Spezifische Betrachtungen durch Meiss & Partner bei Unternehmensbesuchen belegen, dass rund 80 Prozent aller betreffenden Betriebe eine Art visuelles Shopfloor Management Tool verwenden, um aktuelle Aufträge und die Wertschöpfung darzustellen. Die nach wie vor häufig klassische, größtenteils analoge, Ausrichtung dessen stößt jedoch zunehmend an ihre Leistungsgrenzen. Die Lösung: Digitales Shopfloor Management, welches nicht nur die Defizite analoger Verfahrensweisen behebt, sondern weiterführende, deutlich differenziertere Möglichkeiten schafft.

Spezielle Tools, die genau das erreichen lassen, gibt es viele. Diese sind jedoch im Regelfall teuer und häufig zu komplex. Sehr wichtig ist bei der Auswahl einer digitalen

Lösung, dass es gelingt, eine funktionell und finanziell ökonomische Basis zu finden, sowie eine einfache und intuitive Bedienbarkeit zu gewährleisten. Was könnte hier zuträglicher sein, als typische Microsoft-Apps zu verwenden, die einen hohen Grad an Usability aufweisen und mit denen die meisten Mitarbeiter zumindest schon häufiger Umgang hatten oder sogar tagtäglich in irgendeiner Form verfahren?

Was bedeutet digitales Shopfloor Management?

Der Begriff "Shopfloor" steht für "Hallenboden". Die Halle bzw. der Produktionsbereich sind im Ansatz von Shopfloor Management wiederum als Ort der Wertschöpfung zu verstehen. Shopfloor Management zielt grundsätzlich auf die Maximierung der wirtschaftlichen Leistungen oder der Wirtschaftlichkeit auf dieser Ebene ab. Genauer geht es darum, die Leitungs- und Führungsaufgaben einer Fertigung entsprechend zu optimieren. Dies wird im Wesentlichen dadurch erreicht, dass Mitarbeiter und Management stärker bzw. effizienter zusammenarbeiten – und zwar in erster Linie genau an diesem Ort der Wertschöpfung. Demgemäß begeben sich Führungskräfte verstärkt in die Produktion, um Mitarbeiter bedarfsgerecht zu qualifizieren, zu motivieren, zu informieren, Rücksprache zu halten und wichtige Fakten an weitere Abteilungen weiterzugeben oder mit der Unternehmensstrategie abzustimmen. Ferner werden auch Führungskräfte aus der Produktion in diese Vorgänge integriert.

Die Unterstützung seitens des Managements bzw. der Führungskräfte führt idealerweise dazu, dass Produktionsmitarbeiter die kontinuierliche Prozessverbesserung als Teil ihres Arbeitsalltags sehen und dass sie lernen, diese selbst zu steuern. Umfassendes Ziel des Shopfloor Managements ist das Erreichen einer kontinuierlichen Optimierung der Produktionsvorgänge in Richtung der gemeinsamen Betriebsziele zur vollumfänglichen Erfüllung der Kundenanforderungen/-bedürfnisse. Durch die Verknüpfung der Prozesse mit der Strategie sowie den Zielen des Unternehmens wird die Effektivität maßgeblich gesteigert.

Eine motivierende selbstreflektierte Führungsarbeit, eine offene Kommunikationskultur zwischen Mitarbeitern und Führungskräften, eine einfache und dabei nachhaltige strukturierte Problemlösung, sowie eine hinreichende, aussagekräftige und ansprechende Dokumentation sind fundamentale Bestandteile eines jeden erfolgreichen Shopfloor Managements. Dabei bildet letztere bzw. die Datenerfassung und -bereitstellung zu typischen Produktionsprozessen eine wichtige Schnittstelle zur Erreichung der genannten Grundvoraussetzungen und sämtlicher Ziele des Shopfloor Managements.

De facto erfolgt die Dokumentation häufig immer noch über klassische Boards mit Ausdrucken, händischen Einträgen, Fotos und anderen analogen Elementen. Die Umsetzung genau dieser so zentralen datenbasierten Organisation mithilfe digitaler Techniken steht im Fokus des digitalen Shopfloor Managements.

Herausforderungen und Nutzen

Der erste und naheliegendste Nutzen einer Einführung von digitalem Shopfloor Management besteht darin, dass die vielfältigen Nachteile der Arbeit mit konventionellen Boards effektiv beseitigt werden können. Das Hauptmerkmal analoger Boards sind ausgedruckte Excel-Tabellen und handschriftliche Übersichten. Dies führt zu zahlreichen Problempunkten:

• Starke Zeitverzögerung vom Erfassen der Informationen bis zur Veröffentlichung am Board. • Keine automatischen Aktualisierungen. • Die entsprechenden Daten sind ausschließlich lokal am Board sichtbar. • Problemanalysen sind nur im direkten Austausch vor Ort am Board möglich, was natürlich gerade hinsichtlich der aktuellen Corona-Krise ganz besondere Schwierigkeiten bereitet. • Keine übergreifenden Ansichten aller Boards eines Betriebs.

Im Einzelnen ergeben sich aus diesen klaren Nachteilen folgende Vorteile bzw. Anforderungen des digitalen Shopfloor Managements:

• Online abrufbare Dokumentation auf klar strukturierten Webseiten. • Effiziente Abwicklung überaus kleinteiliger Management-Prozesse – sogar präzise auf einzelne Personen zugeschnitten. • Keine Ausdrucke, die aktualisiert werden müssen bzw. eine weitgehend automatisierte Datenanpassung. • Komfortable, board-übergreifende Sicht auf Probleme, Optimierungspotenziale und zutreffende Maßnahmen.

