10 Jahre YOKOTEN
Ein Rückblick
Als mich im Jahr 2011 Prof. May auf eine Zusammenarbeit ansprach, um ein Magazin mit Schwerpunkt "Operational Excellence" zu erstellen, war ich sofort begeistert. Gesagt, getan. Zu Beginn des Jahres 2012 präsentierten wir das erste YOKOTEN-Magazin. Ich hatte bereits einige Jahre Erfahrung in der Berichterstattung zu den Themen Lean, Kaizen, TPM und bin
immer wieder fasziniert von den Erfolgen, die Unternehmen damit erzielen. Das beste dabei ist die Begeisterung der Menschen, das Leuchten in den Augen, wenn sie ihre Ideen und Verbesserungen mit Stolz vorstellen. YOKOTEN erscheint alle zwei Monate als Printmedium und ist auch digital verfügbar. Inzwischen gibt es ein Online-Archiv mit nunmehr 144 Fachartikeln und
69 Praxisberichten. Weiterhin finden Sie im Archiv interessante Kolumnen zu verschiedenen Themen, Best Practice Beispiele oder Berichte von Kongressen, Konferenzen und Praktikertagen.
Warum ein Magazin?
Was war der Beweggrund für Prof. May, das YOKOTEN-Magazin ins Leben zu rufen?
„Ich wollte an die japanische Philosophie, Wissen in Unternehmen zu pflegen und weiterzugeben, anknüpfen“, sagt er und weiter: „Es ist ja soviel Wissen in der Community vorhanden“. Viele interessante Unternehmen und Organisationen aus unterschiedlichsten Branchen haben uns seither Einblick in ihre Erfolgsrezepte gegeben. In den vergangenen 10 Jahren durften wir viele Tools, Erfahrungen, Erkenntnisse, Menschen, Methoden, Philosophien, etc. vorstellen. Dafür ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten.
Was bedeutet YOKOTEN?
Der Name "YOKOTEN" war eine gute Wahl. Das japanische Wort setzt sich zusammen aus YOKO (die Breite) und TENKAI (Entfaltung, Ausbreitung). Wir betrachten den Begriff unter dem Motto "Teilen der besten Ideen". „Das Magazin ist so konzipiert, dass es fachlich anspruchsvolle, aber praxisorientierte Beiträge aus dem Dreiklang von Operational Excellence, Lean Leadership und Agilität beinhaltet – eben alles rund um die betriebliche Verbesserung. Und das passt sehr gut in meine persönliche Mission, den Standort Deutschland zu stärken und die Unternehmen im deutschsprachigen Raum stärker und wettbewerbsfähiger zu machen“, so Prof. May.
Das Mitmach-Magazin
Sie haben Ideen zu unserem Themenbereich? Oder Sie verfügen über Fachwissen zu einem Thema? Oder in Ihrem Unternehmen gibt es eine Erfolgsgeschichte im Zusammenhang mit Operational Excellence? Möchten Sie Ihr Erfahrungswissen mit unseren Lesern teilen? Dann sprechen Sie uns gerne an. Wir freuen uns auf Input aus dem "wirklichen Leben".
10 Jahre im Zeitraffer
Bereits in der ersten Yokoten-Ausgabe vom Februar 2012 waren neben klassischen Themen wie TPM auch neue Führungsansätze wie die KATA vertreten. Die Japan-Expertinnen Katrin Franke (die inzwischen leider verstorben ist) und Barbara Ölschleger berichteten von ihren Erfahrungen im Hinblick auf die Elemente des Toyota-Produktionssystems.
In YOKOTEN-05/2013 berichteten wir über die Meyer Werft in Papenburg und ihr Produktionssystem "SCHLANKER SCHIFFBAU", mit dem die Werft dem Wettbewerb begegnet.
Im Heft 06/2013 stellten wir die ersten Absolventen des neuen Studiengangs Wertschöpfungsmanagement vor. Während der Abschlussfeier war damals die Rede von einem Wissens-Tsunami, der nach jedem Studienblock über die Unternehmen kommt. 2013 startete unsere erste Serie zur Verbesserungskata.
2014 kam TWI (Training Within Industrie) ins Spiel. Seither berichten Carla Latijnhouwers und ihre Kollegen hin und wieder über diese hilfreiche Methode. Weltklasse-Unternehmen wie die Gambro Dialysatoren Gmbh, Audi, TRUMPF oder Airbus ließen uns 2014 an ihren Erfolgen teilhaben. Auch die öffentliche Verwaltung war im Boot: Unter dem Motto "Gestalten statt Verwalten" berichteten wir, wie die Stadt Mannheim mit dem Programm PriMA ihre Prozesse optimiert. In der ersten YOKOTEN-Ausgabe stellten wir die Deutsche Solar vor, die mit TPM ihre Effizienz stetig verbesserte und dafür mit dem CETPM-Award zertifiziert wurde. Leider konnte das Unternehmen dem massiven Wettbewerbsdruck aus China nicht standhalten und existiert heute nicht mehr.
