Wertschöpfungsmanagement umfasst die gesamte Palette der Methoden und Denkansätze von Lean Management und Operational Excellence. Was liegt näher, als Experten auszubilden, die in der Lage sind, den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung in Unternehmen und Organisationen zu fördern und zu koordinieren? Die Idee zur Einrichtung eines Studiengangs entstand bei Prof. Dr. Constantin May im Jahr 2008. Als Hochschulprofessor und mit seiner Begeisterung für Lean Management war er im Jahr 2005 Mitbegründer des CETPM, das als Institut an der Hochschule Ansbach Seminare zu Lean-Themen anbietet. Neben den Möglichkeiten zur Weiterbildung wurde von Anfang an Wert darauf gelegt, Menschen zusammenzubringen, damit sie sich austauschen können, um den Produktionsstandort Deutschland zu stärken. Als das bayrische Wissenschaftsministerium im Jahr 2008 signalisierte, berufsbegleitende Studiengänge an Hochschulen einzurichten, nutzte Prof. May die Gelegenheit, um den Studiengang Wertschöpfungsmanagement als Pilotprojekt an der Hochschule Ansbach ins Leben zu rufen. Diese Möglichkeit für Praktiker, berufsbegleitend umfangreiches Wissen aufzubauen und einen akademischen Grad zu erwerben, stieß von Anfang an auf gute Resonanz. Der Studiengang Wertschöpfungsmanagement wurde erstmals im Wintersemester 2010 als Pilotprojekt für berufsbegleitende Studiengänge an bayerischen Hochschulen von der Hochschule Ansbach angeboten. Damals gab es – wie auch noch heute – sehr großen Bedarf an akademischem Wissen, um Operational Excellence und betriebliche Verbesserungsprozesse in deutschen Unternehmen zu etablieren.

Das Studium ist berufsbegleitend, d. h. die Studierenden kommen pro Semester für insgesamt 13 Tage in 3 Seminarblöcken an die Hochschule Ansbach, dort wird das theoretische Wissen in Verbindung mit praktischen Übungen in der Lehrfabrik vermittelt. Zur weiteren Vertiefung führen die Studierenden modul- bzw. themenbezogene Projekte durch. Diese finden statt in den Unternehmen, aus denen die Studierenden kommen. Damit wird das Wissen gesichert und gleichzeitig auch in die Unternehmen transferiert. Von Anfang an dabei ist der Studiengangleiter Erwin Stallwitz, der uns nachfolgend die wichtigsten Fragen zum Studiengang Wertschöpfungsmanagement beantwortet:

Wer studiert Wertschöpfungsmanagement?

Die Studierenden sind berufstätig und absolvieren das Studium berufsbegleitend. In den Unternehmen sind sie häufig damit betraut, in ihren Bereichen, in denen sie zum Teil auch bereits Personalverantwortung haben, die Abläufe und Prozesse zu optimieren. Nicht selten fehlt ihnen dazu das fundierte Wissen, um die Veränderungen zielgerichtet und erfolgreich umzusetzen. An dieser Stelle hilft das Studium Wertschöpfungsmanagement sehr gut. So können die angehenden Wertschöpfungsmanager Zug um Zug das Gelernte im Rahmen der Studienprojekte in ihre Unternehmen transferieren. Meist ist dazu fast kein zusätzlicher Aufwand erforderlich, da ohnehin Projekte am Laufen sind.

Welchen Einsatz erfordert das Studium?

Das berufsbegleitende Studium Wertschöpfungsmanagement ist auf elf Semester ausgelegt. Das bedeutet zunächst einmal fünfeinhalb Jahre Studiendauer. Aufgrund der Möglichkeit, sich bereits vorhandene Kompetenzen anrechnen zu lassen, kann das Studium auf sechs Semester reduziert werden. Damit ist der Bachelorabschluss innerhalb von drei Jahren erreichbar. Die Voraussetzung für die Anrechnung sind berufliche Weiterbildungen wie z. B. Industriemeister oder Techniker, die bereits vor dem Studium abgeschlossen wurden. In der Regel arbeiten die Teilnehmer im Unternehmen auch in Positionen, die es erlauben die beiden praktischen Studiensemester anzurechnen. Im Vergleich zu anderen Studiengängen hat hier, zusätzlich zu den theoretischen Grundlagen, die Praxis einen hohen Stellenwert. Neben den Semester-Übungen, die jeweils im eigenen Arbeitsumfeld durchgeführt werden, wählen die Teilnehmer für ihre Bachelorarbeit ein praktisches Thema aus ihrem Unternehmen. Sie haben fünf

Der Studiengangleiter Erwin Stallwitz beantwortete unsere Fragen zum Studiengang Wertschöpfungsmanagement. Gerne beantwortet er auch Ihre Fragen: Tel.: + 49 981 4877-207 E-Mail: erwin.stallwitz@hs-ansbach.de

Monate Zeit, ein Konzept für ihr Projekt zu entwickeln und dieses umzusetzen. Natürlich ist in dieser kurzen Zeit nicht immer alles komplett umsetzbar, aber es sollten Fortschritte deutlich erkennbar sein. Betreut werden die Kandidaten jeweils von einem Professor der Hochschule Ansbach. Am Ende steht die Bewertung der Bachelorarbeit. In die Gesamtnote des Hochschulzeugnisses fließen auch die Ergebnisse der schriftlichen und mündlichen Prüfungen ein, die am Ende jedes Semesters stattfinden.

