP steht für Maintenance Prevention, also die Vermeidung unnötiger Instandhaltung bereits in der Planungsphase. Damit kann im Vorfeld etwas für die Vereinfachung der notwendigen Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten getan werden.

Darüber hinaus sollten Zulieferer und Designer frühzeitig in den Entwicklungsvorgang einbezogen werden. Bei der Anlagenneubeschaffung wird bereits in der Planungsphase auf die Instandhaltbarkeit, Zugänglichkeit und Bedienungsfreundlichkeit der neuen Anlage geachtet. Anlagenplaner, Konstrukteure sowie Instandhaltungs- und Produktionsmitarbeiter lassen ihre gesamte Erfahrung in die Konstruktion und den Beschaffungsprozess einfließen.

Schrittweises Vorgehen

Bewährt hat sich ein schrittweises Vorgehen bei der Produktneuentwicklung, der Beschaffung und dem Anlauf neuer Anlagen. Die Verknüpfung mit anderen TPM-Bausteinen ist bei dem Anlauf neuer Anlagen besonders intensiv. Die einzelnen Phasen umfassen:

  • Produktentwicklung: Bildet die Basis für Fertigungsprozesse und Rahmenbedingungen.
  • Anlagenkonzept und -konstruktion: Zuverlässigkeit und minimierter Instandhaltungsaufwand stehen im Fokus.
  • Herstellung beim Lieferanten: Bereits während der Herstellung lernen Produktionsmitarbeiter und Instandhalter die Anlage kennen und bringen ihre Erfahrungen ein.
  • Installation: Bediener und Instandhalter werden intensiv einbezogen, damit sie die Anlage gut kennenlernen.
  • Anlauf und Betrieb: Die Anlaufzeit, die Zeit zwischen Produktionsbeginn und stabiler Serienfertigung, soll möglichst gering sein. Bediener geben permanent Rückmeldung in Form von Verbesserungsvorschlägen.

Leitgedanke: Neue Anlagen sollen sich letztendlich so verhalten, als ob sie über Jahre kontinuierlich verbessert worden wären.

MP-Informationen und Anlaufkurven

Ein zentrales Element des Anlaufmanagements ist die systematische Nutzung von MP-Informationen. Diese Informationen stammen aus dem laufenden Betrieb bestehender Anlagen und fließen in die Konstruktion neuer Anlagen ein. Die konsequente Nutzung von MP-Informationen führt zu deutlich kürzeren und steileren Anlaufkurven: Bei Füllanlagen der zweiten Generation konnte durch dieses Vorgehen erreicht werden, dass mögliche Fehler schon in der Entwicklungs- und Entwurfsphase aufgedeckt wurden und so während der Anlaufphase kaum noch Fehler behoben werden mussten.

Erfolgsfaktoren

Die erfolgreiche Umsetzung des Anlaufmanagements hängt entscheidend von drei Faktoren ab: leistungsfähigen, bereichsübergreifenden Teams, einem systematischen Vorgehen und einem effizienten Informationsfluss, insbesondere zwischen den Abteilungen Konstruktion, Produktion und Instandhaltung (vgl. May/Schimek 2015, S. 71). Wenn Fehler erst in der Anlaufphase entdeckt und behoben werden, ist dies meistens sehr zeit- und kostenintensiv. Deshalb ist die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten bereits in der Planungsphase entscheidend. Der Baustein Anlaufmanagement hat darüber hinaus eine enge Verbindung zum Baustein Qualitätserhaltung, da qualitativ stabile Prozesse nur auf Basis eines gut gemanagten Anlaufs entstehen können.

Einordnung im TPM-Modell

Als fünfter Baustein gehört das Anlaufmanagement zu den weiterführenden TPM-Bausteinen. Die meisten Unternehmen starten mit den ersten vier Bausteinen, Kobetsu Kaizen, Autonome Instandhaltung, Geplante Instandhaltung und Kompetenzmanagement. Spätestens nach den ersten Erfolgen sollten die weiteren Bausteine in Angriff genommen werden, da sonst wichtiges Verbesserungspotenzial ungenutzt bleibt. Unternehmen der Prozessindustrie mit einem weitgehend konstanten Produkt- und Anlagenspektrum können den Baustein situativ anpassen oder in geringerem Umfang einsetzen.

Quellenangaben

Constantin May (2015): Liebe Leserinnen, liebe Leser,, in: YOKOTEN 01/2015, S. 3–3.

Weiterführende Literatur

May, C.; Grombach, A. (2017): TPM und Operational Excellence Reference Model, Teil 2: Die Säulen eins bis fünf, in: YOKOTEN 06/2017, S. 28–30.

Verwandte Konzepte

TPM (im Sinne von Total Productive Maintenance) · Anlaufüberwachung (5. Säule von TPM) · Qualitätserhaltung · Autonome Instandhaltung (2. Säule von TPM) · Geplante Instandhaltung · OEE · Kobetsu Kaizen (1. Säule des TPM-Hauses)

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