Lars Vollmer, der Unternehmen erfolgreich im Veränderungsprozess begleitet, nimmt mit seinem jüngsten Buch "Der Führerfluch – Wie wir unseren fatalen Hang zum Autoritären überwinden" Politik und Gesellschaft ins Visier.

Zum Einstieg schildert der Autor eine pragmatische Lösungsfindung aus seinem privaten Umfeld und im ersten Kapitel geht es gleich ans "Eingemachte", wenn er die obligatorische GEZ-Abgabe kritisch hinterfragt. Er erkärt das "Hirtenprinzip" und das Verhalten von Menschen in bestimmten Situationen. Beim Kapitel "Der Messiblick" musste ich mich als bekennender "Nicht-Fußballfan" zum Weiterlesen zwingen, weil Fußballfan Vollmer sehr detailliert die strategische und spielerische Vorgehensweise seines Idols erläutert – selbstverständlich unter dem Aspekt, dass wir daraus lernen können. Auch ich konnte aus dem "Fußballtheater" lernen, zum Beispiel, dass eine Ausgewogenheit zwischen genialen Alleingängen und gemeinschaftlichem Agieren wichtig ist.

Anhand zahlreicher Beispiele zeigt Lars Vollmer die heutigen Verstrickungen durch Regularien und Gesetze auf, die dem einzelnen Menschen immer mehr Freiheit rauben. Gleichzeitig räumt er ein, dass es ganz "ohne" auch nicht geht. Mit seinem ausgewogenen Blick auf die Dinge stellt er dar, woran unser heutiges System krankt und wie zum Teil groteske bürokratische Auswüchse den Fortschritt behindern. Zum Schluss gibt er wertvolle Denkanstöße für neue Lösungsansätze. "Nachgedacht und Vorgedacht"

könnte man zusammenfassend sagen – eine wertvolle Lektüre für alle, die sich Gedanken um unsere Zukunft machen oder sogar Lust haben, diese mitzugestalten.

Warum wurde der Buchtitel geändert?

Der ursprüngliche Buch-Titel "Gebt eure Stimme nicht ab! – Warum unser Land unregierbar geworden ist" führte zu Missverständnissen und schränkte den Leserkreis ein. Rückmeldungen bestätigten laut Lars Vollmer, dass die im Buch ausgeführten Thesen und die Ideen zu einer Verantwortungsgesellschaft offensichtlich viele Leser tief berührt hätten. Weitere Feedbacks hätten bestätigt, dass der Titel der ersten Auflage offensichtlich viele potenzielle Buchkäufer verwirrt und teils auch abgeschreckt habe. Der Titel habe nicht ausreichend Klarheit geschaffen, um was es in dem Buch eigentlich geht.

Da die erste Auflage zu wenig Leser fand, sah sich der Autor herausgefordert, etwas zu unternehmen, um seine Ideen weiter zu verbreiten. Er entschloss sich zu dem Tabubruch, dasselbe Buch unter einem neuen Titel herauszubringen. „Dieses Buch ist für mich eine Herzensangelegenheit. Weil mir seine Kernbotschaft so wichtig ist. Die Zeiten sind vorbei, in denen Sie einen Verein, ein Unternehmen oder gar ein ganzes Land führen können, indem Sie voll auf formale Macht setzen. Per Machtausübung regierte Länder und Wirtschaftsunternehmen handeln sich schon jetzt größte grundsätzliche Probleme ein, auch wenn unser Wohlstand noch so groß ist und die Friedenszeiten noch so lange

andauern. Es funktioniert einfach nicht mehr. Es braucht etwas Neues“, so Lars Vollmer.

Mit dem neuen Buchtitel "Der Führerfluch – Wie wir unseren fatalen Hang zum Autoritären überwinden" hofft er, mehr Leser zu erreichen. Er ist überzeugt, dass es möglich ist, die Gesellschaft zu erneuern, ohne dass es dafür zu großen Verwerfungen und zu großem Leid kommen muss: „Ich glaube, dass wir alle lernen können, ohne Führer auszukommen. Die Erfahrungen aus der Wirtschaft zeigen: Wir können damit einfach irgendwo anfangen. Ja, wir haben bereits angefangen. Und Sie können daran Anteil haben. Das ist der Grund, warum ich dieses Buch neu aufgelegt habe“.