Welche Voraussetzungen sollten die Studierenden mitbringen?

Die Interessenten für den Studiengang Wertschöpfungsmanagement haben in der Regel eine berufliche Ausbildung im gewerblich-technischen oder auch im administrativen Bereich. Ideal für die Anrechnung ist eine vorhergehende berufliche Weiterbildung. Hinzu kommt, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Unterstützung des Unternehmens benötigen, damit die modulbezogenen Projekte im eigenen Arbeitsumfeld durchgeführt werden können. Selbstverständlich muss auch persönlich das Interesse und der Wille vorhanden sein, Prozesse im Unternehmen ständig zu verbessern. Wichtig sind auch Teamfähigkeit, das Interesse analytisch und systematisch zu arbeiten und die Möglichkeit, Berufsalltag, Privatleben und Studium zeitgleich unter einen Hut zu bringen.

Was sind die Studienschwerpunkte und wie werden diese vermittelt?

Die Studienschwerpunkte liegen aktuell bei den Methoden von Lean Management und Operational Excellence. Wichtig sind aber auch Soft Skills wie Teamarbeit, Changemanagement, Coaching und Führung – als Voraussetzung für zukünftige Aufgaben im Management. Neu hinzugekommen sind Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Automatisierung, Künstliche Intelligenz sowie agile Methoden. Vermittelt werden die Studieninhalte durch Dozentinnen und Dozenten mit unterschiedlichem Background: Ca. 40 % sind Hochschulprofessoren der Hochschule Ansbach und anderer Hochschulen aus Bayern bzw. ganz Deutschland. Ca. 60 % der Dozenten sind in der freien Wirtschaft tätig und haben sich an entsprechenden Stellen in den Unternehmen gezieltes Fachwissen erworben, das sie unseren Studierenden vermitteln. Der Studiengang lebt sehr stark vom praktischen Wissen und der praktischen Erfahrung der Dozenten. In der eigens zur Vermittlung praktischer Inhalte eingerichteten Lehrfabrik am Campus Herrieden legen die Studierenden selbst Hand an und erleben live die Auswirkungen bestimmter Maßnahmen, nach dem Motto

Der Studiengang

Der Bachelor-Studiengang Wertschöpfungsmanagement erfolgt berufsbegleitend und ist auf eine Studienzeit von 11 Semestern angelegt. Bei entsprechenden Qualifikationen im Vorfeld, z. B. Meister-Ausbildung, verkürzt sich die Studienzeit entsprechend. Bevor sich Interessierte zum Studium einschreiben erfolgt ein umfangreiches persönliches Beratungsgespräch mit dem Studiengangleiter. Weitere Informationen und Termine für regelmäßig stattfindende Informationsveranstaltungen finden Sie unter: www.wertschoepfungsmanager.de

„Lernen durch Tun“. So können zusätzlich zu den in den Unternehmen durchgeführten Projekten Lerninhalte vor Ort an der Hochschule praxisorientiert vermittelt werden.

Wie profitieren Unternehmen, wenn Mitarbeiter studieren?

Mit dem Bachelorabschluss sind die Absolventen in der Lage, ihre erlangten Kompetenzen einzusetzen, um betriebliche Abläufe gezielt und systematisch zu verbessern. D. h. Unternehmen mit solchen Mitarbeitern können i. d. R. auf externe Berater verzichten. Zum anderen sind die Kandidaten gut darauf vorbereitet, im Unternehmen Führungsaufgaben zu übernehmen. Wie erwähnt, fließt bereits während der Studiensemester Wissen von der Hochschule in die Unternehmen. Letztendlich entsteht eine Win-Win-Situation.

Zusätzlich studieren in Krisenzeiten, warum?

Die Herausforderungen am Arbeitsplatz sind gerade in Krisenzeiten hoch. Viele zögern dann, sich für den berufsbegleitenden Studiengang anzumelden. Doch gerade jetzt ist der Erwerb weiteren Fachwissens von Vorteil – sowohl für die Teilnehmer als auch für die Unternehmen.

Besonders in Krisenzeiten ist es wichtig, dass die Prozesse möglichst verschwendungsfrei laufen, damit keine unnötigen Kosten entstehen aber auch Einsparungen realisiert werden können. Ein wichtiger Aspekt neben der Produktivität ist die Kreativität, um neue Lösungen zu finden. Mit dem Wissen des Studiums ist man immer gut vorbereitet, um schwierige Situationen zu meistern.

Wie entwickelt sich der Studiengang seit Einführung?

Seit Einführung vor mehr als 10 Jahren wurden die Inhalte mit den ständig ansteigenden Anforderungen der Unternehmen abgeglichen und kontinuierlich angepasst. Wir legen Wert darauf, dass die Studieninhalte immer den in Wirtschaft und Gesellschaft aktuellen Themen entsprechen. Durch die ständige Anpassung im Hinblick auf neue und attraktive Themen, die in der Industrie als äußerst wichtig und interessant angesehen werden, können wir die Attraktivität des Studiengangs weiter steigern und auch zukünftig Studierende für den Studiengang begeistern. Außerdem gibt es deutschlandweit an den Hochschulen nur wenige Angebote zu diesen Themen.