Toyota Standard Work
Teil 2: Produktionskapazitätsblatt
Arbeitsstandards, oder besser „Standardisierte Arbeit“, ist eine beliebte Methode in der schlanken Produktion. Sie ist eng mit allgemeinen Standards verwandt. Die eigentliche Erstellung des Arbeitsstandards ist aber nur einer der letzten Schritte. Bei Toyota wird viel Zeit darauf verwendet, die Produktion vorab auszutakten und an den Kundentakt anzupassen. Diese Serie gibt Ihnen einen Überblick über Toyota Standard Work.
Standard Work schauen wir genauer auf das Produktionskapazitätsblatt.
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Vorbereitungen
Bevor wir beginnen können, benötigen wir einige Informationen. Wir müssen die Arbeitsinhalte der Produktionslinie kennen. Die verschiedenen Prozessschritte müssen definiert oder bekannt sein. Im Idealfall haben wir bereits eine Linie, aber es würde auch für eine erst noch aufzubauende Linie funktionieren, solange wir die Prozessschritte kennen. Wir müssen die nötige Geschwindigkeit der Anlage kennen. Wie schnell sollen die Produkte produziert werden? Die wichtigste Messgröße ist hier der Kundentakt. Dieser sollte identisch sein mit dem Linientakt (Durchschnitt mit Verlusten). Über eine Schätzung der OEE können
wir die Zielzykluszeit ermitteln (idealer Zustand ohne Verluste). Wie schnell sollte jede Maschine sein (ohne Ausfälle, Verzögerungen und andere Verluste), gemessen in Sekunden (oder allgemein Zeit) pro Stück? Wir müssen die Geschwindigkeit jeder Maschine bzw. die Zeit für jeden Arbeitsschritt kennen. Dies ist sowohl die Zeit, die der Bediener benötigt, als auch die Zeit, in der eine Maschine ohne den Bediener arbeiten kann. Bei Toyota wird dies in der Regel mit Stoppuhren gemessen (wenn die Linie bereits existiert). In anderen Ländern, in denen die Gewerkschaften mit Stoppuhren nicht immer einverstanden sind, müssen andere Methoden angewandt werden, in der Regel ein System vorgegebener Zeiten (z. B. MTM).
Die wichtigsten Messgrößen sind hier die manuelle Arbeitszeit und die zusätzliche Maschinenarbeitszeit. Diese Daten sind so wichtig, dass Toyota zu diesem Zweck ein Standardblatt, das Produktionskapazitätsblatt, entwickelt hat.
Produktionskapazitätsblatt
Das Produktionskapazitätsblatt ist eine Übersicht mit den Grunddaten und einigen einfachen Berechnungen zu den Prozessen und Arbeitsschritten. Auf Seite 32 sehen Sie ein Beispiel dieses Blattes in seiner Gesamtheit. Da die Abbildung etwas klein ist, werde ich sie in einzelne Teile zerlegen und besprechen:
Kopfzeile des Produktionskapazitätsblattes
Die Kopfzeile enthält die üblichen Dinge, die man in Kopfzeilen so findet: Die Bezeichnung des zu produzierenden Produkts, die Teilenummer für das Softwaresystem, ein Datum, eine verantwortliche Person und auch eine Abteilung. Unten finden Sie ein Beispiel.
Prozesszeiten im Produktionskapazitätsblatt
Als nächstes kommen wir zu den eigentlichen Daten. Wir listen die Prozesse/Arbeitsschritte auf, die durchgeführt werden müssen. Nachfolgend sehen diese Tabelle, ausgefüllt mit Beispieldaten. Fügen Sie zunächst die Namen der Arbeitsschritte und -nummern der Reihe nach ein, damit Sie wissen, um welchen Schritt es sich handelt. Als nächstes fügen Sie die Arbeitszeiten ein, wobei Sie zwischen manueller und zusätzlicher maschineller Arbeitszeit unterscheiden. Damit können Sie die Gesamtzeit berechnen. Alle Maschinenzeiten müssen schneller sein als die Zielzykluszeit. Wenn eine Maschine langsamer als die Zielzykluszeit ist, hat sie nicht genug Kapazität, um den Kunden zu beliefern. Sie brauchen dann eine schnellere Maschine oder eine zweite Maschine.
Umrüstzeiten im Produktionskapazitätsblatt
In den nächsten Spalten finden Sie Informationen über die Losgröße und die
Umrüstzeit. Wie Sie oben sehen können, tragen Sie die Losgröße und die Dauer des Umrüstens in die Zellen ein. Sie können auch die Dauer einer Schicht in der Kopfzeile unter der Prozesskapazität ändern (hier 7 Stunden). Jetzt können Sie die maximale Prozesskapazität auf der Grundlage der manuellen und maschinellen Arbeitszeiten und der Umrüstzeit berechnen. Welche Stückzahl können Sie höchstens in einer Schicht erzeugen? Diese Kapazität wird wie folgt berechnet:
Summen im Produktionskapazitätsblatt
Schließlich sehen Sie am unteren Rand eine Zeile „Gesamt“ (s. Abb. S. 34). Seltsamerweise ist dies nur die Summe der manuellen Arbeitszeiten. Aber wenn Sie darüber nachdenken, macht das durchaus Sinn. Die gesamte manuelle Arbeit für einen Mitarbeiter muss geringer sein als die Zielzykluszeit, sonst ist die Linie zu langsam. Daher wird diese Zahl benötigt. Die Zeit für jeden einzelnen Prozess steht bereits in den einzelnen Zeilen. Damit können wir prüfen, ob die Maschinen schnell genug sind. Eine Aufsummierung der Maschinenzeiten ist hier wenig hilfreich. Auch wenn es einfach ist, die Summe der Maschinenzeiten und die Summe der Gesamtzeiten zu berechnen, ist dies nicht erforderlich. Überladen Sie das Blatt nicht mit unnötigen Informationen. Jetzt haben Sie die Datengrundlage für die Standardarbeit. Die Kombinationstabelle werde ich im nächsten Beitrag beschreiben. Hoffentlich war das nicht zu trocken für Sie… ich verspreche, dass im nächsten Beitrag alles einen Sinn ergibt.I
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