Fortschreitende Globalisierung hat dazu geführt, dass es für die meisten Unternehmen keine große Sache mehr ist, ein Werk in Osteuropa, Afrika, China oder in anderen entfernten Ländern zu errichten. So ist es kein Wunder, dass aufgrund industriefeindlicher Rahmenbedingungen immer mehr Unternehmen ihre Fertigungskapazitäten ins Ausland verlagern. Dies führt zu einer schleichenden Deindustrialisierung in unserem Land. Zu den Rahmenbedingungen zählen die Gesetze, welche Unternehmen immer weniger Handlungsspielraum lassen – sei es durch überzogene Umweltschutzauflagen, Regelungen im Personalbereich oder Dokumentationspflichten. Hinzu kommen explodierende Energiepreise und der Mangel an Fachkräften.

Unseren bisher errungenen Wohlstand, der weltweit bewundert wird, haben wir zu einem nicht unerheblichen Teil der industriellen Fertigung zu verdanken. An den großen Industriefirmen hängen meist zahlreiche mittelständische Zulieferer, die vielen Menschen Arbeit bieten. Und von deren Einkommen profitieren wiederum Handwerker, Einzelhandel und Dienstleister. Wenn nun immer mehr industrielle Arbeitsplätze wegfallen, dann wird dies eine Kettenreaktion auf diese nachgelagerten Bereiche auslösen. Letztendlich werden durch fehlende Arbeitsplätze unsere Sozialsysteme belastet und ausbleibende Steuereinnahmen stellen deren Finanzierbarkeit zunehmend in Frage.

Mögliche Lösungsansätze

Die Frage ist, wie wir eine Win-Win-Situation für alle schaffen können. Das heißt: Arbeit für alle, ein funktionierender Sozialstaat, Aktionsspielraum für Unternehmen, fairer Handel weltweit und konsequenter Umwelt- und Naturschutz. Mit dem derzeit existierenden System, einer gespaltenen Gesellschaft und polarisierenden Medien wird dies kaum gelingen. Eine Chance, unsere Lage zum Positiven zu entwickeln, liegt darin, dass wir uns von dem "Nanny-Staat" und den politischen Grabenkämpfen verabschieden und uns wieder auf den gesunden Menschenverstand besinnen. Die Devise sollte lauten: Soviel Reglementierungen wie unbedingt nötig und so wenig wie möglich. Statt Erziehungsmaßnahmen in Richtung irgendwelcher Ideologien

in den Vordergrund zu stellen, sollten Schulen und Medien dazu beitragen, dass die Problemlösungsfähigkeit der Menschen gefördert wird.

Wenn alle Mitbürger über brisante Themen sachlich neutral informiert werden, diskutieren und an Lösungen mitarbeiten, dann kann Großartiges entstehen. Dazu müssen wir unsere Komfortzone verlassen und uns so oft wie möglich in die Lernzone begeben. Die Problemlösungs- und Anpassungsfähigkeit der Menschen in unserem Land ist ausschlaggebend für die zukünftige Entwicklung. Es gibt beeindruckende Beispiele, wie in Unternehmen durch einen Kulturwandel Mitarbeiter begeistert wurden und ihr Erfindergeist ans Tageslicht kam. Warum sollte dies nicht auch in einer Gesellschaft gelingen? Es ist wichtig, dass Unternehmen und engagierte Menschen mehr Freiraum erhalten. Nur gegenseitiges Vertrauen und Respekt können zu fruchtbaren Ergebnissen und zur Erhaltung des innovativen Industriestandorts Deutschland führen.