In einer Chat-Diskussion mit der Alumni-Gruppe des CETPM tauchte kürzlich das Thema „Spannungsfeld Produktion“ auf. Zunächst konnte ich damit wenig anfangen. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass damit gemeint war, dass es oft Spannungen zwischen Führungskräften und Mitarbeitern aus dem Produktionsbereich gibt.

Der Umstand, dass es in vielen Unternehmen offensichtlich noch erhebliche Spannungen und Reibungen zwischen Führungskräften und Werkern gibt, hat mich erschreckt. Die Erzählungen unserer Alumni lassen keinen Zweifel: Es ist Sand im Getriebe! Dabei wird ja gerade in Unternehmen, die Lean Management praktizieren, sehr viel Wert auf die Entwicklung aller Mitarbeiter und auf Transparenz und gute Kommunikation gelegt. Deshalb stellte ich mir die Frage, wie es möglich ist, dass hier ein Spannungsfeld entstehen kann. Warum fühlen sich manche Führungskräfte unwohl, wenn sie den Shopfloor betreten oder warum schlagen

manche Werker die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sich der Chef nähert? Ein Erklärungsansatz könnte sein, dass durch verschiedene Bildungshintergründe eine unterschiedliche Art zu kommunizieren besteht – man spricht nicht die gleiche Sprache. Meines Erachtens fehlt hier einfach die Übung. Eine neue Sprache lerne ich durch kontinuierliches Praktizieren. Fazit: Führungskräfte gehören in die Produktion, nicht ins Besprechungszimmer oder an den Schreibtisch. Mit etwas Übung und der richtigen Einstellung dürfte es nicht schwer sein, eine Kommunikation auf Augenhöhe aufzubauen. Vielleicht rührt die Verstimmung am Shopfloor auch von der zunehmenden Komplexität, die dazu führt, dass bewährte Problemlösungen und Prozesse nicht mehr funktionieren? Man schiebt sich gegenseitig den "schwarzen Peter" zu, anstatt gemeinsam vertrauenvoll an einer Lösung zu arbeiten. Das bringt mich zu meinem dritten Erklärungsansatz: Fehlendes Vertrauen. Genießt der Chef kein Vertrauen oder verwehrt er es seinem Team, dann steht er vor einer unsichtbaren Mauer und es wird schwierig, gemeinsam Ziele zu erreichen. In dem Buch „Toyotas Geheimrezepte für die Mitarbeiterentwicklung“ wird be-