Liebe Führungskräfte, in einer Welt in der sich vieles ändert und die Zukunft – wie immer – ungewiss ist, fällt es schwer, einen klaren Kurs zu bestimmen. Doch genau das wäre wichtig, damit wir uns nicht verzetteln und nicht unsere Ressourcen aufreiben. Zeit, Budget, Top-Leute, alles knapp. Auch wie immer! Meisterschaft erfordert ultimativen Fokus und Ausdauer. Das wissen wir aus anderen Bereichen – Sport, Musik, Kunst. Wimbledon gewinnen, in der Weltklasse Cello spielen und gleichzeitig Magnus Carlson im Schach herausfordern? Wird schwierig! Weltklasse bei einer Sache oder alles, aber nichts richtig? Das passiert uns auch im Kleinen, bei der Vielzahl unserer Projekte, von denen jedes sein muss. Deshalb ist Fokus so wichtig. Persönlich und im Team. Fokussieren heißt vor allem

GUTE PLANUNG + KONSEQUENTE UMSETZUNG

weglassen – nicht auf viele Pferde setzen. Das fällt schwer; fühlt sich riskant an und wir schrecken davor zurück. Allein die vermeintliche Risikominimierung durch Diversifizierung hat ihren Preis – Defokussierung – und viel hilft leider nicht viel. Auf ein Pferd setzen und dort Weltklasse werden, ein entscheidendes Durchbruchsziel erreichen, anstatt unsere Energie wie Butter auf dem Brot gleichmäßig auf alles zu verteilen, könnte der bessere Ansatz sein. Nur, woher wissen wir ob es das richtige Pferd ist auf das wir setzen? Es gibt keine 100 %ige Garantie – Unternehmen heißt immer auch etwas wagen. Orientierungshilfen gibt es schon: Das Endspiel studieren. Schachgroßmeister José Raúl Capablanca sagte: Um uns zu verbessern müssen wir das Endspiel studieren. Welche Trends und Muster unterstützen unsere langfristige Vision? Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine belastbare Vision verfolgen. „Setzen wir auf die richtige Karte?“ ist möglicherweise die falsche Frage. Besser wäre zu fragen: „Können wir bei diesem Thema einen entscheidenden Unterschied machen?“ Wenn dem so ist, haben wir die Chance, uns einen echten Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten. Lerngeschwindigkeit ist wichtiger als schnelle Ergebnisse. Zu Beginn sehen eine lineare und eine exponentielle Kurve identisch aus. Niemand will zwar den „Hockeystick“, doch die meisten bahnbrechenden Innovationen haben klein angefangen.

Woher wissen wir dann, dass sich der Invest lohnt? Indem wir uns auf Lerngeschwindigkeit und nicht auf die Ergebnisse konzentrieren – vor allem am Anfang. Wenn die Ergebnisse kommen, dann hat es jeder schon immer gesagt. Fortschritt erzielen heißt: Hindernisse beseitigen. Erkennen wir Hindernisse? Verstehen wir Ursache und Wirkzusammenhänge? Testen wir unsere Lösungsideen in schnellen Zyklen? Bekommen wir laufend Kundenfeedback? Lernen wir aus all dem und passen unser Vorgehen an? Wenn dem so ist, werden die Ergebnisse folgen – und wir werden auch schnell merken, wo wir auf dem Holzweg sind. Bei komplexen und unvorhersehbaren Bedingungen ist schnelles Lernen und Anpassen wichtiger als Wissen und Erfahrung. Endspiel studieren und dann schnell Testen, Lernen und das Vorgehen anpassen. Eine lernende Denkweise beginnt bei der Führungskraft. „Great leaders do not consider themselves experts in leadership. They consider themselves students in leadership.“ (Simon Sinek) Eine wissenschaftlichere Arbeitsweise in unseren Teams zu üben und zu coachen ist vielleicht der beste Ansatz, um ein Lern-Mindset zu fördern. Habe den Mut zu fokussieren, die Demut zu lernen und coache für mehr wissenschaftliches Denken. Gib Deinem Team Flügel.I

Tilo Schwarz
Tilo Schwarz