In Österreich ist Ernst Weichselbaum in Unternehmerkreisen so etwas wie eine "Legende": Als damaliger Geschäftsführer bei dem Büromöbelhersteller Bene führte er bereits Anfang der 1980er das Modell der "Flexiblen Arbeitszeiten" ein. Aber nicht nur das: Er schuf dort auch eine originelle, eigene Form der Betriebswirtschaft jenseits der "Economies of Scale" und Mengenorientierung, die einen ganz eigenständigen Charakter hat, die aber QRM in bestimmten Prinzipien durchaus ähnelt.

In den 1990ern wunderte sich wohl auch Daniel T. Jones, wie dieses Konzept ohne jeglichen Kontakt zu Toyota und Co. in Österreich entstanden sein konnte. Ab 1994 hat

Weichselbaum weit mehr als 100 Unternehmen als Berater geholfen, sein Modell der Betriebswirtschaft in die Praxis zu bringen. ln seinem Erstlingswerk "In jedem Unternehmen steckt ein besseres" stellt er seine Arbeit und seine Ideen übersichtlich und kompakt vor.

Alltagstaugliche Philosophie

„Die Arbeit von Ernst Weichselbaum ist jedoch keine langweilig-abstrakte, x-beliebige Methode, sondern ein sprachlich und philosophisch ausgefeilter, origineller und humanistisch geprägter Ansatz, der sich auch der politischen Dimension der Organisationsgestaltung bewusst ist“. Dies sagt der Herausgeber des Buches, Niels

Pfläging, der Ernst Weichselbaum als eine wunderbare, humorvolle und sympathische Persönlichkeit beschreibt.

Beim Durchlesen des kompakt und übersichtlich gestalteten Büchleins entsteht der Eindruck, dass hier ein "pragmatischer Philosoph" am Werke war. Die Inhalte sind um 92 prägnante Leitsätze oder "Zitate" aus der Arbeit von Ernst Weichselbaum herum strukturiert und somit bestens geeignet, um täglich einen Impuls aufzugreifen und darüber nachzudenken. Gerade in der heutigen Zeit, wo sich vieles neu zu gestalten scheint, bieten die gehaltvollen Gedanken und Ideen von Ernst Weichselbaum wertvolle Unterstützung.

„Systeme an sich haben

keinen Wert. Sie haben immernur einenWert im gegebenen Kontext.“

Die Lebensdauer der Systeme und die Lebensdauer der Menschen haben sich gravierend und unumkehrbar verschoben. Die Lebensdauer der Systeme hat sich verkürzt, die Lebensdauer der Menschen hat sich verlängert. Systemüberwindung umgibt uns täglich. An dieser Hobelbank hat schon mein Großvater gearbeitet! hieß es früher. Heute erleben wir in einem einzigen Menschenleben mehrere Systeme. Früher hat man „ein Leben lang“ die gleiche Partei gewählt – heute ist der Wechselwähler der Normalfall. Nicht mehr der Besitz des Autos ist das Statussymbol, sondern die Mobilität selbst ist zum Statussymbol geworden. Die Systemüberwindung wird als Element des täglichen Lebens erlebbar. Sie wird unvermeidlich – selbstverständlich auch in Wirtschaft und Arbeit.

an Systemüberwindung zu arbeiten. Es sei denn, ich bin Kepler oder Galilei. Weil aber Systemüberwindung heute alltäglich ist, sind wir die ersten Generationen, die darauf angewiesen sind, Muster sehen zu lernen, alternative Muster kennenzulernen und eigene Muster zu modifizieren und weiterzuentwickeln. Aha, so hast du das gemeint – jetzt verstehe ich!