• Datenerfassung und -darstellung am Board fast in Echtzeit. • Präzise Umsetzung mit Struktur, die genau auf den jeweiligen Produktionsbereich zugeschnitten ist. • Online-Erreichbarkeit über unterschiedlichste Devices – stationär und mobil.

Natürlich muss jedes Unternehmen seine spezifischen Anforderungen selbst für sich definieren und auf das digitale Shopfloor Management übertragen.

Erläuterung einer Problemmeldung anhand eines Fotos. Team vor digitalem Board. Team vor analogem Board. Michael Meiss
Erläuterung einer Problemmeldung anhand eines Fotos. Team vor digitalem Board. Team vor analogem Board. Michael Meiss

Nutzung vorhandener Software-Tools

Der Markt bietet durchaus viele spezielle Portallösungen zur Einführung eines digitalen Shopfloor Managements. Diese sind jedoch in der Regel auf die Bedarfe von Großbetrieben ausgerichtet. Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) hingegen lohnt sich die Anschaffung solcher Komplettlösungen zumeist nicht.

Oft sind mit der Anschaffung der eigentlichen Software zusätzlich Schulungen und Wartungsverträge verbunden. Zudem – und das ist ein wesentliches Argument gegen spezielle Shopfloor Management-Programme – sind bei derartiger Software in aller Regel Funktionen enthalten, die für KMU nicht erforderlich sind.

Fakt ist: Um im Shopfloor Management eine ökonomische Umsetzung mit Struktur zu schaffen, reicht es meistens aus, Features ohnehin schon vorhandener oder vergleichsweise günstig anzuschaffender Standard-Software geschickt zu kombinieren. Das sind zum Beispiel Produkte von Microsoft, wie SharePoint, oder auch Lösungen von Nintex, dem Marktführer bei Workflow-Engines. Der Einsatz des Verbunds von Werkzeugen in Office 365/Microsoft 365 bietet hier besonders vielfältige Möglichkeiten. Mit der Kombination der dort gebündelten 10 Tools (Teams, OneNote, Power BI, To Do, Planner, OneDrive, Outlook, Share-Point, Power Apps und Power Automate) können alle wesentlichen Erfordernisse an digitales Shopfloor Management sehr gut abgedeckt werden.

Diese Tools müssen zwar manuell auf die Anforderungen des jeweiligen Betriebs ausgerichtet werden, sind dann aber höchst genau an die zutreffenden Workflows angepasst bzw. unterstützen diese besonders effizient und effektiv. Diese Werkzeuge sind überaus funktional sowie funktionell. Sie ermöglichen allen Beteiligten eine einfache Nutzung und eine zuträgliche Anwendung auch in anderen Geschäftsbereichen. Das alles ist sehr nachhaltig, relativ schnell umgesetzt und langfristig deutlich kostengünstiger als die Inanspruchnahme einer speziellen Shopfloor Management Lösung.

Besonderes Augenmerk liegt hier auf der zielgruppenspezifischen Darstellung der wichtigsten Kennzahlen.

Gründer und Geschäftsführer von Fotos und Grafiken: © pmOne Group
Gründer und Geschäftsführer von Fotos und Grafiken: © pmOne Group

Visualisierung und Reporting mittels Power BI

Visualisierung und Reporting von Kennzahlen als Teil des Shopfloor Managements sind prinzipiell nicht neu. Doch die dabei traditionell in der Produktion eingesetzten analogen Visualisierungsboards besitzen eine ganze Reihe von Nachteilen. So ist oft nicht ersichtlich, wie Zahlen zustande kommen. Auch können die Mitarbeiter die Auswahl der Kennzahlen nicht beeinflussen. Das Ergebnis: Auf Probleme wird lediglich reagiert, anstatt sie proaktiv im Vorfeld anzugehen.

Genau hier setzen die Data-Science- und Analytics-Experten von pmOne mit entsprechenden Reports in Microsoft Power BI an. Im Zentrum steht dabei ein individuelles Reporting der relevanten Kennzahlen und Key Performance Indicators (KPIs). Power BI Reports bieten umfangreiche Möglichkeiten und Dashboards mit passgenauen Visualisierungen zur Überwachung Ihres Shopfloors in Echtzeit. Durch die individuelle Konfiguration von Data Alerts und Benachrichtigungen können Sie bei Bedarf sogar unmittelbar per Remote-Zugang in das Geschehen auf dem Shopfloor eingreifen. Das Ergebnis: optimierte Prozesse und Kosteneinsparungen durch einen vollständig datengetriebenen Ansatz.

Auf Basis der von Meiss & Partner eingeführten Microsoft-Applikationen sorgt pmOne dafür, dass die Visualisierung von Kennzahlen im Shopfloor Management kein Selbstzweck wird. Es geht jederzeit darum, die konkreten Prozesse vor Ort zu managen. Das bedeutet: Abweichungen erkennen, Probleme nachhaltig lösen und den Einsatz der Ressourcen zu optimieren.

Hierzu werden im Rahmen des digitalen Shopfloor Managements den Mitarbeitern alle Informationen so verfügbar gemacht, dass sie schnell die richtigen Entscheidungen ableiten können. Insbesondere KMU zeigen großes Interesse an den Praxiserfahrungen von Meiss & Partner und pmOne bei der Realisierung von digitalem Shopfloor Management.

Dirk Müller
Dirk Müller