YOKOTEN im Wandel
Mit dem Wandel der Schwerpunkte von Operational Excellence haben wir immer wieder den Untertitel von YOKOTEN angepasst: von "Magazin für Operational Excellence und Best Practice Sharing" über "Magazin für Operational Excellence, Agilität und New Work" zu "Magazin für Operational Excellence, Agilität und Leadership". Weitere Aktualisierungen können folgen.
Prof. May freut sich über positives Feedback, das ihn immer wieder erreicht: „Es gibt Fans, die das Magazin von Anfang an abonniert haben und es immer wieder als Inspirationsquelle und Wissenspool nutzen“, sagt er.
Im Lauf des ersten "YOKOTEN-Jahres" berichteten wir über Initiativen, die sich dafür engagieren, die Produktion in Europa zu erhalten, wie es z. B. das Institut für Produktionserhaltung (www.infpro.de) vertritt – ein Thema, das heute brisanter denn je ist. „Ich glaube, dass wir ein komplett neues Managementsystem benötigen, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Eines, das nicht auf Erhalt, Berechenbarkeit und Vorhersehbarkeit setzt“, so Gerardo Aulinger in Yokoten 01/2012.
In YOKOTEN-03/2014 war die Zielentfaltung mittels Hoshin Kanri bei Airbus ein Thema. Und Mari Furukawa-Caspary stellte anhand eines Praxisbeispiels aus einer japanischen Reinigungsfirma den Ansatz "Respect for People" vor.
In YOKOTEN-04/2015 lernten wir ein Modell aus Japan kennen, mit dessen Hilfe Landwirte ihre Erträge optimieren.
Das Jahr 2015 begann mit dem Praxibericht "Produktionsplanung der MAN-Dieselmotorenwerke Augsburg", später ging es z. B. um das kreative Unternehmen HTV und darum, wie es gelingen kann, eine Massenproduktion für LED-Lampen im Hochlohnland Deutschland aufzubauen. Jochen Wenz startete mit seiner Serie über SCRUM im Leanprozess.
In YOKOTEN-03/2016 zierte eine Torte von Coppenrath & Wiese das Titelblatt unter dem Motto: "Handwerk trifft TPM".
Auch 2016 brachte spannende Themen: Hoshin Kanri und KATA standen weiterhin im Fokus und mit ihrer Serie "Qualität im Prozess" setzte Claudia Romberg neue Impulse. Tilo Schwarz gab weiterhin in einer umfangreichen Serie seine KATA-Praxistipps.
2017 war Lean Healthcare ein Thema und wir berichteten darüber, wie Schaeffler die gesamte Wertschöpfungskette in den Fokus nimmt oder welchen Herausforderungen sich der "Instandhalter 4.0" stellen muss. Lars Vollmer stellte uns seine
Gedanken zum Thema "Arbeitsplätze im Zeitalter von New Work" vor. Dank Michael Klein hatten Sie und wir Gelegenheit, die Harada-Methode kennenzulernen unter dem Motto "Lean Yourself!"
In YOKOTEN-04/2017 berichteten wir, wie es einem Marktführer für Laboreinrichtungen gelingt, Kundenwünsche besser und flexibler zu erfüllen.
Im Rahmen einer neuen Serie stellte 2018 Prof. Dr. Winfried Weber den Mitbegründer der modernen Managementlehre, Peter F. Drucker vor. Weitere Themen waren "Lean & Green", "Nachhaltige Verbesserung" oder "Effizienz durch Transparenz". Prof. Dr. Andreas Syska brachte das Thema "Wertschöpfung neu denken" auf den Plan.
In YOKOTEN-04/2018 gab es einen spannenden Bericht darüber, wie GRIMME im Rahmen einer Qualitätsoffensive Landmaschinen mit GRIPS produziert.
2019 waren im YOKOTEN wie gewohnt klassische Themen wie SMED, Heijunka, Rüsten, TPM, Makigami oder Just in Time vertreten. Hinzu gesellten sich neue Ansätze wie Mitarbeiterentwicklung oder Agile. Spannend war auch die Serie über Lean-Arbeitskultur von Aino Bender-Minegishi.
In YOKOTEN-04/2019 ging es im Praxisbericht um neue Wege im Veränderungsprozess bei BMW.
2020 ereilte uns die Coronakrise und wir waren froh, dass dennoch viele Unternehmen und Autoren bereit waren, in YOKOTEN zu berichten. Das Thema Digitalisierung gewann an Aufmerksamkeit.
In YOKOTEN-05/2020 durften wir die Firma allsafe vorstellen, die auf wirksame Konzepte für die Umwelt setzt.
Nun befinden wir uns im 10. YOKOTEN-Jahrgang 2021. Corona bestimmt noch immer unseren Alltag. Themen wie "Führen auf Distanz" oder "Kompetenzvernetzung" oder das "Dilemma der digitalen Transformation" sind aktuell. Dies war ein kurzer Rückblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Erwähnen möchte ich noch unseren Gastautor Prof. Dr. Christoph Roser, der seit 2015 unser Magazin mit Beiträgen zu unterschiedlichsten Themenfeldern bereichert. Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden, auch an die hier nicht explizit erwähnten.
